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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 11

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die Corona-Epidemie hat bereits vor zwei Wochen die kritische Masse erreicht, um am Aktienmarkt eine überraschend schnelle Korrektur der Geschichte einzuleiten, ehe eine volatile Woche mit Gegenbewegungen folgte, denn: Am Dienstag, dem 3. März hielten die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten einen Emergency-Call ab. Danach kündigten sie konkrete Gegenmaßnahmen an, darunter auch höhere Staatsausgaben falls erforderlich und nur wenige Stunden später folgte bereits die erste Notfall-Zinssenkung der US-Notenbank (Fed), die ihre Fed-Fundrate um 0,5 Prozentpunkte auf ein Niveau von 1,00 bis 1,25% senkte. Gleichzeitig reduzierten die Notenbanken Bahrains, Hongkongs und Saudi Arabiens im gleichen Ausmaß und jene Malaysias und Australiens um je 0,25 PP, während Tags darauf die Kanadische Zentralbank und jene Moldawiens ihre Leitzinsen um jeweils 0,5 Prozentpunkte zurücknahmen. In Macau folgte sogar eine Senkung um einen Prozentpunkt auf 4,50%. Doch die Krise hat schon zuviel Schaden angerichtet. Das ist seit der jüngsten Prognoserevision der OECD (2. März) nun amtlich Die Kernaussage der OECD Volkswirte lautet: „Das Coronavirus ist die größte Gefahr für die Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise“. Selbst im günstigsten Fall einer nur schwachen Virusverbreitung über China hinaus wird sich laut OECD das weltweite Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte als Folge unterbrochener Lieferketten, eines Tourismus-Einbruchs und einer Verschlechterung des Geschäftsklimas voraussichtlich stark verringern. Von 2019 auf 2020 sollte sich das Weltwirtschaftswachstum von 2,9 auf 2,4% abschwächen, wobei die OECD-Volkswirte Chinas Wachstumsaussichten von 6,1% im Jahr 2019 für heuer auf deutlich unter 5% absenken. Hingegen eine breitere Ansteckungswelle im Asien-Pazifik-Raum und den Industrieländern könnte das globale Wachstum auf 1,5% reduzieren (halb so stark wie die OECD-Prognose von November 2019!). Letzteres Szenario wird mit der zunehmenden Ausbreitung weltweit immer wahrscheinlicher. Mehrere Städte in Norditalien sind abgeriegelt, in Kalifornien ist der Notstand ausgerufen und vor allem in Südkorea ist mit zuletzt mehr als 7.300 Fällen die Lage außer Kontrolle geraten.

Eine Stütze erhielt der Aktienmarkt dadurch, dass unter den Demokraten der Präsidentschaftskandidat, Joe Biden, vor dem „Sozialisten“ Bernie Sanders in Führung liegt. Doch die Vorwahlen sind noch lange nicht entschieden. Joe Biden stellt jedoch, Medienberichten zufolge, aufgrund einer zeitweisen „Verwirrtheit“ (verwechselt angeblich Personen und Orte) keine Alternative zu US-Präsident Donald Trump dar.

Der Dienstleistungssektor bzw. alle Bereich jenseits der Produktion zeigen in den USA Stärke. Der Non-Manufacturing-Sektor, dargestellt durch deinen speziellen ISM-Index stieg im Februar um 1,8 Punkte auf 57,3 Punkte, was ein BIP-Wachstum von 3% entsprechen würde.

Die Corona-Krise ist in der US-Industrie angekommen. Der vom Institute for Supply Management (ISIM) berechnete Einkaufsmanager-Index des verarbeitenden Gewerbes ging von Jänner auf Februar von 50,9 auf 50,1 Punkte zurück und lag unter den erwarteten 50,8 Punkten der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen. Zwar korrespondiert der Wert mit einem BIP-Wachstum von 2,1%, doch die Frühindikatoren mahnen zur Vorsicht. Der Subindex der Neuaufträge ging um 2,2 auf 49,8 Punkte zurück und die Exportaufträge schwächten sich ab. Der Produktionsindex ging um 4 auf 50,3 Punkte zurück und die Preiskomponente war um 7,4 auf 45,9 Punkte rückläufig. Hauptverantwortlich dafür sind die Einbrüche der Stahl- und Aluminiumpreise, aber auch der Preise für Erdgas und Kupfer.

Der Arbeitsmarkt als Spätindikator ist noch intakt. Mit 273.000 neuen Stellen sind im Februar die US-Arbeitsmarktdaten besser ausgefallen als erwartet (Prognose: 175.000). Die US-Arbeitslosenquote liegt mit 3,5% im Bereich des 50-Jahres-Tiefs und die Stundenlöhne sind um 3% gestiegen. Der Stellenaufbau erfolgte auf breiter Front.

AKTIEN – EUROPA

Überraschenderweise stieg in der Eurozone das Aktivitätsniveau der Privatwirtschaft (Produktion und Dienstleistung) gemessen am IHS Markit Composite Index Eurozone auf ein Sechs-Monatshoch von 51,6 Punkte (Finalwert Jänner 51,3). In Irland wurde sogar ein 17-Monatshoch erreicht und selbst im Corona-geplagten Italien ein 4-Monatshoch. Die Geschäfte des Dienstleistungssektors haben sich verbessert und der 13. Rückgang der Industrieproduktion in Folge fiel so schwach aus wie zuletzt im Mai 2019. Doch Vorsicht: Die Exportneuaufträge waren zum 17. Mal hintereinander im Minus. Doch Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, sieht infolge des Coronavirus Probleme auf uns zukommen: „So verstärkten sich die Einbussen bei den Exporten von Gütern und Dienstleistungen wegen der virusbedingten Nachfrageausfälle und die überall zunehmenden Lieferverzögerungen sind eine Gefahr für die zukünftigen Produktionslevels“.

Lieferkettenproblem in Europa: Norditalien ist Europas Seuchenherd. Gleichzeitig sind ähnlich 2015 riesige Flüchtlingsströme unterwegs nach Europa und die Vorhut hat an der griechischen Aussengrenze für bereits für Unruhen gesorgt. Somit gibt es für Europa bald eine doppelte Herausforderung. In der Lombardei (Norditalien) sind bereits Städte abgeriegelt. Es kam zu Hamsterkäufen und mittlerweile sind bereits Nahrungsmittelrationierungen im Gespräch. Es ist mit Produktionsausfällen in Norditalien zu rechnen. Gleichzeitig sind viele europäische Großkonzerne stark mit China vernetzt. Lieferkettenunterbrechungen sind vorprogrammiert. Deren Ausmaß zeigt sich in den kommenden Wochen und Monaten. Auf jeden Fall zeigte bei einer Befragung einer Stichprobe bestehend aus 10 in Wien notierten Unternehmen gut die Hälfte eine erkennbare Exposure

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Die Industrieaktivitäten Chinas schwächten sich im Februar so stark ab wie noch nie zuvor seit es darüber Aufzeichnungen gibt: Der amtliche (!!!) Einkaufsmanagerindex (PMI) sank im Februar gegenüber dem Vormonat von 50 auf 35,7 Punkte. Der vorherige Tiefstwert war im November 2008 während der globalen Finanzkrise erreicht worden. Gleichzeitig brach der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für Chinas Dienstleistungssektor von Jänner auf Februar von 51,8 auf nur noch 26,5 Punkte ein. Das war der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 15 Jahren. Gleichzeitig bestätigen NASA-Wissenschaftler, dass der jetzt so klare Himmel über Chinas Metropolen „nicht normal“ ist, da für gewöhnlich die Stickoxide der Industrie als braune Flecken aufscheinen. Dies ist ein klares Indiz für Produktionsstillstände.

In Hongkong gibt es Helikoptergeld: Eng verzahnt mit der Volksrepublik China ist Hongkong und genau deshalb steuert die Regierung einem Abschwung drastisch entgegen. Jeder Einwohner erhält dort von der Regierung 1300 US-Dollar für seinen privaten Konsum. Das zeigt den Ernst der Lage und auch wohin der Trend in den USA und Europa gehen könnte, nämlich hin zu einer aggressiven Gelddruck-Aktion, die langfristig enormes Inflationspotenzial in sich bergen könnte. Für die USA hält beispielsweise der renommierte Analyst Ed Yardeni Helikoptergeld umsetzbar.

ANLEIHEN

An den Bondmärkten flüchten die Anleger in alte „sichere“ Häfen, während risikobehaftete Assets reihenweise abverkauft werden. Staatsanleihen der Bonitätsstufen AAA bis A- sind gesuchter denn je. Deutsche Staatsanleihen aller Laufzeiten weisen bereits Negativrenditen auf. Die vor zwei Wochen begonnene Entwicklung hat sich durch den Zinssenkungsreigen der Notenbanken und Hoffnung auf weitere Senkungen der EZB und Bank of England weiter beschleunigt. Die Negativrenditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen weiteten sich binnen einer Woche um weitere 10 Basispunkte auf -0,71% aus und bei laufzeitkongruenten US-Treasuries fielen die Renditen von 1,15 auf 0,76% – ein Rückgang von 41 Basispunkten! Offensichtlich rechnen Anleger bei der Fedsitzung am 18. März noch mit einem geldpolitischen „Nachschlag“. Eine Senkung um 0,75 Prozentpunkte ist vollständig eingepreist. Auf Monatsbasis bereits leicht angestiegen sind indessen die Renditen von Staatsanleihen aus Italien, Griechenland und Mexiko. Teilweise gerieten Staatsanleihen aus Schwellenländern schlechter Bonitäten wieder stärker unter Druck.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries hatten sich binnen einer Woche weiter von 4,62 auf 5,05 Prozentpunkte (05.03.) ausgeweitet. Die erhöhte Rezessionsgefahr und infolge niedriger Ölpreise steigende Konkursrisiken bei Unternehmen des Energiesektors – insbesondere Explorationsfirmen mit Fracking-Schwerpunkten – führten dazu, dass risikoreichere Unternehmensanleihen abverkauft wurden, während die Gelder verstärkt in Staatsanleihen flossen.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Sinkende Zinsen bescherten den Edelmetallen Gold, Silber und Platin steigende Kurse. Hingegen der Abverkauf bei Rohöl und Raffinerieprodukten setzte sich vergangene Woche weiter fort. Hintergrund: Russland wollte nicht mit der OPEC bei einer Produktionskürzung mitziehen. Hingegen diverse Edelmetalle zeigten bereits erste Bodenbildungstendenzen. Die große Frage bleibt noch das Verhalten der Hedge Fonds. Kommt es zu Zwangsliquidationen, die Rohstoffe auf breiter Front nach unten drücken? Wann verstärken die Trendfolger mit Shortpositionen die Abwärtsbewegung? Von diesen Faktoren und auch von den Hedgetransaktionen der Industrie werden die weiteren Bewegungen abhängen. Auf der anderen Seite kann es jederzeit zu verstärkten Vorratskäufen kommen.

WÄHRUNGEN

Der Schweizer Franken zeigte sich in der vergangenen Woche von seiner stabilen Seite, während der US-Dollar infolge der Leitzinssenkung der Fed massiv unter Druck geriet und gegenüber dem Euro mehr als 2% abwertete. Ebenfalls schwächer war das Britische Pfund, denn der Ausgang des Brexits ist noch immer ungewiss. Gleichfalls infolge einer Leitzinssenkung der Zentralbank schwächer ist der Kanadische Dollar. Eine Fortsetzung der Talfahrt gabs im Australischen Dollar. Hingegen nicht nur zuletzt infolge jüngster Zinssenkungen werteten die Hochzinswährungen Mexikanischer Peso, Brasilianischer Real und Russischer Rubel erneut ab.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

09.03.:

Japan: Bruttoinlandsprodukt EUR: Sentix Investorenvertrauen USA: ISM verarbeitendes Gewerbe

10.03.:

China: Inflation

11.03.:

UK: BIP und Industrieproduktion USA: Inflation

12.03.:

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Eurozone: EZB Zinssatzentscheidung u. Pressekonferenz

13.03.:

USA: Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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