PC - Weekly 2022 KW 7

Marktdaten / Marktüberblick

Aktien – USA

Inflationsalarm:  Im Jänner 2022 beschleunigte sich die Teuerung von 7,0 % im Dezember 2021 auf 7,5% und somit den höchsten Wert seit Februar 1982. Analysten rechneten nur mit 7,3%. Selbst die Kernrate ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel stieg von 5,5 auf 6,0% und somit stärker als erwartet. Stark steigende Energiepreise infolge explodierender Gaspreise sind die Ursache. Hinzukommen Lieferengpässe und ein ausgetrockneter Arbeitsmarkt an dem sich eine Lohn/Preis-Spirale entzünden kann, zumal sich die Jahresteuerung der Stundenlöhne von Dezember auf Jänner von 4,7 auf 5,7% beschleunigte. Immer mehr dominiert das Inflationsthema in den USA im Vorfeld der Kongress-Zwischenwahl am 8. November die politischen Debatten und US-Präsident Joe Biden zeigt sich kämpferisch gegen die Inflation: „Wir werden es schaffen, Preiserhöhungen zu bewältigen und einen starken, nachhaltigen Aufschwung aufrechtzuerhalten. Das ist mein Ziel, und ich konzentriere mich jeden Tag darauf, es zu erreichen.“ Der Futuresmarkt preist somit gleich eine stärkere Leitzinsanhebung um 0,5 Prozentpunkte am 16. März ein (Fed-Entscheidung), während James Bullard, Präsident der Fed von St. Louis gleich bis Juli eine Leitzinsanhebung um einen vollen Prozentpunkt befürwortet. Indessen treiben die geopolitischen Spannungen Russland-Ukraine die Weizen- und Ölpreise nach oben. Dieser Konflikt ist inflationstreibend, da im Worst Case Erdgaslieferausfälle für Europa drohen.

US-Arbeitsmarkt bleibt zu stark: In den Monaten Dezember 2021 und Jänner 2022 entstanden außerhalb der Landwirtschaft jeweils 510.000 bzw. 467.000 Stellen. Trotz Omikron stieg die Arbeitslosenquote von Dezember auf Jänner lediglich von 3,9 auf 4,0%, was aber aufgrund des Zustroms an Arbeitskräften auf eine auf 62,2% gestiegene Partizipationsrate zurückzuführen ist.  In der Woche endend am 5. Februar fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 16.000 auf 223.000. Die Anzahl der Folgeanträge verharrte auf 1,615 Millionen.

Inflation drückt Konsumentenstimmung auf 10-Jahres-Tief: Der vorläufige Konsumklima-Index der Universität Michigan fiel in der ersten Monatshälfte Februar 2022 von 67,2 Punkte im Jänner auf 61,7 Punkte und den somit niedrigsten Stand seit Oktober 2011, während von Reuters befragte Volkswirte noch von einem Anstieg auf 67,5 Punkte ausgingen. Der Index der aktuellen Wirtschaftseinschätzung fiel auf den niedrigsten Stand seit August 2011 und jener der Erwartungen von 64,1 Punkten im Jänner auf 57,4 Punkte und somit den tiefsten Stand seit November 2011. Haushalte mit Einkommen über 100.000 sorgen sich zunehmend über den Einfluss der Inflation auf ihre persönliche Finanzsituation und zeigten eine besonders auffällige Stimmungsverschlechterung.

Nachlassende Gewinnwachstumsdynamik im S&P: Bis zum 11. Februar 2022 haben 72% aller S&P 500 Firmen ihre Gewinne für das vierte Quartal 2021 veröffentlicht. Von diesen veröffentlichten 77% Gewinne über den Analystenschätzungen vs. 76% im 5-Jahres-Schnitt. Aggregiert lagen die Gewinne um 8,6% über den Schätzungen, was exakt den 5-Jahres-Durchschnitt trifft. Nimmt man aktuelle Veröffentlichungen und Gewinnschätzungen, dann haben sich die Gewinnwachstumsaussichten für das vierte Quartal (im S&P 500) gegenüber der Vorwoche von 29,2 auf 30,3% verbessert.  Damit wäre das vierte Quartal mit einem Gewinnwachstum von über 30% in Folge greifbar nahe. Zuletzt gab es eine solche Entwicklung von Q4 2009 bis Q3 2010. Allerdings kann es heuer zu einer deutlichen Abkühlung des Gewinnwachstums kommen. Bei 8,1% Umsatzwachstum sollen die Unternehmensgewinne im S&P 500 nur noch um 8,5% wachsen, weshalb ein 12-Monats-Forward-KGV von 19,8 (10-Jahres-Schnitt: 16,7) bereits etwas ambitioniert erscheint.

Aktien - Europa

Starkes viertes Earning-Quartal 2021: Während sich in den USA bereits eine Abkühlung der Quartalsgewinnzuwächse bemerkbar macht, herrscht in Europa noch eine starke Aufwärtsdynamik, denn: Bis 8. Februar veröffentlichten 96 STOXX 600 Firmen Gewinne für das vierte Quartal von denen 62,5% die Analystenprognosen übertrafen. In einem gewöhnlichen Quartal liegt diese Quote nur bei 52%. Laut Schätzungskonsens von Refinitiv sollten die Gewinne der STOXX 600 Unternehmen im vierten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 56,2% (ohne Energiesektor: 38%) wachsen. Im Gesamtjahr 2021 erwarten Analysten einen Gewinnzuwachs von 73,2% (vgl. vor 3 Wochen: Da waren es noch 66,7%).

Kritische Prognosen der EU-Kommission: In ihrer Winterprognose 2022 geht die EU-Kommission davon aus, dass die EU-Wirtschaft nach einer Expansion um 5,3% im Jahr 2021 sich im Wachstum des Jahres 2022 auf 4,0% verlangsamen wird ehe das BIP-Wachstum 2023 sogar auf 2,8% (Eurozone 2,7%) zurückgeht. Die Inflation soll indessen von 2,9% im Jahr 2021 auf 3,9% (EU) steigen ehe 2023 wieder ein Rückgang auf 1,9% folgen sollte.

Aktien - Schwellenländer / Asien

Chinas Konjunktur weiter auf Sparflamme: Die Meldungen zur Konjunkturschwäche Chinas mehren sich. Zuletzt fiel der Caixin/Markit Services Purchasing Managers Index (PMI) von Dezember 2021 auf Jänner 2022 von 53,1 auf 51,4 Punkte, ein Wert, der nur noch knapp über der Kontraktionsgrenze von 50 Punkten liegt, und ein 5-Monats-Tief markiert. Der Subindex für Auftragseingänge kühlte weiter von 52,5 auf 51,1 Punkte ab. Ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit August 2021 von 53 auf 50,1 Punkte fiel im Jänner der Caixin composite PMI, der sowohl Produktion als auch Dienstleistung abdeckt.

Anleihen

Inflation diktiert Notenbanken Gesetz des Handelns: Mehr denn je zwingt die Inflation nun die westlichen Notenbanken zum Handeln. In diversen Schwellenländern, Australien, Neuseeland und auch Großbritannien hat im Gegensatz zu den USA und dem Euroraum ein neuer Zinsanhebungszyklus bereits schon längst begonnen Im Euroraum stieg im Jänner die Inflationsrate auf einen erneuten Rekordwert von 5,1% während sich in den USA immer mehr die Lohn-Preis-Spirale in Gang setzt. So stiegen im Jänner die Stundenlöhne bereits um 5,7% und die Inflationsrate im Jänner sprang von 7,0 auf 7,5% und somit ein 40-Jahres-Hoch. Gleichzeitig fordert ein geldpolitischer Entscheidungsträger in den USA bis Juli 2022 gleich eine Leitzinsanhebung um einen vollen Prozentpunkt! Das erinnert ältere Semester an den einstigen Fed-Chef Paul Volcker Anfang der 80er-Jahre. Unter ihm gab es ein zweistelliges Zinsniveau. Zusätzlicher inflationärer Brandbeschleuniger ist der Ukraine-Konflikt, zumal er Öl und Weizenpreise immer weiter nach oben treibt. Da die Teuerung bereits für den Übergang in eine Phase der Stagflation spricht und weltweit die Konjunktur zunehmend fragiler wird, hielt sich im Wochenvergleich der Renditeanstieg zehnjähriger US-Treasuries um 5 Basispunkte auf 1,96% in engen Grenzen. Die Rendite laufzeitkongruenter Deutscher Bundesanleihen hat sich nur noch um 3 Basispunkt auf 0,23% erhöht. Kritisch sieht indessen auf Monatsbasis die Renditeentwicklung zehnjähriger griechischer Staatsanleihen aus: Hier stieg die Rendite um 109 Basispunkte auf 2,59% und auf Jahresbasis liegt der Anstieg bei satten 1,85 Prozentpunkten. In Italien lag die Jahresverteuerung der zehnjährigen Rendite bei 1,46 Prozentpunkten (letzter Stand: 1,91%). Die EZB hat gerade erst mit der Drosselung ihrer Anleihenkäufe begonnen. Inflationsbekämpfung vs. Verhinderung einer erneuten Staatsanleihenkrise der Peripherieländer – lautet nun das Motto der EZB, die sich gerade in einer kritischen Zwickmühle befindet

HY-Corporate Bonds - Das Ende der Fahnenstange?: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge steigender Risikofreude der Anleger zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken, das nur noch globale Ausfallsraten von weniger als 2% einpreist. Doch konjunkturelle Risiken steigen. Ein Niveau von zwischenzeitlich (20.1.) 3,10 Prozentpunkte war – wie angekündigt - schlichtweg zu niedrig! Zuletzt weiteten sich die Spreads wieder auf bis zu 3,6 Prozentpunkte aus ehe bis 10. Februar wieder ein Rückgang auf 3,44 Punkte erfolgte.

Edelmetalle und Rohstoffe

Im Bann der Ukraine-Krise Teil II: Durch die Ukraine gehen wichtige Erdgaspipelines und die Ukraine ist ein bedeutender Weizenproduzent. Die USA verbreiten Gerüchte, wonach ein russischer Einmarsch in die Ukraine unmittelbar bevorsteht. Ängste vor einer Kappung der Versorgung trieben zuletzt Öl und Weizenpreise nach oben. Trotz Renditeanstiegen im USD verhielten sich Gold und Silber nicht nur stabil sondern verzeichneten sogar Preissteigerungen. Die beiden Edelmetalle zeigen nun bereits Inflations- und Krisenschutzeigenschaften.

Währungen

Dollarstärke: Aktienmärkte stehen unter Druck und die geopolitischen Spannungen nehmen zu. Gemäß dem Motto: „zurück ins Zentrum“ repatriieren US-Anleger Auslandspositionen indem sie Aktien und Anleihen im Ausland verkaufen und den Erlös wieder zurück in US-Dollar tauschen. Ähnlich verhalten sich auch die Japaner, was den stabilen Yen erklärt. Der Schweizer Franken dient mittlerweile wieder als Anti-Krisenwährung und wertete zum Euro auf. Tendenziell erneut unter Druck steht der Russische Rubel (Sanktionen winken), während der Südafrikanische Rand sogar um knapp 3% aufwertete. Ebenfalls fester sind Mexikanischer Peso und Brasilianischer Real, was auf steigende Öl- und Rohstoffpreise zurückzuführen ist.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

14.02.2022

Deutschland: Deutsche Bundesbank Monatsbericht

15.02.2022

Japan: BIP-Daten, Industrieproduktion

Deutschland: Verbraucherpreisindex

EUR: BIP-Daten, ZEW-Konjunkturerwartungen

USA: Erzeugerpreisindex

16.02.2022

China: Inflationsdaten u. Erzeugerpreisindex

EUR: Industrieproduktion

USA: Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels, FOMC-Protokoll

17.02.2022

Japan: Exporte, Importe, Maschinenbestellungen

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung; Baugenehmigungen, Baubeginne, Philly-Fed-Herstellungsindex

18.02.2022

Japan: Inflationsdaten

EUR: Verbrauchervertrauen u. Bauleistung

USA: Verkäufe bestehender Häuser

Galt in der Vergangenen Woche als positiver Markttreiber

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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