PC - Weekly 2022 KW 3

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Inflationsbeschleunigung: Die Inflationsrate beschleunigte sich von November auf Dezember von 6,8 auf 7,0%, was den höchsten Stand seit 1982 bedeutet. Besonders deutlich stiegen die Preise für Gebraucht- und Neuwagen sowie Hotelübernachtungen. Die Kerninflation ex Energie und Lebensmittelpreise beschleunigte sich von 4,9 auf 5,5%, während Volkswirte von einem Plus auf 5,4% ausgingen. Die Inflationsrate für das Gesamtjahr 2021 lag mit 4,7% auf dem höchsten Stand seit 1990 und somit weit über dem 2% Inflationsziel der Fed, die unter Zugzwang steht. Eine Zinswende wird schneller als erwartet geplant und die ersten Entscheidungsträger der Fed sprachen sich für eine erste Zinserhöhung schon im März aus. Aber einen genauen Zeitpunkt ließ Powell in einer Senatsanhörung noch offen. Die Märkte preisen aber bereits drei Leitzinsanhebungen ein. Zwar kommt es statistisch betrachtet meist nie so weit wie ursprünglich vorhergesagt. Aber sollte sich die Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen wird es gefährlich. Doch hier scheint die Omikron-Welle wieder für Entspannung zu sorgen, denn nach Werten nach des 52-Jahres-Tiefs sind vergangene Woche die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 23.000 auf 230.000 gestiegen während die Folgeanträge mit einem Rückgang um 1994.000 au 1.599 Millionen noch nachhinken. Dies und ein deutlich rückläufiger Einzelhandel sorgten wieder für eine entspannende Gegenreaktion an der Zinsfront. Gleichzeitig verliefen diplomatische Verhandlungen zwischen USA und Russland in der Ukrainefrage ergebnislos und die Gefahr eines Krieges ist so groß wie noch nie in den vergangenen Jahrzehnten.

Schwacher Einzelhandel: Die Erholung des Einzelhandels verliert schlichtweg an Dynamik. Die US Einzelhandelsumsätze inklusive Lebensmitteldienste waren von November auf Dezember um 1,9% rückläufig, zeigen aber auf Jahresbasis im Dezember noch immer eine Steigerung von 16,9% was schon eine Verlangsamung gegenüber dem Jahrestrend mit plus 19,3% darstellt. Allerdings war der Versand- und Online Handel 8,7% rückläufig und der Jahreszuwachs war mit 10,7% nicht mehr berauschend. Hingegen wegen der Teuerung stiegen die Benzin-Tankstellenumsätze um 41%.

Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind erneut im Anstieg: Um 23.000 auf 230.000 stiegen die Erstanträge au Arbeitslosenunterstützung. Im Vier-Wochenschnitt gab es einen Anstieg von 204.500 au 210.750. Vermehrte Lockdowns im Dienstleistungssektor machen sich bemerkbar.

Stabile Gewinnerwartungen im S&P: 20 der S&P 500 Unternehmen haben bereits ihre Gewinne für das vierte Quartal veröffentlicht. 76% veröffentlichten Gewinne über den Analystenschätzungen – eine Quote im Einklang mit dem 5-Jahresschnitt. Aggregiert liegen die Gewinne mit 7,5% über den Schätzungen, während hier der 5-Jahresschnitt bei 8,6% liegt. Doch mischt man diese Veröffentlichungen mit aktuellen Vorschauen der Firmen, dann würde das Gewinnwachstum im vierten Quartal 21,8% (Schätzungen zum 31.12.: 21,4%) betragen. Damit läge das Wachstum bereits vier Quartale hintereinander über 20%, was u.a. auf Basiseffekte durch niedrigere Gewinne im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Wachstumsrate läge auch über dem Fünf-Jahresschnitt von 13,7%. Neun von elf Sektoren sollten unter der Führung der Bereiche Energie, Grundstoffe und Industriegüter wachsen. Die erwartete Nettogewinnmarge für das vierte Quartal liegt mit 11,9% über dem Fünf-Jahresschnitt von 11,0% - so die Daten von FactSet. Für das Gesamtjahr 2022 erwarten Analysten bei 7,6% Umsatzsteigerung der S&P 500 Firmen nur noch 9,5% Gewinnwachstum Das aktuelle 12-Monats-Forward-KGV liegt bei 21,1 und mit weit über dem 10-Jahresschnitt von 16,7. Die Unternehmen sind teuer bewertet, die Wachstumsdynamik nimmt ab und die Crashgefahr steigt.

Aktien - Europa

Europäische Aktien mit Value Bonus: Nimmt man den aus 432 Komponenten bestehenden MSCI Europe Index, so ist dieser gegenüber dem MSCI World erheblich günstiger bewertet. Vor allem im Industriebereich und im Energiesektor sind noch kräftige Gewinnschübe möglich. Während einem aktuellen KGV von 18 (per 31.12.21) im MSCI Europa eines von 22,74 im MSCI World gegenübersteht, liegt das 12-Monats-Forward-KGV im MSCI Europa nur noch bei 15,4 vs. 19,5 im MSCI World. In Europa steht eine Dividendenrendite von 2,47% einer von 1,66% im MSCI World gegenüber.

Sinkende Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote hat im November in der Eurozone den tiefsten Stand seit März 2020 erreicht. Bereinigt um saisonale Schwankungen ging sie von Oktober auf November von 7,3 auf 7,2% zurück. Die Zahl der Arbeitslosen war im Monatsvergleich um 222.000 und im Jahresvergleich um 1,41 Millionen auf 11,83 Millionen Einwohner rückläufig. Die niedrigsten AL-Quoten wiesen im November die Niederlande und Deutschland mit je 2,7 bzw. 3,2% auf, die höchsten Spanien (14,1%) und Griechenland (13,4%). Doch die neue Corona-Welle und Lieferausfälle könnten den Jobmarkt erneut belasten.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas konjunkturelle Abkühlung: Obwohl Chinas BIP-Wachstum über das Gesamtjahr 2021 bei 8,1% lag, hat es sich vom dritten auf das vierte Quartal von 4,9 auf 4,0% verlangsamt. Offensichtlich steht die Binnenwirtschaft unter dreifachem Druck eines Nachfragerückgangs, eines Angebotsschocks, und schwächerer Erwartungen. Wächst Chinas Industrieproduktion auf Jahressicht noch um 9,6%, so waren es im Dezember offiziell nur noch 4,3%. Gleichzeitig zeigt auch die chinesische Binnenwirtschaft Schwäche. Erkennbar ist dies an einem weiteren Rückgang des Wachstums im Einzelhandel von November auf Dezember von 3,9 auf 1,7%. Mittlerweile hat die Chinesische Zentralbank heute gleich zwei wichtige Leitzinsen gesenkt, nämlich den Zinssatz für einjährige Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken um 0,1 PP auf 2,85%, und den Zins für einwöchige Wertpapiergeschäfte ebenfalls um 0,1 PP auf 2,1%. Gleichzeitig versorgte die People‘s Bank of China das Finanzsystem mit zusätzlicher Liquidität.

Anleihen

Bond-Crash-Szenario noch intakt: Die US-Inflationsrate stieg von November auf Dezember von 6,8 auf 7,0% und somit den höchsten Stand seit 1982. Im Euroraum erfolgte im Dezember ein weiterer Anstieg um 0,1 PP auf 5% und somit einen neuen Rekordwert. Immer weniger Fachkräfte wollen noch arbeiten und die Lohn-Preis-Spirale beginnt sich zu drehen. Während in den USA noch von 3 Zinsanhebungen im laufenden Jahr ausgegangen wird, nimmt die Pandemie ihren Verlauf und die Leitwirtschaft China zeigte dermaßen starke konjunkturelle Schwächeanfälle, dass die Zentralbank gleich zwei Leitzinssätze um jeweils 0,1 Prozentpunkte ermäßigte. Per Saldo blieben bis Montag Vormittag die Renditen bei 1,78 – nur um einen Basispunkt unter dem Wert der Vorwoche. Laufzeitkongruente deutsche Bundesanleihen zeigten gleichbleibende Renditen von -0,04%, während der asiatische Raum inklusive Japan, Australien, Neuseeland, Hongkong und Singapur kräftige Renditeanstiege – auf Monatsbasis bis zu 0,38 PP (Hongkong) zeigt. Indessen preist das Fedwatch-Tool wegen Inflationssignalen bereits die erste Leitzinsanhebung für die Fed-Sitzung am 26. Jänner 2022 ein, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 94,4%. Ob es tatsächlich schon zum Leitzinsanstieg kommt, bleibt abzuwarten.

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange?: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken, das nur noch globale Ausfallsraten von weniger als 2% einpreist. Doch konjunkturelle Risiken steigen. Ein Niveau von zuletzt (13.1.), 3,10 Prozentpunkte, ist schlichtweg zu niedrig!

Edelmetalle und Rohstoffe

Ölpreis steigt, Holz im Aufwind:  Zum Jahresauftakt haben sich die OPEC und Russland darauf geeinigt, ihre schrittweisen monatlichen Produktionssteigerungen im Februar fortzusetzen und die Produktion um 400.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Doch mangelnde Investitionen in Förderungen werden in einigen Ländern zunehmend ein Problem. Konkret können einige OPEC-Staaten ihre Ölproduktion nicht hochfahren und dies trotz einer laut IEA höheren Nachfrage. Ein allzu schneller Aufschwung kann zu Knappheit führen – Überlegungen, die steigende Ölpreise bewirkten. Indessen setzte sich bei Holz der Höhenflug weiter fort. Pellets-Heizungen und Bauboom in USA beflügeln. Gleichzeitig führen inflationäre Tendenzen zu einer Stabilisierung der Edelmetallpreise.

Währungen

USD beginnt abzuschwächen: Die Leitzinsanhebungserwartungen dürften nun im Dollarkurs eingepreist sein, zumal dieser bereits am Rückzug (gegenüber Euro) ist. Gleichzeitig zeigt der Schweizer Franken mehr Stärke, zumal die Kriegsgefahr ausgehend von Russland so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Entsprechend schwächt der Rubel zum Euro ab, denn weitere Sanktionen gegen Russland winken in der Ukraine-Krise. Hingegen in der Türkischen Lira zeigen sich vorübergehende Stabilisierungstendenzen, die aber jederzeit enden können.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

17.01.2022

China: Industrieproduktion, NBS Pressekonferenz, BIP-Daten

18.01.2022

Japan: BoJ Zinssatzenttscheidung u. Prognosebericht
EUR: ZEW-Umfrage

19.01.2022

International: Weltwirtschaftsforum - Davos
UK: Inflationsdaten
USA: Baugenehmigungen, Baubeginne

20.01.2022

EUR: Verbraucherpreisindex, EZB Accounts, Zusammenfassung geldpolitische Sitzung
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung; Philly-Fed-Herstellungsindex,

21.01.2022

Japan: Inflationsdaten und BoJ Sitzungsprotokoll
UK: Einzelhandelsumsätze
EUR: Rede EZB-Präsidentin Lagarde
USA: Baker Hughes Plattform Zählung

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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