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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 2

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Teileinigung im Zollkonflikt USA-China erzielt: Am Freitag, dem 13. Dezember, also zwei Tage vor Inkrafttreten neuer Strafzölle von 15% auf in China produzierte Konsumgüter wie Laptops, Smartphones, Kleidung und Spielzeug im Wert von 150 Mrd. USD, gaben beide Seiten eine Teileinigung bekannt, die nun am 15. Jänner unterschrieben werden sollte. Nach US-Angaben verpflichtet sich China darin, Importe aus den USA um 200 Mrd. USD über zwei Jahre zu erhöhen, wovon mindestens 40 Mrd. USD jährlich den US-Landwirten – eine wichtige Wählergruppe für Trump – zugutekommen sollten. Es werden vorerst keine weiteren Strafzölle erhoben. Kritische Beobachter sehen darin jedoch nur einen „Waffenstillstand“ für den Wahlkampf.

Die Tötung des hochrangigen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch US-Militärs im Irak schlägt Wellen: Der Iran kündigte das Atomabkommen auf und das irakische Parlament hat am Sonntag die Regierung aufgefordert, alle ausländischen Truppen des Landes zu verweisen. Zudem sollen ausländische Streitkräfte künftig auch den irakischen Luftraum nicht mehr nutzen dürfen. Trotzdem lassen die USA ihre 5000 Soldaten im Irak weiter stationiert. Vergeltungsschläge durch den Iran und weitere Eskalationen sind zu erwarten.

Anhaltende Schwäche der verarbeitenden US-Industrie im Dezember: Laut ISM ist der entsprechende Einkaufsmanagerindex von November auf Dezember um 0,9 Basispunkte auf 47,2 Punkte und somit den niedrigsten Stand seit Juni 2009 gesunken. Das ist die fünfte Kontraktion in Folge. Die Produktionsindex-Komponente brach sogar um 5,9 Prozentpunkte auf 43,2 Zähler ein und markierte den tiefsten Stand seit April 2009. 14 von 18 Branchen registrierten im Dezember eine rückläufige Produktion und auch die Auftragseingänge schwächten sich ab. Das deutet unter Umständen auf ein schwächeres Weihnachtsgeschäft hin. Allerdings haben die Kunden der Industriebetriebe ihre Lager massiv leergeräumt. Weitere Daten bleiben abzuwarten.

Schwaches Gewinnwachstumsjahr 2019: Laut Datenanbieter FactSet schrumpften im dritten Quartal die Gewinne der S&P 500 Unternehmen um 2,2%, während die Umsätze noch um 3,1% gesteigert werden konnten. Für das vierte Quartal rechnen Analysten mit einer erneuten Gewinnschrumpfung von 1,5%. Erstmals seit der Phase Q3/15 bis Q2/16 schrumpften die Gewinne auf Jahresbasis drei Quartale in Folge, was auch auf Basiseffekte infolge der Steuerreform 2018 zurückzuführen ist. Auffällig ist die Dynamik der Anpassung der Gewinnprognosen im vierten Quartal. Den erwarteten Gewinn pro Aktie haben nämlich die Analysten über den Zeitraum des vierten Quartals hinweg um 4,7% nach unten revidiert, während der 5-Jahresschnitt der Revisionen lediglich bei -3,3% lag. Von den 107 Firmen, die eine Gewinnvorschau für das vierte Quartal veröffentlichten, gaben 72 einen negativen Ausblick, also 67%, ein Wert der jedoch unter dem Fünf-Jahresschnitt von 70% liegt. Für Verzerrung sorgt vor allem die schiefe Verteilung auf Basis der einzelnen Unternehmen. Allerdings gehen noch fünf Sektoren von einem Gewinnwachstum aus im Vergleich zu sechs weiteren mit einer rückläufigen Entwicklung. Blickt man auf das Gesamtjahr 2019, so gehen Analysten bei 3,8% Umsatzwachstum nur noch von 0,3% Gewinnwachstum aus. Doch 2020 sind die Basiseffekte der Steuerreform vorbei und bei 5,4% Umsatzwachstum sollten die Gewinne um 9,6% steigen. Trotzdem erscheint ein 12-Monats-Forward-KGV von 18,3 im S&P 500 bereits als ambitioniert. Der Fünf-Jahresschnitt lag bei 16,7 und es kann im Laufe des Jahres noch immer zu Abwärtsrevisionen der Gewinnerwartungen kommen.

AKTIEN – EUROPA

Die Neuwahl am 12. Dezember war mit dem Wahlsieg von Boris Johnson theoretisch eine wichtige Weichenstellung Richtung geregelten Brexit mit Übergangsfrist bis Ende 2020. Mit großer Mehrheit hat das Unterhaus für den Entwurf eines Gesetzestextes zum Ausstieg der Briten aus der EU gestimmt. Da Johnsons Plan vom Europäischen Parlament angenommen werden dürfte, erscheinen im Februar und März Gespräche zwischen EU und UK als wahrscheinlich. Doch neue Verträge müssten nicht nur die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfel billigen sondern auch 27 Parlamente sowie möglicherweise mehrere Regionalparlamente müssten dem noch zustimmen – und dies alles bis 31.12.2020. Innerhalb Großbritanniens droht nicht nur Druck seitens der herkömmlichen Brexit-Gegner, deren Ziel in einem neuen Brexit-Referendum liegt, sondern auch durch die Schottische Nationalpartei, die nun ein Unabhängigkeitsreferendum anstrebt, zumal die Schotten überzeugte EU-Anhänger sind. Auch der EU könnten zahlreiche Punkte nicht ganz ins Konzept passen (z.B. gleiche Einwanderungsprüfungen für EU-Bürger und Nicht-EU-Bürger), weshalb noch immer ein Restrisiko eines harten Brexits besteht.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion, doch die positiven Überraschungen stützen den Markt. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: 279 Stoxx 600 Unternehmen haben bis 31. Dezember bereits die Gewinne für das dritte Quartal bekanntgegeben. 55,6% meldeten Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem historischen Erwartungswert von 50% liegt. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 6,1% über den Analystenschätzungen verglichen mit einem Durchschnitt seit 2011 von 3,7%. Mit 63% den höchsten Surprise-Factor gab es im Telekom-Bereich, gefolgt von der Grundstofferzeugung mit 12%, während defensive Konsumgüter mit einem Minus von 9% enttäuschten. Für das dritte Quartal 2019 erwarten Analysten bei 1,4% Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang von 4,3%. Exklusive Energiesektor reduziert sich das Minus auf 1,2%. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnrückgang um 0,4% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Versorger (+17,7%) und Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Gewinnwachstum von 9,9% erwartet). Hingegen um 24,7%% zurückgehen sollten die Gewinne im Grundstoffbereich. Hingegen auf Basis aktueller Schätzungen der Unternehmen um je 10 bzw. 4,6% sollten die Gewinne im ersten und zweiten Quartal 2020 wachsen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China setzt auf eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Bereits in den 80er-Jahren unter Ronald Regan in den USA und Magret Thatcher im UK führte eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik wieder zu mehr Wachstum. Nun greift China dieses Konzept auf. Ab dem 1. Jänner 2020 senkte China die Zölle für mehr als 850 Produkte wie z.B. Schweinefleisch, Chips, Konsumgüter und spezielle Medikamente. Der gesamte Handelswert (auf Basis der Werte von 2018) dieser Güter beläuft sich auf jährlich 389 Mrd. USD. Gleichzeitig sollen die Reserveanforderungen der Banken weiter gesenkt werden. Privatunternehmen soll besserer Marktzugang gewährt werden. Erstmals können Privatfirmen Telekomdienste, Stromerzeugung und –Verteilung anbieten. Das stärke private Unternehmen, die für 60% des BIP verantwortlich sind und Volkswirte rechnen für 2020 laut Bloomberg-Konsens noch immer mit 5,9% BIP-Wachstum in China.

ANLEIHEN

Eine längere Zinssenkungspause der Fed infolge einer relativ robusten Konjunktur mit einem leergefegten Arbeitsmarkt ist weitgehend erwartet worden. Die Schätzungen der Dauer reichen bis November 2020, wobei bis zur Fed-Sitzung am 29. Juni die von den Futuresmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit gleichbleibender Zinsen bei 61,1% liegt. In Europa gibt es indessen mehrere Indikatoren, dass es unter Christine Lagarde überraschenderweise zu einer Normalisierung des Zinsgefüges kommen könnte: Sie spielte den Ball der Wirtschaftsstimulation der Fiskalpolitik den Regierungen zu, sprach sich für eine grüne Geldpolitik aus und hat gerade den Prozess einer Überarbeitung der geldpolitischen Strategie der EZB in die Wege geleitet. So lange dieser läuft, scheint sie den Kurs ihres Vorgängers, Mario Draghi, fortzusetzen. Darüber hinaus ist Lagarde innerhalb des EZB-Rates um einen Konsens bemüht. Vor allem möchte sie sich dem deutschen Lager annähern und als Zeichen guten Willens hat Lagarde für 2020 vorgenommen, sogar Deutschkurse zu belegen. Szenarien wie ganz tiefe Negativzinsen und Bargeldabschaffung rücken wieder in weitere Ferne. Ein schrittweiser Weg zurück zur „Normalität“ hingegen erscheint plausibler und entsprechend sind die Bondmärkte gerade dabei, diese neuen Rahmenbedingungen einzupreisen. Hingegen die aktuellen geopolitischen Spannungen führen wieder zu einer „Flucht“ in US-Treasuries und deutsche Bundesanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ging somit auf Monatsbasis um 6 Basispunkte auf 1,78% zurück, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen bei -0,30% nahezu unverändert blieben.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind nach soliden Konjunkturaussichten vom 12. Dezember bis 2. Jänner um weitere 14 Basispunkte auf 3,56 Prozentpunkte zurückgegangen.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis ist infolge der geopolitischen Spannungen in Nahost im Wochenvergleich um 4% auf 1575 USD gestiegen. Mit jüngstem Ausbruch nach oben kam es zu verstärkter Eindeckung von Short-Positionen. Im Kielwasser des Golpreises holten Silber und Platin bereits zuvor zwischenzeitlich auf. Platin könnte verstärkt in der Autoindustrie Einsatz finden (Brennstoffzellen).

Infolge des Iran-Konfliktes ist der Ölpreis erneut im Aufwind. Darüber hinaus wirkt die Drosselung der OPEC-Fördermenge um weitere 0,5 Mio. Barrel pro Tag.

WÄHRUNGEN

Die Japaner repatriieren verstärkt Auslands-Assets und tauschen die Verkaufserlöse in Yen, was im Zuge jüngster Marktverunsicherungen ausgelöst durch den Iran-Konflikt zu einem stärkeren Yen gegenüber dem Euro führte. Stabil gegenüber dem Euro blieben US-Dollar und Schweizer Franken, während das Britische Pfund aufgrund der steigenden Wahrscheinlichkeit eines geregelten Brexits weiter aufwertete. Bei den Carry-Trade-Währungen schwächten sich der Südafrikanische Rand, Brasilianische Real und die Türkische Lira gegenüber dem Euro erneut ab. Der Mexikanische Peso und Russische Rubel hingegen zeigten Stabilität, was u.a. auch auf steigende Ölpreise zurückzuführen ist. Somit tendierten auch die Norwegische Krone und der Kanadische Dollar zuletzt gegenüber dem Euro stärker.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

07.01.2020

USA: ISM nicht-verarbeitendes Gewerbe, Handelsbilanz EUR: Einzelhandelsumsätze, Inflationsrate

08.01.2020

EUR: Geschäftsklimaindex

09.01.2020

China: Inflationsrate USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung,

10.01.2020

USA: Arbeitsmarktdaten: AL-Quote, Beschäftigung, Stundenlöhne, Wochenarbeitszeit

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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