PC - Weekly 2021 KW 11

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Kurzfristige Unsicherheiten vs. langfristiger Ausblick: Es ist in den aktuellen Märkten schon viel eingepreist. So stieg im Februar die Inflationsrate (Jahresteuerung) in den USA von 1,4% (Jänner) auf 1,7%. Genau das entspricht auch den Erwartungen der Volkswirte. Die Kerninflation bereinigt um stark schwankende Komponenten wie Nahrungsmittel und Energie war sogar von 1,4 auf 1,3% rückläufig. Allerdings trieben erneut rückläufige Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nach oben. Der wichtige US-Bundesstaat Texas hat die Corona-Maßnahmen bereits beendet. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson einen weiteren zugelassen und die US-Verbraucherstimmung ist auf dem höchsten Stand seit März 2020. Auf der geopolitischen Ebene folgten wieder Seitens der USA Stiche gegen China: Die US-Telekomaufsicht FCC hat fünf chinesische Firmen zur Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA erklärt. Unter anderem stehen die chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und ZTE auf der Liste der Risikofirmen. In Hongkong will indessen China mittels Wahlrechtsreform zukünftig mehr Einfluss auf die Wahlen nehmen. Die EU kritisiert diese Entwicklung. Auch bezüglich Taiwankonflikt wird eine militärische Intervention und Annektion durch China in den kommenden Jahren wahrscheinlicher. Sogar ein US-Admiral hält einen Überfall auf Taiwan für möglich. Nun bleibt nur noch die Hoffnung, dass angekündigte Revolutionen nicht stattfinden.

Verbraucherstimmung auf höchstem Niveau seit März 2020: Laut Umfragedaten des Consumer Confidence Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im März das Verbrauchervertrauen gegenüber dem Vormonat von 76,8 auf 83 Zähler. Die von Reuters befragten Experten rechneten lediglich mit einem Anstieg auf 78,5 Punkte. Impfkampagnen und das 1,9 Billionen Dollar Konjunkturprogramm von US-Präsident Joe Biden beflügeln. Millionen Amerikanern winken Einmalschecks in Höhe von 1400 Dollar.

Solides Wachstum: Im vierten Quartal betrug die annualisierte Wachstumsrate des BIP zum Vorquartal 4,1%. Auf Jahresbasis im Quartalsvergleich liegt der Level der Wirtschaftsleistung noch 2,4% unter Vorjahresniveau.

Lichtblicke am Arbeitsmarkt: Bereits im Februar ist die Arbeitslosenquote von 6,3 auf 6,2% zurückgegangen, nachdem Sie im Dezember 2020 noch immer bei 6,7% lag. Und dieser Trend könnte sich bei Rücknahme diverser Corona-Maßnahmen im gesamten US-Bundesgebiet beschleunigen, zumal auch die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stark rückläufig sind. Sie gingen in der mit 6. März endenden Woche gegenüber der Vorwoche von 754.000 auf 712.000 zurück. Das ist bereits die dritte Woche in Folge mit Werten unter 800.000. Mittlerweile ist der niedrigste Stand seit vier Monaten erreicht. Dennoch legen diese Werte noch weit über jenen am Höhepunkt der Finanzkrise mit 665.000 im März 2009.

S&P 500: Stark positive Anpassung der Gewinnprognosen für Q1 21: Seit 31. Dezember 2020 (Stichtag: 12. März 2021) haben Analysten ihre aggregierten Gewinnschätzungen für die S&P 500 Unternehmen um 5,6% nach oben revidiert. In einem typischen Quartal senken Analysten im weiteren Verlauf ihre Prognosen – im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre sogar im Schnitt um 5,1%. Auch die Unternehmen sind optimistisch. 64%, also 60 von 94 Unternehmen, die einen Gewinnausblick auf das ersten Quartal 2021 veröffentlichten Daten einen positiven Ausblick verglichen mit einem 5-Jahres-Schnitt von nur 33%. Mittlerweile liegt laut FactSet das erwartete Gewinnwachstum in diesem Quartal bei 22,1% auf Jahresbasis. Diese positive Dynamik relativiert auch die aktuelle Bewertung. Die S&P-Werte haben nämlich ein 12-Monats-Forward-KGV von 21,9 (10-Jahres-Schnitt: 15,8). Doch erneut niedrige Zinsen und eine starke Wachstumsdynamik könnten den Markt weiter stützen und ein für heuer erwartetes Gewinnwachstum von 24,6% (steigende Tendenz) stimmt ebenfalls optimistisch.

Aktien - Europa

Verhaltene Gewinnerwartungen für die STOXX 600 Unternehmen im 4. Quartal 2020: Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 10,6 % Umsatzrückgang um 15,2% zurückgehen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -5,0 % bzw. -10,1 %. Von den 251 Unternehmen, die bis 9. März Gewinne für das vierte Quartal veröffentlichten, zeigten 64,9% eine positive Gewinnüberraschung.

Erholungsdynamik in Industrie: Das Industrieproduktionsniveau der EU lag im September noch 5,7% unter Vorjahresniveau, so reduzierte sich das Minus im November bereits auf -0,7% gefolgt von je +0,1 bzw.+0,3% in den Monaten Dezember 20 und Jänner 21. Da die Produktion wieder hochfuhr, verzeichneten in den Monaten Dezember 20 und Jänner 21 die Vorleistungsgüter auf Jahresbasis jeweils ein Plus von 4,8 bis bzw. 2,2% verglichen einem Minus von 4,2% im August. Das Minus bei den Investitionsgütern hat sich von -11,9% im August 20 bis Jänner 21 in ein Plus von 0,9% verwandelt.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Moderate Wachstumserwartungen der chinesischen Regierung: Anstatt 7 bis 9% - so wie die meisten Experten erwarten – hat die Regierung für 2021 ein Wachstumsziel von über 6% festgesetzt, eine Entwicklung, die die Märkte für Stahl und Eisenerz verunsichert, da nun Ängste vor einer Verlangsamung von Chinas Importaktivitäten aufkeimen. Die chinesische Wirtschaft stärkt immer mehr den Binnenfaktor, um von Exporten unabhängiger zu werden. China strebt sehr langfristig nach Autarkie.

Anleihen

Erneute Renditeanstiege: Joe Biden peitscht sein 1,9 Billionen Dollar Corona-Hilfspaket im Kongress durch. Zahlreiche Haushalte sollten sich über einen 1400 Dollar Scheck freuen. Fast alle Haushalte haben bereits 600 Dollar erhalten. Helikoptergeld kurbelt den Konsum an. Das ist gut für WalMart, Amazon und Co, aber schlecht für Staatsanleihen, da diese Politik inflationär wirkt und Bondinvestoren einen entsprechenden Inflationsausgleich verlangen. Interessant war diese Woche die Entscheidung der EZB, ihre Anleihenkäufe im Zuge des Pandemiekaufprogrammes PEPP zwischenzeitlich beschleunigen zu wollen. Doch nun das große ABER: Die EZB wollte die Anhebung der laufenden Anleihenkäufe im Rahmen des PEPP laut EZB-Chefin Christine Lagarde nicht alleine vornehmen, sondern im EZB-Rat zu besprechen. Das und die kurz bevorstehenden makroökonomischen Projektionen des volkswirtschaftlichen Stabs hätten die EZB daran gehindert, das Kaufvolumen in einer Einzelaktion anzuheben. Allerdings sind die Inflationserwartungen der EZB-Experten gestiegen, und zwar für heuer von 1,0 auf 1,5% und für 2022 von 1,1 auf 1,2% angehoben. Allerdings gibt es zwischenzeitlich noch Unsicherheiten und das BIP dürfte laut Lagarde im ersten Quartal schrumpfen Dafür sollte aber im Gesamtjahr die Wirtschaft des Euroraums um 4% wachsen, während für 2022 und 2023 jeweils Wachstumsraten von 4,1 bzw. 2,1% erwartet werden. Wie reagierten darauf 10jährige deutsche Bundesanleihen? Sie sind am Freitag um 3 Basispunkte auf -0,31% gestiegen. Quer durch den Euroraum stiegen am Freitag (Donnerstag Pressekonferenz der EZB) die Renditen der Staatsanleihen. In den USA Lag am Freitag bei zehnjährigen T-Bonds der Renditesprung bei 9 Basispunkten auf 1,62% (neues Jahreshoch). Auf Monatsbasis haben sich die Renditen hier schon um 42 Basispunkte verteuert. Ebenfalls im Anstieg befindlich sind die Renditen mexikanischer und brasilianischer Staatsanleihen.

HY-Corporae Bonds - Das Ende der Fahnenstange: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,42 Prozentpunkte (25.02.21) gesunken, Doch auf diesem Niveau waren bereits die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Mittlerweile folgte ein kleiner Anstieg auf 3,52 Prozentpunkte bis 11. März.

Edelmetalle und Rohstoffe

Renditeanstiege bzw. anhaltend höhere Renditeniveaus bei langlaufenden US-Treasuries führten zum Edelmetall-Ausverkauf: Der Goldpreis fiel auf ein Wochentief unter 1680 Dollar ehe wieder ein Rebound auf über 1720 Dollar folgte. Sowohl physisches Silber als auch Gold werden am Bullionmarkt immer knapper. Doch auf der Papierseite wird immer wieder Abwärtsdruck erzeugt ehe auf niedrigerem Niveau wieder eine verstärkte Nachfrage nach Gold und Silber vorherrscht.

Währungen

Kanadischer und australischer Dollar setzen ihre Stärke weiter fort. Offensichtlich wirken sich hohe Rohstoffpreise bereits positiv auf das BIP aus. Die US-Dollarstärke hat hingegen etwas an Momentum verloren, während der japanische Yen wieder leicht abwertete. Indessen wertet der schweizer Franken weiter ab, wenn auch nur marginal. Mit steigender Risikofreude der Anleger Stärke zeigten die Carry-Trade-Anlagewährungen, mexikanischer Peso, brasilianischer Real, russischer Rubel und südafrikanischer Rand.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

15.03.2021

China: Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze

USA: NY Empire-State-Produktionsindex

16.03.2021

Japan: Industrieproduktion

EUR: ZEW-Umfrage Konjunkturerwartungen

USA: Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels; Auktion Staatsanleihen 20 Jahre

17.03.2021

EUR: Inflationsdaten

USA: Baubeginne u. Baugenehmigungen;

Fed Zinssatzentscheidung,

FOMC Wirtschaftsprognose,

FOMC-Pressekonferenz

18.03.2021

UK: BoE Zinssatzentscheidung

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP

19.03.2021

Japan: Inflationsdaten, BoJ Zinssatzentscheidung und Pressekonferenz

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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