Expertise. Exklusivität. Exzellenz.

Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC- Weekly KW 18

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Reopening und erneutes Hilfspaket: Die US-Wirtschaft soll in 3 Schritten hochgefahren werden. Phase 1: Ansammlungen von mehr als 10 Personen sollten weiterhin vermieden werden. Homeoffice ist weiterhin zu forcieren, allerdings wo möglich, sollten Arbeitnehmer stufenweise an den gewohnten Arbeitsplatz zurückkehren. Restaurants, Kinos und Gotteshäuser sollen nur öffnen, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen Besuchern und Besucherinnen gewährleistet werden kann. Phase 2: Schulen sollen wieder öffnen. Phase 3: Arbeitnehmer werden wieder ohne Einschränkungen an ihre Arbeitsstellen zurückkehren, dann sollen auch wieder Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern erlaubt werden. Gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen aber weiterhin Abstand zu anderen Menschen einhalten. Personen, die nicht zu diesen Gruppen gehören, sollen erwägen, so wenig Zeit wie möglich in Menschenmengen zu verbringen. Weitere Positivnachricht: Am Dienstag passierte ein weiteres 484 Milliarden Dollar Paket für Kleine Unternehmen und Spitäler den Senat. Nachdem bereits 350 Mrd. USD aus einem Finanzierungsprogramm für Arbeitgeber aufgebraucht waren folgten für KMUs weitere 320 Mrd. USD. Mit den Krediten, die später erlassen werden können, soll der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA begrenzt werden. Für ein weiteres Kreditprogramm sollen rund 60 Mrd. USD zur Verfügung gestellt werden, zudem 75 Mrd. USD für das Gesundheitswesen und weitere 25 Mrd. USD für Coronavirus-Tests und weitere Forschung.

 

Binnen 5 Wochen 26,6 Mio. Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA: Es dauert da nicht alle Anträge auf einmal gestellt werden können, doch die Dynamik erinnert an die 30er-Jahre: „In den USA stellten in der per 21. März endenden Arbeitswoche 3,28 Mio. Einwohner Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung verglichen mit 281.000 in der Vorwoche. Diese Zahl ist ein absoluter Rekord. Bisher die meisten neuen Arbeitslosen gabs in der Woche endend am 2. Oktober 1982 mit 695.000“. Mit dieser Nachricht begann der Schrecken: Eine Woche später folgten weitere 6,8 Mio. Erstanträge. In den Wochen endend am 4. und 11. April folgten jeweils 6,6 Mio. bzw. 5,4 Mio. weitere. Endend mit 17. April folgte ein weiterer Schub von 4,4 Millionen, sogar etwas mehr als erwartet. Faktisch 26,6 Mio. neue Arbeitslose in nur 5 Wochen – Das sind 16% der zivilen Arbeitsbevölkerung (Teilnehmer am Arbeitsmarkt) im Februar. Aufgrund von verwaltungstechnischen Zeitverzögerungen ist die offizielle Arbeitslosenquote von Februar auf März erst von 3,5 auf 4,4% gestiegen. In Wirklichkeit haben wir in den USA bereits rund 20% „Realtime“-Arbeitslosenquote. Im Zeitraffatempo wird die Dynamik der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 in den Schatten gestellt – hausgemacht durch umstrittene Maßnahmen zur Eindämmung einer sogenannten „Pandemie“, deren Rückzug nun langsam einsetzt.

Vorläufiger US-Einkaufsmanagerindex der Privatwirtschaft bricht auf ein historisches Tief ein. Der Flash U.S- Composite Output Index von IHS Markit, der das Aktivitätsniveau der US-Wirtschaft misst, brach von März auf April (Vorab-Auswertung der Befragung vom 7. Bis 22. April) von 40,9 auf ein Rekordtief von 27,4 Punkte ein. In den einzelnen Datenreihen für Produktion und Dienstleistung überschlagen sich die Negativrekorde. Mittlerweile ist eine zweistellige Kontraktion des US-BIP nicht mehr ausgeschlossen.

Auftragseingang langlebiger Güter bricht ein: Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter sind im März gegenüber dem Vormonat um 14,4% eingebrochen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte rechneten nur mit einem Rückgang von 12%. Zuvor gab es 3 Monate lang Wachstum, zuletzt 1,1%. Auftragseingänge außerhalb der Rüstung nahmen um 15,8% ab, ohne Transportbereich betrug das Minus nur 0,2%. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge als wichtiger Maßstab für Unternehmensinvestitionen stiegen noch um 0,1%.

Katastrophale Quartalsbilanzen: Per 24. April veröffentlichten 24% der S&P 500 Unternehmen Zahlen für das 1. Quartal 2020: Nur noch 60% der Firmen veröffentlichten Gewinne pro Aktie über den Analystenschätzungen, ein Wert, der unter dem 5-Jahresschnitt liegt. Aggregiert betrachtet lagen die veröffentlichten Gewinne 5,1% unter den Analystenerwartungen. Für das laufende Quartal wird somit von einem Gewinneinbruch bei den S&P 500 Unternehmen von 15,8% ausgegangen – so die Daten von FactSet. Das wäre der größte Quartalsgewinneinbruch seit dem 3. Quartal 2009 (-15,7%).

 

AKTIEN – EUROPA

 

Ausgangssperren und Restriktionen zur Seuchenbekämpfung legen den Euroraum lahm. Das ergeben die Umfragerückmeldungen vom 7. bis 22. April. Der Flash Eurozone Composite Index Produktion, ein gewichteter Durchschnitt des Index der Industrieproduktion und der Geschäftstätigkeit des Dienstleistungssektors ist von März auf April (vorläufiger Wert) von 29,7 auf 13,5 und somit ein Rekordtief seit Juli 1998 zurückgegangen. Die Geschäftstätigkeit des Servicesektors brach infolge der Ausgangssperren von 26,4 auf 11,7 Punkte ein. Und es bleibt düster zumal die Auftragseingänge bei Dienstleistungen und in der Industrie einen Rekordrückgang aufwiesen. Klartext redet Chris Williamson, Chefökonom bei IHS Markit: „Unser Modell, das den Composite PMI mit dem BIP vergleicht, deutet darauf hin, dass das Eurozone-Wirtschaftswachstum um annähernd 7,5% auf Quartalsbasis gesunken ist.

Gewinneinbruch in Europa gewinnt an Dynamik: Mittlerweile reagieren Analysten auch bei der Neueinstufung von Stoxx 600 Firmen entsprechend. Laut Refinitiv-Konsens sollten im 1. Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 7,0% Umsatzrückgang um 24,6% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -2,8 bzw. -22,5%. Die Einschätzung hat sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich verschlechtert. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 12,8% sollte dabei auf Versorger fallen, gefolgt von je 5,0 bzw. 4,5% bei Telekom-Services und im Gesundheitssektor. Am negativsten sind die Erwartungen für zyklische Konsumgüter mit einem Minus von 46,5%.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Peoples Bank of China senkt Leitzinsen: Vergangenen Montag senkte die Chinesische Zentralbank den Leitzins für Kredite mit einjähriger Laufzeit von 4,05 auf 3,85%, den mit 5jähriger Laufzeit von 4,75 auf 4,65%. Mit dieser 2. Zinssenkung im laufenden Jahr soll der Schrumpfung des BIP entgegengewirkt werden. Im 1. Quartal 2020 schrumpfte Chinas Wirtschaftsleistung bereits auf Jahresbasis um 6,8%. Dies ist der erste Rückgang seit dem Start der Quartalsstatistik im Jahr 1992. Trotz Zeichen einer Belebung droht heuer mit 1,2% BIP-Wachstum (Quelle: IWF) das schwächste Wachstum seit dem Ende der Kulturrevolution 1976. Allerdings hat China schon längst wieder mit einer Normalisierung der Wirtschaft begonnen. Industrieproduktion und Investitionen haben sich deshalb bereits spürbar von ihrem vorangegangenen Einbruch erholt. Allerdings zeigen sich die Konsumenten wegen drohender Massenarbeitslosigkeit noch zurückhaltend, weshalb im März die Einzelhandelsumsätze um 15,8% einbrachen.

ANLEIHEN

Massenarbeitslosigkeit und im Mai-Öl-Kontrakt die Marktanomalie eines tief negativen Preises für die amerikanische Ölsorte WTI drückten genauso wie die schwachen Einkaufsmanagerindizes in den USA und Europa auf das Renditeniveau der Staatsanleihen, die von Notenbanken massiv aufgekauft werden. In den USA sind bis 24.04. die Renditen 10jähriger Treasuries im Monatsverlauf um 25 Basispunkte (BP) auf 0,60% rückläufig. Schließlich kauft die Fed im Notfall unbegrenzt Staatsanleihen und in Großbritannien vollzog die Bank of England mit der Ankündigung einer zwischenzeitlichen Direktfinanzierung des Staates mittels der Notenpresse einen Tabubruch. Auf Monatssicht liegen die Renditen 10jähriger UK-Staatsanleihen um 11 BP niedriger bei 0,29%. Allerdings verflacht sich die Aufwärtsdynamik bei Staatsanleihen. Bereits auf Wochensicht gleich geblieben sind beispielsweise die Renditen 10jähriger deutscher Bundesanleihen mit -0,48%. Kritischer sieht es auf Monatsbasis wegen der ständigen Diskussion um Coronabonds bei den Anleihen der (ehemaligen) Euro-Krisenländer aus: Die Renditen griechischer Staatsanleihen (LZ: 10J) stiegen binnen eines Monats um 73 BP auf 2,24% und jene laufzeitkongruenter portugiesischer Papiere um 37 BP auf 1,06%. Ähnlich auch der Renditeanstieg in Spanien, während sich die Renditen 10jähriger italienischer Staatsanleihen sogar um 61 BP auf 1,83% verteuerten. Hohe Staatsschulden fordern langfristig ihren Tribut in Form von Ratingverschlechterungen, was die Anleihenhausse bereits etwas abbremst.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed sowie der Aussichten auf einen Neustart der US-Wirtschaft (Reopening) grundsätzlich rückläufig. Doch im Wochenverlauf gabs eine kleine Gegenreaktion bei High Yield Bonds, sodass die Spreads von 17. bis 23. April von 7,64 wieder auf 7,87 Prozentpunkte anstiegen.

 

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Die Ölschwemme hat sich weiter fortgesetzt. Lager und Tanker sind voll. Neue Lager- und Tankerkapazitäten müssen erst errichtet werden. Nähert sich ein Kontrakt dem Ende der Laufzeit wird es dann kritisch. Wo soll die Ware nun gelagert werden? Diese Überlegung trieb vereinzelte Trader einen Tag vor Ablauf des Mai-Kontraktes in den Wahnsinn, indem sie zeitweise über 30 Dollar dafür zahlten, dass ihnen jemand das Öl abnimmt. So entstand ein negativer Ölpreis.

Niedrige Ölpreise und leicht rückläufige US-Staatsanleihenrenditen stützten die abgelaufene Woche den Goldpreis, der auf Eurobasis ein neues Alltime-High markierte. Die Goldnachfrage nach ETFs bleibt auf hohem Niveau.

WÄHRUNGEN

Diese Woche hielten sich die Ausschläge der wichtigsten Währungen zum Euro in engen Grenzen. Allerdings ist eine gewisse Stärke des US-Dollar erkennbar. Die zunehmende Rückführung von Auslandsdollarkrediten und die damit verbundenen US-Dollarkäufen treiben den US-Dollar nach oben. Die Carry-Trade Währungen Mexikanischer Peso, Brasilianischer Real und Südafrikanischer Rand tendierten erneut schwächer. Niedrige Öl- und Rohstoffpreise belasten die Handelsbilanz Öl- und Rohstoff-exportierender Ländern.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

27.04.2020

USA: Dallas Fed Herstellungsindex

28.04.2020

Japan: Zinssatzentscheidung/Pressekonferenz u. Prognosebericht der BoJ EUR: EZB-Bankkredit Umfrage

29.04.2020

EUR: Geschäftsklimaindex USA: BIP, Konsumausgaben, Fed-Zinssatzentscheidung u. Pressekonferenz

30.04.2020

Japan: Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze China: NBS PMI Produktion; PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe EUR: BIP, Verbraucherpreise, AL-Quote, EZB-Zinssatzentscheidung USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Persönliches Einkommen, Privatausgaben, Chicago Einkaufsmanagerindex

01.05.2020

Japan: Inflationsdaten USA: ISM verarbeitendes Gewerbe, ISM Index Auftragseingänge verarbeitendes Gewerbe, Markit PMI Herstellung

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

Disclaimer
Die PRIVATCONSULT Vermögensverwaltung GmbH (PC) ist eine im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien zu FN 195763m eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die PC erbringt Dienstleistungen auf Basis der von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) erteilten Konzession. Die PC ist keine Rechtsanwalts-, Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und erbringt keine Dienstleistungen, die diesen Berufsständen vorbehalten sind. Die PC wie auch deren Mitarbeiter übernehmen keine wie immer geartete Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der in dieser Unterlage enthaltenen Informationen sowie der im Rahmen von Vorträgen oder Webinaren getätigten Aussagen. Diese Unterlage ist streng vertraulich und kann rechtlich geschützte Informationen enthalten. Sie ist ausschließlich für den beabsichtigten Empfänger bestimmt und darf von anderen Personen als dem beabsichtigten Empfänger nicht gelesen, gespeichert, gedruckt oder auf sonstige Weise verwertet werden. Insbesondere ist jede Vervielfältigung oder Veröffentlichung der Inhalte dieser Unterlage, einschließlich des darin eventuell enthaltenen Text- und Bildmaterials, ohne vorherige schriftliche Zustimmung der PC strengstens verboten. Sollten Sie diese Unterlage irrtümlich oder auf unrechtmäßige Weise erhalten haben, so informieren Sie uns bitte umgehend und vernichten gegebenenfalls bereits erzeugte Ausdrucke und Kopien. Eine Verletzung der oben genannten Pflichten kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

DISCLAIMER

Disclaimer: Hinweise zur Website der Privatconsult Vermögensverwaltung GmbH (nachfolgend ‚PC‘)

Die Inhalte des Internetauftritts wurden von der PC mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Gewissen erstellt. Es wird keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte dieser Website übernommen.

Die enthaltenen Angaben dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung, kein Angebot
und keine Empfehlung dar, ein Finanzinstrument zu erwerben, zu verkaufen oder sonst darüber zu verfügen,
oder eine andere Transaktion zu tätigen oder eine Anlageberatung oder andere Dienstleistungen zu erbringen.

Die auf der Homepage enthaltenen Informationen stellen weder Rechts- oder Steuerberatung noch spezielle Anlageberatung und stellen auch keine „Finanzanalyse“ dar.

Die Webseite kann sog. „externe Links“ (Verlinkungen) zu anderen Webseiten enthalten, auf deren Inhalt die PC  keinen Einfluss hat. Aus diesem Grund kann die PC für diese Inhalte auch keine Gewähr übernehmen.
Für die Inhalte und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen ist der jeweilige Anbieter der verlinkten Webseite verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Verlinkung waren keine Rechtsverstöße erkennbar. Bei Bekanntwerden einer solchen Rechtsverletzung wird der Link umgehend entfernt.

Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte, Werke und bereitgestellten Informationen unterliegen dem Urheberrecht. Jede Art der Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung, Einspeicherung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers. Eine unbefugte Nutzung der o.a. Inhalte kann eine Rechtsverletzung darstellen.