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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 28

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am vergangenen Freitag mit ca. 11,3 Millionen neue Rekordwerte, wobei in den USA die Zahl binnen einer Woche von 2,4 auf über 2,8 Millionen anstieg. Explosionsartig steigen die Zahlen der Infizierten in Brasilien, Peru, Mexiko und Indien. Experten sprechen bereits von der Möglichkeit einer zweiten Welle, doch im Präsidentschaftswahlkampf spaltet Trump mit einer gezielten Herabspielung der Corona-Gefahr die US-Bevölkerung in zwei Lager, nämlich Befürworter und Gegner von Hygienemaßnahmen zur Seucheneindämmung. Trotzdem kommt es in den USA erneut zu regionalen Shut-Downs. Gleichzeitig verschlechtern sich mit einer Militärübung im Südchinesischen Meer die Beziehungen zu China. Dorthin sandte Trump zwei US-Flugzeugträger.

Der Chicago-Einkaufsmanager-Index, der die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region Chicago misst, erholt sich wesentlich langsamer als erwartet. Von Mai auf Juni kletterte er von 32,2 auf 36,6 Punkte. Volkswirte gingen von 45 Punkten aus.

Vorboten einer Erholung der verarbeitenden US-Industrie: Der ISM Report On Business für die Produktionswirtschaft für Juni gibt Hoffnung: Eine Konstellation bestehend aus zunehmenden Auftragseingängen und steigender Produktion, einem Aufbau an Rohstofflagerbeständen aber zu niedrigen Lagerbeständen im Handel ist günstig für weitere Wachstumsimpulse. Von Mai auf Juni erholte sich der vom ISM berechnete Einkaufsmanagerindex (PMI) um 9,5 Basispunkte auf 52,6 Punkte. Ein Subindex und wichtiger Frühindikator, nämlich die Auftragseingänge schnellten sogar von 24,6 auf 56,4 Punkte empor. Ähnliches gilt es auch für den Produktionsindex, die um 24,1 auf 57,3 Punkte anstieg. Auch der Beschäftigungsabbau hat sich verlangsamt. Von 18 verarbeitenden Industrien waren im Juni bereits 13 auf Expansionskurs. Noch im Kontraktionsbereich waren: Transportausrüstung, Primärmetalle, Metallverarbeitung und Maschinen.

US-Industrie verzeichnet im Juni einen Rekordsprung: Der IHS Markit-Einkaufsmanagerindex für die US-Produktion stieg im Juni gegenüber dem Vormonat um 10 auf 49,8 Punkte, was IHS-Market Chefökonom, Chris Williamson, wie folgt kommentiert: „Die US-Hersteller berichteten über eine deutliche Wende in den Geschäftsbedingungen im zweiten Quartal, wobei der Einbruch von Produktion und Nachfrage im April auf dem Höhepunkt der Krise im Juni rasch zu einer Stabilisierung führte”. Restrisiko bleibt eine zweite Corona-Welle.

V-förmige Erholung am US-Arbeitsmarkt: Alleine im Juni wurden außerhalb der Landwirtschaft 4,8 Mio. Stellen geschaffen, während Analysten nur von knapp 3 Mio. ausgingen. Die Arbeitslosenquote ist vom Mai auf Juni von 13,3 auf 11,1% gesunken vgl. mit einem zwischenzeitlichen Höhepunkt bei 14,7%. Die Anzahl der arbeitslosen Personen ist aber nur um 3,2 auf 17,8 Millionen gesunken, da Corona-bedingt auch Jobs verlorengingen, in der vergangenen Woche z.B. knapp 1,43 Millionen. Während sich die Anzahl der zwischenzeitlich Arbeitslosen wieder reduzierte, stieg jene der Arbeitslosen für über 5 bis 26 Wochen und jene der Langzeitarbeitslosen (über 27 Wochen arbeitslos gemeldet) um je 825.000 bis 1,9 Millionen bzw. 227.000 bis 1,4 Millionen. Die Partizipationsrate stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 61,5, liegt aber noch um 1,9 Prozentpunkte unter dem Februar-Level. Auf Jahresbasis stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne um 5,4% auf 24,74 USD, da vor allem schlecht bezahlte, weniger qualifizierte Stellen abgebaut wurden. Die Reversion dieser Entwicklung im Zuge einer V-förmigen Erholung zeigte sich darin, dass von Mai au Juni die durchschnittlichen Stundenlöhne im Privatsektor von 24,97 auf 24,74 USD zurückgingen.

Rasante Abwärtsrevision zukünftiger Gewinne auf Rekordniveau: Der Analystenkonsens von FactSet geht im S&P 500 für das zweite Quartal 2020 bereits von einem Gewinneinbruch um 43,8% aus, was auf Jahresbasis der stärkste Rückgang seit dem vierten Quartal 2008 (damals -69,1%) wäre. Was aktuell auffällt ist das rasante Tempo der Abwärtsrevision der Gewinnprognosen. Während des zweiten Quartals hatten Analysten die durchschnittlichen aggregierten Gewinnprognosen für S&P 500 Firmen um 37% von 36,93 auf 23,25 USD nach unten revidiert. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche Abwärtsrevision der Unternehmensgewinne in den vergangenen 10 Jahren nur bei 3,4% und während der vergangenen 15 Jahre nur bei 4,6%. Faktisch sind dies die stärksten Abwärtsrevision seit Beginn der Aufzeichnungen durch FactSet im ersten Quartal 2002. Für das Gesamtjahr 2020 wird laut Analystenkonsens von FactSet ein Gewinneinbruch von 21,5% erwartet, auf den aber 2021 wieder ein Wachstum von 28,2% folgen sollte. Somit liegt das 12-Monats-Forward-KGV mit 21,8 weit über dem 10-Jahresschnitt von 15,2, was im aktuell unsicheren Umfeld erhöhtes Verlustpotenzial am Aktienmarkt bedeutet.

AKTIEN – EUROPA

 Einkaufsmanagerindex der Eurozone auf 4-Monats-Hoch: Der IHS Markit Composite Index Eurozone stieg von 31,9 Punkte im Mai auf 48,5 Punkte im Juni, was ein überraschend starkes Aktivitätsniveau der Privatwirtschaft im Euroraum darstellt, zumal die Vorabschätzung um einen Punkt übertroffen wurde. Allerdings beginnt der Expansionsbereich erst bei 50 Punkten. Diesen hatte Frankreich mit 51,7 Punkten bereits erreicht, während Deutschland mit 47 Punkten noch immer im Kontraktionsbereich liegt. Da das BIP im Mai und Juni wieder kräftig gestiegen sein dürfte sollte die Wirtschaftsleistung des Euroraums im 2. Quartalsabschnitt nur noch um 0,2% schrumpfen. Gleichzeitig nährt laut Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, das verbesserte Geschäftsklima die Hoffnung, dass das BIP im dritten Quartal 2020 wieder wachsen dürfte.

Die Deutsche Post zählte mit 6,2% Plus in der vergangenen Woche zu den Top 3 Performern im DAX. Analysten sind vom weltweit größten Post- und Logistik-Unternehmen überzeugt. Die DZ Bank hob den fairen Wert von 32 auf 38 EUR an (Kurs: 33,17 EUR) und beließ die Einstufung auf „Kaufen“. Das Unternehmen sollte vergleichsweise gut durch die Krise kommen. Den erhöhten Wert begründete die DZ Bank mit „erhöhten Gewinnschätzungen und angepassten Risikoparametern“.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas Dienstleistungsbranche wieder auf Wachstumskurs: Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen stieg im Juni weiter von 55 auf 58,4 Zähler und somit den höchsten Stand seit April 2010. Auch die Exportbestellungen lagen erstmals seit Jänner wieder im Plus. Offensichtlich gibt es einiges nachzuholen. Konkret bedeutet dies, dass es den Dienstleistungs-KMUs in China besser geht. Doch auch die großen staatlichen Unternehmen sind auf Expansionskurs. Immer mehr Analysten gehen wieder von einem BIP-Wachstum aus nachdem es infolge von Werksschließungen und Ausgangssperren im ersten Quartal zu einer Schrumpfung von 6,8% kam. Zuletzt hat Nomura seine Prognose für das 2. Quartal von 1,2 auf 2,6% (Jahresvergleich) erhöht.

ANLEIHEN

Die Fed konnte sich zu keiner Zinskurvenkontrolle, sprich Ausrichtung der Geldpolitik an bestimmten Zinssätzen, durchringen. Eine Alternative wäre eine besonders lange Null-Leitzinsperiode. Fakt ist, dass Fed-Chef, Jerome Powell, vor dem Hintergrund steigender Covid-Fälle auf eine außerordentlich ungewisse Erholung hinwies. Somit werde sich an der aktuellen Geldpolitik in nächster Zeit nichts ändern. Also Nullzinsen bis Ende 2022 sind zu erwarten. In Europa bleibt die Geldpolitik expansiv. Auf der anderen Seite mehren sich Erholungstendenzen der Privatwirtschaft. Die Folge: Anhaltende Seitwärtsbewegung bei Staatsanleihen hoher Bonitäten weltweit. Binnen einer Woche stiegen die Renditen zehnjähriger US-Treasuries nur marginal von 0,64 auf 0,67% und in Europa geht es bei den Staatsanleihen mit gutem Rating mit den Renditen ebenfalls seitwärts. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg marginal um 4 BP auf -0,44%, französische Papiere mit gleicher Laufzeit weisen mit -0,12% eine fast unveränderte Rendite auf, während die Renditen italienischer und griechischer Papiere im Monatsvergleich um jeweils 16 bzw. 19 Basispunkte auf je 1,25 bzw. 1,14% zurückgingen. Indessen sind mit steigender Risikofreude der Anleger die Kurse von Hartwährungsanleihen der Schwellenländer erneut angestiegen.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries waren bereits in den vergangenen Wochen infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed sowie der Aussichten auf einen Neustart der US-Wirtschaft (Reopening) rückläufig. Nun kamen noch die starken Einkaufsmanager-Indizes und ermutigenden Arbeitsmarktdaten hinzu. In der vergangenen Woche bis 3. Juli waren die Spreads um weitere 13 Basispunkte auf 6,17 PP rückläufig.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Öl und Agrarrohstoffe im Aufwind: Analysten rechnen innerhalb der kommenden zwei Jahren mit einem Angebotsdefizit bei Rohöl. Hinzukommt, dass die US-Lagerbestände nach einem Rekordhoch nun in der vergangenen Woche gleich um 7,2 Mio. Barrel zurückgingen. Mais +7,7%, Weizen +3,4%, Sojabohnen +3,6%, Kaffee +6,7% – Was ist passiert? Marktteilnehmer erwarteten bei den USDA-Berichten wesentlich höhere Anbauflächen. So haben Farmer beispielsweise viel weniger Mais gepflanzt als erwartet. Die USDA sieht die Maisfläche nur noch mit 37,2 Mio. Hektar, während die Analystenschätzungen bei 38,5 Millionen Hektar lagen. Auch die Soja- und Weizenfläche blieb unter den Analystenschätzungen. Hinzukommen Fragen der Witterung.

WÄHRUNGEN

Wenig Bewegung aber Rohstoffwährungen fester: Die Schwankungen des Euro zu den wichtigsten Währungen hielten sich in engen Grenzen. Allerdings zeigten im Einklang steigender Öl- und Rohstoffpreise der australische und kanadische Dollar und vor allem die Norwegische Krone (über 2% Plus!) Stärke zum Euro. Sogar der brasilianische Real, mexikanische Peso und südafrikanische Rand setzten zu einer Gegenbewegung an. In Russland hingegen setzten die Nachwirkungen der jüngsten Leitzinssenkung und die steigende Anzahl an Corona-Fällen den Rubel unter Druck. Eine Sondersituation herrscht beim britischen Pfund vor, das im Vorfeld der zweiten Brexit-Frist am 30. Juni massiv unter Druck geriet, ehe danach eine kräftige Gegenreaktion einsetzte.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

06.07.2020

EUR: Einzelhandelsumsätze USA: Markit PMI Dienstleistungen, Markit PMI Gesamtindex; ISM nicht verarbeitendes Gewerbe

07.07.2020

China: Exporte Japan: Führender Wirtschaftsindex

08.07.2020

Japan: Leistungsbilanz USA: Rohöllagerbestand EUR: EU-Kommission veröffentlicht Wachstumsprognose

09.07.2020

China: Inflationsdaten USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung

10.07.2020

China: Neue Kredite USA: Erzeugerpreisindex

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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