PC - Weekly 2021 KW 45

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Geldpolitische Klarheit: Bis dato kaufte die Fed monatlich Anleihen für 120 Mrd. Dollar – ein Zustand dessen Ende mittlerweile schon länger erwartet war. Vergangenen Mittwoch ließ dann die Fed die Katze aus dem Sack: Noch in diesem Monat beginnt sie damit pro Monat ihre Käufe von US-Staatspapieren um 10, und jene von Hypothekenpapieren um 5 Mrd. USD, zu senken. Insgesamt sollten von Monat zu Monat um 15 Mrd. USD weniger Assets aufgekauft werden, womit das Programm im Juni 2022 komplett beendet wäre. Die USA erwarten für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von über 6% und in einer Mitteilung verwies die Fed auf „substanzielle weitere Fortschritte“ bei ihrem Ziel, möglichst Vollbeschäftigung und eine Inflationsrate von durchschnittlich 2% zu erreichen. Als entscheidend für die Zinspolitik in den USA gelten weiterhin die wirtschaftliche Erholung und die Arbeitsmarktentwicklung. Letztere ist sehr stark: Zuletzt schuf laut Umfrage des Personaldienstleisters ADP die US-Privatwirtschaft 571.000 neue Stellen. Erste Zinsschritte erwarten nun Analysten bereits ab dem vierten Quartal 2022. Als Richtwert gelten hier wenige Monate nach dem Ende der Anleihenkäufe. Da sich die geldpolitische Wende schon seit längerem abzeichnet, blieb auch der Aktienmarkt freundlich. Allerdings werden bei Zinsanstiegen margenschwache Unternehmen mit hoher Verschuldung auf der Verliererseite stehen.

US Produktionsbereich stabil auf hohem Niveau: Laut Manufacturing ISM Report On Business ist der stark expandierende Produktionssektor von September auf Oktober nach wie vor intakt. 16 von 18 Branchen expandieren. Allerdings kühlen die Neuaufträge etwas ab.  Der entsprechende Index brach um 6,9 auf 59,8 Punkte ein. Der Output Level verharrt auf hohem Niveau.

Historisches Hoch im Dienstleistungssektor der USA: Der Services PMI des ISM stieg um 4,8 auf 667 Punkte und markierte somit ein neues Rekordhoch. Die Geschäftsaktivitäten sind so stark wie nie zuvor. Indessen stiegen die Input-Preise so stark wie seit September 2005 nicht mehr, während die Lager noch leerer wurden.

Weiter Sinkende Arbeitslosigkeit: Konjunkturell positiv, aber geldpolitisch negativ (spricht für baldige Zinsanhebungen der Fed) war ein Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um weitere 14.000 auf 269.000. Das ist der niedrigste Level seit 14. März 2020 (damals 256.000). Die Folgeanträge fielen um 134.000 auf knapp über Millionen Einwohner. Mittlerweile wird in vielen Branchen Personal knapp und die Lohn-Preis-Spirale nimmt ihren Verlauf.

Noch Wachstumsdynamik im S&P 500, aber...: Von den 89% der S&P 500 Firmen, die per 5. November Gewinne veröffentlichten, meldeten 81% eine positive Gewinnüberraschung (höher als Analystenprognosen). (vgl. mit 5-Jahresschnitt von 76%). Bei den aggregierten veröffentlichten und erwarteten Gewinnen für das 3. Quartal würde zwar noch mit 39,1% die dritthöchste Wachstumsrate seit 2010 erreicht, doch der Ausblick auf das vierte Quartal ist bereits getrübt: 41 S&P 500 Firmen gaben negative Gewinnvorschauen ab, denen 26 positive gegenüberstanden. Im vierten Quartal sollten sich laut FactSet die Gewinnzuwächse auf 21,1% verlangsamen und 2022 ist bei 7% Umsatzwachstum nur noch 3,6% Gewinnwachstum zu erwarten. Die Preis-Kosten-Schere wird ein Thema. Ein 12-Monats-Forward-KGV von 21,4 erscheint zur Zeit bereits etwas ambitioniert.

Aktien - Europa

Gewinnschub im dritten Quartal erwartet: Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 57,2% wachsen. Ohne Energiesektor wäre es noch immer ein Plus von 42,4%. Die stärksten Zuwächse werden im Energiesektor, bei Industriewaren und Grundstoffen erwartet. Von den 166 Firmen die Gewinne für das dritte Quartal 2021 veröffentlichten, meldeten 65,7% Gewinne über den Analystenschätzungen, verglichen mit 52% in einem typischen Quartal. Allerdings wird ab dem ersten Quartal 2022 eine signifikante Wachstumsverlangsamung erwartet. Im 3. Quartal 2022 sollten im STOXX 600 bei 0,4% Umsatzrückgang die Gewinne nur noch 5,7% wachsen.

Osteuropäische Aktien noch günstig bewertet: Europas Konjunktur wird von den Medien generell kritischer betrachtet als jene der USA. Doch Osteuropa weist höhere Wachstumsdynamik auf, zumal eine Reihe von Länderindizes eine höhere Erdöl/Erdgas-Exposure sowie Bankengewichtung (Banken profitieren von jüngsten Zinsanstiegen) zeigen. Im aus 45 Werten bestehenden MSCI Emerging Markets Eastern Europe lag per 29. Oktober 2021 bei einer Dividendenrendite von 4,2% das Kurs/Buchwert-Verhältnis bei 1,39. Nimmt man den MSCI ACWI IMI (globaler Aktienindex), so stehen dort einer Dividendenrendite von 1,70% ein Kurs/Buchwert-Verhältnis von 2,93  gegenüber. Ebenfalls ein klarer Abschlag ist beim Forward-KGV zu erkennen. 7,62 im MSCI EM Eastern Europe stehen 18,39 im MSCI ACWI  IMI gegenüber.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Lichtblicke in Chinas Industrie: Der Caixin/Markit Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) stieg im Oktober von der Kontraktionsgrenze 50 (September) auf 50,6 Punkte und somit auf den höchsten Stand seit Juni. Volkswirte gingen lediglich von 50 Punkten aus. Allerdings waren die Exportauftragseingänge den dritten Monat in Folge rückläufig. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten Experten von 2021 auf 2022 einen Rückgang von Chinas Wirtschaftswachstum von 8,2 auf 5,5%. Das wäre bereits ein kritisches Niveau auf dem strukturelle Schwächen des Immobilienmarktes kritisch für Banken werden können.

Anleihen

Geldpolitisch sind in der Fed die Würfel gefallen und die Bondmärkte atmen auf: Sollten die aktuell explodierenden Coronazahlen nicht wieder weitere Lockdowns und Hilfen erfordern, so ist dies aktuell zwar nur eine Gegenbewegung nach jüngsten Renditeanstiegen. Trotzdem ist erwähnenswert, dass gerade die Ankündigung der Fed, ab Mitte November ihre monatlichen Anleihenkäufe um 15 Mrd. USD zu drosseln, zu folgender Marktreaktion führte: In den USA waren in den vergangenen 2 Wochen die Renditen 10jähriger Staatsanleihen von 1,63 auf 1,45% rückläufig. Laufzeitkongruente deutsche Bundesanleihen verzeichneten einen Renditerückgang um 17 BP auf -0,28%. Auf Monatsbasis um einen Zehntelprozentpunkt rückläufig sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden und um 6 BP in Spanien. Fakt ist, dass heuer die EZB noch immer faktisch die gesamten Nettoemissionen der Peripherieländer der Eurozone durch Anleihenkäufe absorbierte. Allerdings wird die EZB ihre Corona-Maßnahmen schrittweise zurückfahren. Während quer durch Osteuropa die Notenbanken bereits begonnen haben, ihre Leitzinsen anzuheben, könnte es in der EZB bis zu ersten Leitzinsanhebung noch bis 2023 dauern. In den USA preisen indessen die Fed-Fund-Futures-Preise die erste Leitzinsanhebung voraussichtlich für die Fed Sitzung am 15. Juni 2022 ein (Wahrscheinlichkeit 53,3% am 29.10. noch bei 34,4%).

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange?: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger von 5,64 Prozentpunkte (24.09.20.) auf 3,19 Prozentpunkte (04.1.21) gesunken. Auf diesem Niveau sind die langfristig erwarteten Kreditverluste nicht mehr abgedeckt. Aber die Märkte preisen für 2022 nur noch globale Ausfallsquoten von weniger als 2% ein (langfristiger Durchschnitt bei 4,2%), zumal sie heuer auf 12-Monats-Sicht nur noch bei 3% lagen.  Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die absoluten Tiefststände bereits  hinter uns liegen könnten.

Edelmetalle und Rohstoffe

Gegenbewegungen: Während Agrarrohstoffe und Buntmetalle quer durch die Bank Schwäche zeigen, profitieren die Edelmetallnotierungen von rückläufigen Renditen, während ein starker Dollar hier wieder bremst. Copper Grade A verhielt sich indessen relativ stabil. Der Kupfermarkt geht in ein Angebotsdefizit über weshalb noch weiteres Preispotenzial bestehen könnte: Citigroup erwartet 2021 ein weltweites Kupfer-Angebotsdefizit von 521 Tonnen. Um bis zum Jahr 2030 einer Ausweitung des Angebotsdefizits auf 4,7 Millionen Tonnen entgegenzuwirken, müssten über 100 Mrd. USD investiert werden – so eine Schätzung der CRU-Group.

Währungen

Dollaraufwertung verliert an Dynamik: Die Klarheit über weitere Geldpolitik der Fed bremste die Aufwertung des Dollar. Hingegen einen Schwächeanfall zum Euro erlitt das Britische Pfund nachdem sich immer mehr die negativen Folgen des Brexits zeigen. Vor allem hohe Inflation und Lieferengpässe machen Großbritannien zu schaffen. Hingegen eine festere Woche erlebten der Brasilianische Real, der Südafrikanische Rand und der mexikanische Peso – Öl/Rohstoffwährungen, die von jüngsten Entwicklungen profitieren.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

08.11.2021

Japan: Führender Wirtschaftsindex
EUR: Treffen der Eurogruppe

09.11.2021

Japan: Leistungsbilanz
EUR: EcoFin-Treffen, ZEW-Konjunkturerwartungen
USA: Erzeugerpreisindex

10.11.2021

China: Erzeuger- und Verbraucherpreisindex
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung; Inflationsdaten

11.11.2021

EUR: Wirtschafsbulletin
UK: BIP, Industrieproduktion

12.11.2021

EUR: Industrieproduktion
USA: Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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