Arbeitsmarkt-Erholung treibt Anleihenrenditen nach oben: Waren die vorangegangenen Wochen geprägt von den Grenzen des Wachstums infolge von Lieferengpässen und Personalmangel so zeigte sich in der vergangenen Woche die Kehrseite der Medaille, nämlich ein starker Arbeitsmarkt, der Stimmen für frühere Drosselungen der Anleihenkäufe der Fed laut werden lässt. Die Arbeitslosenquote und Folgeanträge auf Arbeitslosenunterstützung erreichten die besten Werte seit März 2020, dem Beginn der Pandemie-Wirtschaft in den USA. Sowohl in den USA als auch in China hat sich gemäß wichtiger Einkaufsmanagerindizes die Stimmung im Service-Sektor verbessert. Hingegen die Zahlen aus der US-Industrie sind durchwachsen: Der ISM Einkaufsmanager-Index für die Industrie war im Juli um 1,1 auf 59,5 Zähler rückläufig. Analysten rechneten mit 61 Punkten. Vor allem hat die Pricing-Power der Unternehmen nachgelassen, was bald zu einer Reihe von Gewinnwarnungen führen könnte. Auf der anderen Seite verbesserte sich der Beschäftigungsindikator, was sich auch in den Arbeitsmarktdaten widerspiegelt. Dies könnte den USA Spielraum für weitere Strafzölle gegen China geben. Das Thema Cyberattacken durch chinesische Hacker ist in allen Medien und Experten schließen mittlerweile einen Krieg zwischen den USA und China nicht mehr aus. Neben diesen geopolitischen Faktoren, einem Vormarsch der Taliban in Afghanistan sowie einer zunehmenden Ausbreitung der Corona-Delta-Variante mehren sich erneut die Risikofaktoren an den Finanzmärkten.