PC - Weekly 2020 KW 51

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Die Hoffnungen auf sofortige weitere Corona-Hilfen noch unter der Administration Trumps sind gedämpft, während nun die nächste Fed-Entscheidung am 16. Dezember umso mehr in den Vordergrund rückt. Die EZB hat jedenfalls gehandelt. Sie hat das Pandemiehilfsprogramm um 500 Mrd. EUR aufgestockt und diverse Fristen verlängert. Trotzdem hielten sich die Schwankungen des US-Dollar in Grenzen was auf die Erfordernis eines größeren Fed-Schrittes hinweist. In Europa geht das Tauziehen um einen Brexit-Deal weiter, doch die Hoffnung auf eine Einigung in letzter Minute stützt noch die Märkte. Per Saldo war aber die Entwicklung in der vergangenen Woche durchwachsen. Eine Nullperformance in S&P 500 und Dow Jones stehen marginal schwächere europäische Börsen gegenüber. Denn die große Herausforderung bleiben hohe Coronazahlen, die alleine in den USA im Wochenvergleich von 14,6 auf 16,3 Millionen explodierten, gefolgt von 9,88 Millionen Infizierten in Indien und 6,9 Millionen in Brasilien.  Gleichzeitig steigen die geopolitischen Spannungen. Im Bergkarabach-Konflikt hat Armenien bereits 121 Orte an Aserbaidschan übergeben, während in Äthiopien ein Kampf um Tigray entflammte. Fazit: Geopolitische Risiken bleiben.

Arbeitsmarkt schwach: Im November lag die Zahl der Beschäftigten außerhalb des Agrar-Bereichs um 9,8 Millionen unter dem Februar-Level (vor Corona). Gleichzeitig ist die Zahl der Langzeit-Arbeitslosen im November gegenüber dem Vormonat um 385.000 auf 3,9 Millionen gestiegen und das bei einer sinkenden Partizipationsrate, die mit 57,3% der arbeitsfähigen Bevölkerung um 3,8 Prozentpunkte unter dem Februar-Level liegt. In der am 5. Dezember endenden wöchentlichen Abrechnungsperiode stieg die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 137.000 auf 853.000 und somit auf den höchsten Level seit September. Die Anzahl der Folgeanträge stieg um 230.000 auf 5,76 Millionen in der Woche endend mit 28. November, was den ersten Anstieg seit August darstellt.

Bidens Wahlsieg stimmt die Amerikaner optimistischer: Die vorläufigen Ergebnisse des Index des Verbrauchervertrauens, der von der Universität Michigan veröffentlicht wird, zeigten im Dezember gegenüber dem Vormonat einen Anstieg von 76,9 auf 81,4 Punkte. Sowohl die aktuelle Wirtschaftssituation als auch die Zukunft werden optimistischer eingeschätzt. Begründung: Trump ist abgewählt, jetzt ist das Geschehen wieder mit mehr Sicherheit verbunden.

Optimistischer Ausblick 4. Quartal 2020 und Jahr 2021: Das dritte Quartal viel wesentlich besser aus als ursprünglich erwartet und nun verbesserten sich auch die Aussichten für das vierte Quartal 2020: Laut Analystenerwartungen (Quelle FactSet) sollten im vierten Quartal die Gewinne der S&P 500 Unternehmen nur noch um 9,9% schrumpfen. Ende September gingen sie noch von einem Minus von 12,7% aus. Seit drittem Quartal 2009 ist das aber noch immer der drittstärkste Rückgang auf Jahresbasis.  Allerdings sollten die Sektoren Gesundheit, Grundstoffe, die vier wachsenden Bereiche anführen, während sieben Sektoren noch eine rückläufige Entwicklung verzeichnen sollten, darunter Energy, Industrials und Konsumgüter. Im Jahr 2021 sollten bei 7,9% Umsatzwachstum die Unternehmensgewinne (S&P 500) um 21,9% wachsen. Dies relativiert wieder ein Forward-KGV von 21,9 (bei starkem Wachstum u. niedrigen Zinsen nicht überteuert).

Aktien - Europa

Drittes Quartal nicht so schlecht wie ursprünglich erwartet: Noch im Oktober rechneten Analysten im STOXX 600 für das dritte Quartal mit einem Gewinneinbruch um gut 35%. Doch es kommt besser. Laut Refinitiv-Konsens sollten im dritten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 10,9% Umsatzrückgang um 23,1% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -6,1% bzw. -15,6%. 294 Unternehmen veröffentlichten ihre Gewinne für Q3: 65,0% sorgten dabei für eine positive Überraschung (normalerweise nur 50% positive Überraschungen). Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten mit einem Gewinneinbruch um 35,1% im STOXX 600 und -39,4% in der Eurozone. Einziger Wachstumssektor im Euroraum sind die Versorger, deren Gewinne um 8,5% wachsen könnten, während die Gewinne im Energiesektor um 71,7% einbrechen sollten. Dieser Pessimismus kann allerdings Nährboden für positive Gewinnüberraschungen sein. Allerdings hängt viel von Coronazahlen, Impfstoffen und Lockdowns ab.

Tauziehen um Brexit-Einigung: Eigentlich wären 95% aller Punkte unter Dach und Fach und die bisherige Vereinbarung wird bereits in alle EU-Amtssprachen übersetzt. Doch bei den restlichen Punkten wie zum Beispiel den Fischereiquoten spießt es sich erheblich. Vor allem Frankreich legt sich quer. Bisherige Gespräche verliefen erfolglos, auch die Gipfelgespräche zwischen Boris Johnson und Ursula von der Leyen. Johnson drohte sogar, vier Marineschiffe zur Abwehr kontinentaleuropäischer Fischerflotten einzusetzen. Auf der anderen Seite ist das Verhandlungsfenster noch bis 31.12. offen. Ob es eine Einigung im letzten Moment gibt, bleibt abzuwarten. Im Worst Case drohen hohe Zollmauern und eine Schrumpfung des Handelsvolumens UK mit Kontinentaleuropa zum Nachteil beider Seiten. Auch könnte dies ein Unabhängigkeitsreferendum der EU-freundlicheren Schotten zur Folge haben. Das wäre der Zerfall des UK und könnte sogar dazu führen, dass eine Weiterführung der britischen Monarchie in Frage gestellt wird.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas Ausfuhren boomen: Chinas BIP wuchs im dritten Quartal um 4,9% und im Gesamtjahr 2020 sollte China das einzige G20-Land mit positivem Wirtschaftswachstum sein. Hinzukommt nun neben einem hohen Aktivitätsniveau der Industrie nun noch ein reger Ausssenhandel. Im November stiegen nämlich die Exporte mit einem Plus von 21,1% gegenüber dem Vorjahresmonat so stark wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Dazu trugen vor allem Masken, Hygieneartikel, Computer für Homeoffice und Router bei. Mittlerweile mangelt es auf den Weltmeeren bereits an freien Countainerkampazitäten.

Anleihen

Die Rentenmärkte (bezogen auf Sovereigns) bewegen sich im Spannungsfeld zwischen erwartetem mittelfristigen Konjunkturaufschwung im Zuge einer verfügbaren Corona-Impfung und der kurzfristigen Erfordernis zur zusätzlichen Intervention um einen Rückfall der Wirtschaft in eine erneute zwischenzeitliche Kontraktion zu verhindern. Hoffnungen auf ein Programm der Fed stehen Ängste vor einem erneuten Drosseln der Anleihenkäufe (Tapering) im Zuge einer konjunkturellen Erholung gegenüber. Doch in Europa signalisierte am 10. Dezember die EZB eine anhaltend expansive Geldpolitik: Der EZB-Rat hat am 10. Dezember beschlossen, den Umfang des Pandemie-Notfallankaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) um 500 Mrd € auf insgesamt 1 850 Mrd € zu erweitern. Außerdem verlängerte er den Zeithorizont für die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP bis mindestens Ende März 2022. „Wir werden Nettoankäufe in jedem Fall durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise unserer Einschätzung nach überstanden ist“, so der O-Ton. Die Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP erworbenen Wertpapiere wird die EZB bei Fälligkeit wiederveranlagen und dies bis mindestens Ende 2023. Bezüglich der dritten Serie gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte hat die EZB den Zeitraum, in dem deutlich günstigere Bedingungen gelten, um zwölf Monate bis Juni 2022 verlängert. Die Folge: Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries gingen von 0,97 auf 0,93 Prozentpunkte zurück, während jene für deutsche Bundesanleihen um sechs Basispunkte auf -0,61% zurückgingen. Im Zuge der Emission von Eurobonds zur Finanzierung der Covid-19-Krise entwickelten sich zuletzt die Renditen griechischer, spanischer und italienischer Staatsanleihen stark rückläufig, was mittelfristig eine Entspannung bei den Zinskosten des Staatshaushaltes bedeuten könnte.

HY-Corporate Bonds mit rückläufigen Risikoaufschlägen: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.9.) auf 4,08 Prozentpunkte (11.12.) gesunken, vor allem vergangene zwei Wochen um 22 Basispunkte.

Edelmetalle und Rohstoffe

Metalle und Öl im Aufwind: Kaum zeigt China Konjunkturstärke und es setzen sich Elektroautos in unseren Breiten immer mehr durch, setzt sich auch die Hausse der Metalle Aluminium, Kupfer und Zinn weiter fort. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet beim Kupfer für 2020 ein leichtes Angebotsdefizit. Der Ölpreis sollte von einem baldigen Aufschwung und einer Normalisierung des Reiseverkehrs profitieren. Hingegen Gold und Silber befinden sich noch immer in einer Konsolidierungsphase, zumal sich zuletzt die Dollarschwäche zum Euro mäßigte.

Währungen

Die härteste Währung von allen ist und bleibt der Schweizer Franken, vor allem nach den jüngsten expansiven Schritten der EZB. Der US-Dollar hingegen verzeichnete vergangene Woche zum Euro eher eine Seitwärtsbewegung. Die Brexitfrage war noch nicht geklärt und es steht auch noch am 16. Dezember eine geldpolitische Entscheidung der Fed bevor. Indessen bleibt das Britische Pfund bis zu einer konkreten Brexit-Entscheidung seitwärtsgerichtet. Von den Carrytrade-Währungen werteten Brasilianischer Real, Rubel und Südafrikanischer Rand zum Euro auf

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

14.12.2020

Japan: Tankan Große Produktionsprognose, Tankan Herstellungsindex für große Unternehmen, Industrieproduktion
EUR: Industrieproduktion

15.12.2020

China: Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze
USA: Industrieproduktion

16.12.2020

EUR: Markit PMI Gesamtindex, Markit PMI Dienstleistungen, Markit PMI verarbeitendes Gewerbe
USA: Fed Zinssatzentscheidung u. Wirtschaftsprojektion; Einzelhandelsumsätze, Markit PMI Gesamtindex, Markit PMI Herstellung, Markit PMI Dienstleistungen.

17.12.2020

EUR: Inflationsdaten
Schweiz: SNB Pressekonferenz
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Philly Fed Herstellungsindex

18.12.2020

Japan: Inflationsdaten, Geldpolitische Entscheidung Bank of Japan

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

Disclaimer

Diese Mitteilung dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Investmentanalyse oder Anlageempfehlung bzw. Aufforderung oder Angebot zur Zeichnung oder zum Kauf des(der) erwähnten Produkte(s) dar. Sie gilt weiters nicht als ausreichende Grundlage für eine Anlageentscheidung. Da jede Anlageentscheidung einer individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse (z.B. Risikobereitschaft) des Anlegers bedarf, ersetzt diese Information nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater im Rahmen eines Beratungsgesprächs. Soweit in dieser Mitteilung konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Eine Anlageentscheidung für Fonds sollte in jedem Fall auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsprospekte einschließlich der zuletzt veröffentlichten Jahres- und ggf. Halbjahresberichte getroffen werden, die auch ausführliche Informationen zu den Chancen und Risiken enthalten. Provisionen, Gebühren und Entgelte können zu einer Reduktion der individuellen Wertentwicklung führen. Aus der Veranlagung können sich steuerliche Verpflichtungen ergeben, die von den jeweiligen persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängen und künftigen Änderungen unterworfen sein können. Die enthaltenen Informationen und Aussagen stellen eine Einschätzung der PRIVATCONSULT zum Zeitpunkt der Erstellung und Veröffentlichung dar und können sich jederzeit ändern. PRIVATCONSULT kann keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in dieser Mitteilung enthaltenen Daten und Informationen übernehmen und haftet somit nicht für Verluste oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung dieser Informationen entstehen können. Die historische Wertentwicklung einer Veranlagung ist keine Garantie für eine zukünftige Entwicklung. Der Wert der entsprechenden Anlage kann sowohl steigen als auch fallen. Bei der Abbildung des Portfolios handelt es sich um ein Modellportfolio und nicht um die Abbildung eines spezifischen Kundendepots.

HINWEIS: Bei dieser Mitteilung handelt es sich um Werbung. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Zurück