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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC WEEKLY KW 20

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Handelskonflikt USA China neu und Ruf nach Negativzinsen: Die US-Wirtschaft wird in absehbarer Zeit wieder hochgefahren. Ein erstes Corona Medikament hat eingeschränkte Zulassung und nun ist wieder ein Hauch von Alltag zu spüren in Form eines Neuaufkeimens des alten Handelskonfliktes zwischen USA und China – nach den gleichen Ablaufmustern wie zuvor. In einem Streit mit Peking über die Ursachen der Pandemie drohte US-Präsident Donald Trump China wieder mit erneuten Strafzöllen ehe sich die Situation wieder entspannte und eine Umsetzung der Handelsvereinbarungen vom Jänner im Vordergrund stand. Ziel sei ein Ende des Handelskonfliktes. Peking sagte im Rahmen der Vereinbarung zu, im Zeitraum von 2 Jahren zusätzlich US-Güter im Wert von 200 Mrd. USD zu importieren. Eine weiter positive Nachricht ist, dass angesichts der hohen US-Arbeitslosigkeit der Ruf nach negativen Leitzinsen lauter wird. Ob die Fed sich zu diesem Schritt durchringen wird, entscheiden die nächsten Sitzungen. Die Futuresmärkte gehen aktuell nicht davon aus, dass es je dazu kommen wird.

Stärkerer Abschwung laut Umfragen. Das BIP der USA schrumpfte mit annualisiert 4,8% stärker als die von Dow Jones befragten Volkswirte erwarteten. Doch die umfragebasierten Einkaufs managerindizes von IHS Markit gehen davon aus, dass es noch schlimmer kommen wird: Der IHS Markit US Composite PMI (Produktion u. Dienstleistung) fiel im April von 40,9 auf ein Allzeit-Tief von 27 Punkten. Die Vorabschätzung lag bei 27,4 Punkte. Auftragseingänge und die Beschäftigungskomponenten brachen weg. Auch der Dienstleistungssektor brach entsprechend ein von 39,8 Punkte im März auf 26,7 Punkte im April und somit noch stärker als ursprünglich erwartet. Chris Williamson, Chefvolkswirt von IHS Markit, bringt es auf den Punkt: “Der Einbruch der Konjunkturumfrage-Indikatoren auf ein Allzeittief im April zeigt, wie die im ersten Quartal beobachtete Rückgangsrate von 4,8% durch das, was im zweiten Quartal kommen wird, wahrscheinlich in den Schatten gestellt werden sollte.”

Binnen 7 Wochen rund 33 Mio. Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA: Es dauert, da nicht alle Anträge auf einmal gestellt werden können, doch die Dynamik erinnert an die 30er-Jahre als 1932 am Höhepunkt die Arbeitslosenquote der USA bei ca. 23% lag. In der Woche endend mit 2. Mai kamen weitere 3,2 Mio. Erstanträge. Insgesamt brachte die Corona-Krise 33,3 Millionen neue Arbeitslose hervor. Bezogen auf 156,5 Millionen zivile Arbeitsmarktteilnehmer (Erbwerbsbeteiligungsquote fiel von 62,7 auf 60,2%, niedrigster Wert seit Jänner 1973) liegt deren Anteil bereits bei 4,8%. Doch aufgrund verwaltungstechnischer Zeitverzögerungen lag im April die Arbeitslosenquote erst bei 14,7%. Auffällig war der Anstieg der Stundenlöhne in der Privatwirtschaft um 7,9% auf durchschnittlich 30,01 USD. Nachzieheffekte sind eine Erklärung, statistische Effekte die wohl bessere, denn in der Corona Krise wurden vor allem niedrig bezahlte Mitarbeiter abgebaut, was den Lohnzuwachs nach oben hin stark verzerrte.

Katastrophale Quartalsbilanzen: Per 1. Mai veröffentlichten 86% der S&P 500 Unternehmen Zahlen für das 1. Quartal 2020: Nur noch 66% der Firmen veröffentlichten Gewinne pro Aktie über den Analystenschätzungen, ein Wert, der unter dem 5-Jahresschnitt von 73%. Aggregiert betrachtet lagen die veröffentlichten Gewinne 2,3% über den Analystenerwartungen. Der 5-Jahres-Schnitt liegt bei +4,9%. Für das 1. Quartal wird somit von einem Gewinneinbruch bei den S&P 500 Unternehmen von 13,6 % ausgegangen – so die Daten von FactSet. In diesem Quartal dürfte sich der Gewinneinbruch auf -40,6% beschleunigen. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten bei 3,4% Umsatzrückgang mit einem Gewinneinbruch von 19,7 %. Das 12-Monats-Forward KGV zeigt mit 20,4 (10Jahres-Schnitt 15,1) enormes Rückschlagpotenzial.

AKTIEN – EUROPA

Die Privatwirtschaft der Eurozone (Produktion u. Dienstleistung) bricht ein: Der IHS Markit Eurozone Composite Index fiel im April um weitere 16,1 Punkte auf eine neues Rekordtief von 13,6 Punkte. Chris Williamson, Chefökonom bei IHS Markit schlägt Alarm: „Die Umfragedaten signalisieren einen BIP-Rückgang von rund 7,5% auf Quartalsbasis, womit der bisher stärkste Rückgang der Wirtschaftsleistung während der globalen Finanzkrise noch bei weitem übertroffen wird“. Eine Woche zuvor zeigte sich bereits bei den BIP-Daten eine klare Abwärtstendenz: Das BIP ist im Euroraum im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3% gesunken. In der EU lag der Rückgang bei 2,7% – so die von Eurostat veröffentlichte vorläufige Schnellschätzung für das erste Quartal 2020. Und laut Aussage von EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, in der Pressekonferenz anlässlich der Zinsentscheidung vergangenen Donnerstag kann es noch viel schlimmer werden: „Ohne den von Experten des Eurosystems erstellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen vom Juni 2020 vorgreifen zu wollen, könnte aber das BIP im Euroraum den von Experten der EZB erstellten Wachstumsszenarien zufolge in diesem Jahr um 5 % bis 12 % zurückgehen“.

 

Laut EU-Kommission wird in Europa 2020 das niedrigste Wachstum seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht. In der Frühjahrsprognose 2020 wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets im Jahr 2020 um 7,75 %, und damit stärker als je zuvor, schrumpfen und 2021 um 6,25 % wachsen wird. Die EU-Wirtschaft dürfte 2020 um 7,5 % kontrahieren und 2021 um 6 % wachsen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Dass China die Wirtschaft hochfährt, zeigt sich diesmal sehr klar an einem Dienstleistungs- Einkaufsmanager-Index, ähnlich dem Caixin China services PMI, der von einem Rekordtief von 26,5 Punkten im Februar bis März auf 43 Punkte anstieg, um sich im April weiter auf 44,4 Punkte zu verbessern. Der Caixin Composite Output Index (Produktion und Dienstleistung stieg von März auf April von 46,7 auf 47,6 Punkte. China ist den anderen Staaten in der Corona-Eindämmung einen Schritt voraus und könnte sich als Gewinner der Krise entpuppen.

ANLEIHEN

Diese Woche setzte nach weiteren Renditerückgängen bei hochwertigen Staatsanleihen wieder eine Gegenbewegung ein. Doch die allgemeinem Rahmenbedingungen sprechen weiterhin für niedrige Renditen, denn: Massenarbeitslosigkeit und düstere Ausblicke von Fed, EZB und Bank of Japan, ein 2,3 Billionen-Dollar-Programm der Fed und weitere längerfristig Finanzierungstranchen der EZB bei anhaltender wirtschaftlicher Kontraktion im Euroraum und den USA rufen regelrecht nach einer lockeren Geldpolitik. Zunehmend mehr Ökonomen sprechen sich in den USA und dem Euroraum für negative Leitzinssätze der Notenbanken aus. Allerdings bestehen Aussichten, dass die Wirtschaft in den USA und Europa langsam hochfährt. Dies leitete eine minimale Gegenbewegung ein. In den USA sind in der abgelaufenen Woche die Renditen 10jähriger Treasuries um 7 Basispunkte auf 0,68% gestiegen. In Europa prognostizierte indessen die EU-Kommission eine schnelle Erholung und die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg auf Wochenbasis wieder um 5 Basispunkte auf -0,54%. Hingegen etwas unter Druck stehen italienische und griechische Staatsanleihen.

 

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed sowie der Aussichten auf einen Neustart der US-Wirtschaft (Reopening) rückläufig. Im Wochenverlauf gabs bis 7. Mai einen marginalen Rückgang des Spreads von 7,63 auf 7,60 Prozentpunkte.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Die Ölpreise WTI und Brent sind auf Wochenbasis jeweils 25 bzw. 16% im Plus nachdem Saudi Arabien die Preise für Raffinerien weltweit erhöht hat. Auf den Preiskrieg folgt noch ein Ausgleich nachdem durch das erwartete Hochfahren der Wirtschaft die Ölnachfrage wieder steigen sollte. Doch eine drohende Pleitewelle oder eine erneute Pandemie im Herbst sind anhaltende Risikofaktoren, die nicht aus den Augen verloren werden sollten.

WÄHRUNGEN

Die vergangene Woche ist eine breite Schwäche des Euro auffällig, insbesondere gegenüber Öl- und Rohstoffwährungen wie Kanadischer u. australischer Dollar und die Norwegische Krone. Auch USD und Yen zeigten sich von ihrer festeren Seite, während der Franken im Schneckentempo weiter aufwertet. Die EZB muss früher oder später ein deutlicheres Zeichen setzen, nachdem der Abschwung in Europa an Dynamik gewinnt. Wetten auf eine Zinssenkung nehmen zu. Die Währungen russischer Rubel, mexikanischer Peso und südafrikanischer Rand reagierten positiven auf die steigenden Ölpreise sowie die Aussichten einer absehbaren Normalisierung der Wirtschaft.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

11.05.2020

China: Neue Kredite

12.05.2020

China: Inflationsdaten Japan: Führender Wirtschaftsindex USA: Inflationsdaten

13.05.2020

UK: BIP EUR: Industrieproduktion

14.05.2020

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung

15.05.2020

China: Industrieproduktion u. Einzelhandelsumsätze Deutschland: BIP EUR: BIP USA: Controlling des Einzelhandels, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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