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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 3

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Verzögerung in der Unterzeichnung des Handelsabkommens (Teil 1): Der für 15. Jänner zur Unterzeichnung vorgesehene Teil 1 des Handelsabkommens USA-China könnte sich laut US-Präsident Donald Trump geringfügig verzögern. Allerdings ist ein ständiger Dialog zwischen China und den USA zu Handelsthemen geplant. Dieser soll über halbjährliche Treffen umgesetzt werden. Hintergrund Teil 1 des Abkommens: Nach US-Angaben verpflichtet sich China darin, Importe aus den USA um 200 Mrd. USD über zwei Jahre zu erhöhen, wovon mindestens 40 Mrd. USD jährlich den US-Landwirten – eine wichtige Wählergruppe für Trump – zugutekommen sollten. Es werden vorerst keine weiteren Strafzölle erhoben. Kritische Beobachter sehen darin jedoch nur einen „Waffenstillstand“ für den Wahlkampf.

Irankonflikt nach setzt sich nach versehentlichem Flugzeugabschuss weiter Fort: Auf die Tötung des hochrangigen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch US-Militärs im Irak kündigte der Iran das Atomabkommen auf. Der iranische Anführer, Ali Chamenei, hat den USA heftige Vergeltung angedroht. Wenige Tage später feuerte der Iran Raketen auf US-Stützpunkte im Irak. Die USA haben von Vergeltungsschlägen abgesehen und dafür nur neue Sanktionen gegen den Iran verhängt, was sich grundsätzlich positiv auf die Märkte auswirkte. Doch der versehentliche Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs nahe Teheran (176 Tote) sorgte erneut für Missstimmung.

Stellenaufbau enttäuschte: Außerhalb des Agrarsektors entstanden in den USA im Dezember 2019 nur 145.000 neue Stellen. Analysten erwarteten 160.000. Zwar blieb die Arbeitslosenquote mit 3,5% noch auf dem tiefsten Stand seit 50 Jahren, doch bei gleichbleibender Wochenarbeitszeit hat sich die Steigerung der durchschnittlichen Stundenlöhne in der Privatwirtschaft von 3,1 auf 2,9% verlangsamt.

Laut US ISM PMI-Index für die Branchen außerhalb der Produktion zeigte sich der NMI-PMI im Dezember 2019 mit 55 Punkten eine Steigerung um 1,1% au 55 Punkte, was der höchste Stand seit August 2019 ist und einem BIP-Wachstum von 2,2% entspräche. Der Wert liegt über den Erwartungen und zerstreut die Ängste, dass die Schwäche des Produktionsbereichs auf die Dienstleistungen übergreift. Besonders stark entwickelte sich der Subindex für die Geschäftsaktivitäten, der um 5,6 auf 57,2 Punkte stieg. Auftragseingänge und Beschäftigung erreichten noch einen zufriedenstellenden Level.

Schwaches Gewinnwachstumsjahr 2019: Per 10. Jänner veröffentlichten bereits 4% der S&P 500 Firmen Gewinne für das 4. Quartal 2019: Der Anteil der positiven Gewinnüberraschungen lag bei 84%, wobei 42% der Firmen negative Währungseinflüsse (starker Dollar) bekanntgaben. Auffällig ist die Dynamik der Anpassung der Gewinnprognosen im vierten Quartal. Den erwarteten Gewinn pro Aktie haben nämlich die Analysten über den Zeitraum des vierten Quartals hinweg um 4,7% nach unten revidiert, während der 10-Jahresschnitt der Revisionen lediglich bei -3,1% lag. Von den 107 Firmen, die eine Gewinnvorschau für das vierte Quartal veröffentlichten, gaben 73 einen negativen Ausblick, also 68%, ein Wert, der jedoch unter dem Fünf-Jahresschnitt von 70% liegt. Der Gewinnrückgang im 4. Quartal wird auf -2% geschätzt im Vergleich zu -1,8% in der Vorwoche. Dafür waren Abwärtsrevisionen im Energiesektor und bei Herstellern von Industrieprodukten verantwortlich. Der Umsatz sollte im 4. Quartal aber noch um 2,6% wachsen. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten Analysten bei 3,9% Umsatzwachstum ein nur noch marginales Gewinnwachstum von 0,2%. Doch 2020 sind die Basiseffekte der Steuerreform vorbei und bei 5,4% Umsatzwachstum sollten die Gewinne um 9,4% steigen. Trotzdem erscheint ein 12-Monats-Forward-KGV von 18,4 im S&P 500 bereits als ambitioniert. Der Fünf-Jahresschnitt lag bei 16,7 und es kann im Laufe des Jahres noch immer zu Abwärtsrevisionen der Gewinnerwartungen kommen, die bereits marginal einsetzten.

AKTIEN – EUROPA

Brexit Gesetz verabschiedet und Unsicherheiten. Die Neuwahl am 12. Dezember war mit dem Wahlsieg von Boris Johnson theoretisch eine wichtige Weichenstellung Richtung geregelten Brexit mit Übergangsfrist bis Ende 2020. Mit großer Mehrheit hat das Unterhaus für den Entwurf eines Gesetzestextes zum Ausstieg der Briten aus der EU gestimmt. Am 9. Jänner stimmte das britische Unterhaus für das Brexit Gesetz und billigte den mit der EU-ausgehandelten Brexit-Vertrag. Das Gesetz sollte noch vor dem geplanten Austrittstermin am 31. Jänner in Kraft treten. Um sich mit der EU auf ein Abkommen über künftige Beziehungen zu einigen bleibt nur noch ein Zeitrahmen bis Ende 2020. Kritisch wird vor allem das Prozedere, denn: Neue Verträge müssten nicht nur die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfel billigen, sondern auch 27 Parlamente sowie möglicherweise mehrere Regionalparlamente müssten dem noch zustimmen. Das Problem ist auch, dass Johnson die Möglichkeit einer Verlängerung der Frist um bis zu zwei Jahre kategorisch ausschließt. Innerhalb Großbritanniens droht Ungemach, zumal mit fortschreitendem Alter der Königin und zunehmenden Skandalen in der Nachfolgegeneration sogar die Monarchie auf dem Prüfstand stehen könnte. Federführend wären hier die EU-freundlichen Schotten, deren Nationalpartei einem Unabhängigkeitsreferendum durchaus etwas abgewinnen könnte.

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Laut Refinitiv-Konsens sollten im 4. Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 0,9% Umsatzwachstum um 2,5% wachsen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann beschleunigen sich Umsatz- und Gewinnplus auf je 2,9 bzw. 4,5%. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 22,5% sollte dabei auf en Technologiesektor fallen, gefolgt von +19,4% bei den Telekom-Services und 13,5% bei den Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Hingegen ein Gewinneinbruch von 12,1% wird für den Energiesektor erwartet, gefolgt von je -11,0 bzw. -10,9% bei den Grundstoffen und Versorgern. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 0,6% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+9,7%) und Versorger (+9,1%). Hingegen um je 15,2 bzw. 10,9% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 0,5% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zu 3. Quartal 2020 auf 15,6% beschleunigen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China ist bestrebt, durch Senkung der Mindestreserven der Banken bei der Zentralbank, Infrastrukturprogramme und eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik (Zollsenkungen und mehr Marktzugänge privater Firmen) bestrebt, das Wachstum auf hohem Niveau zu halten. Im vergangenen Jahr wuchs nämlich Chinas Wirtschaft nur noch um 6,14% und somit auf den tiefsten Stand seit 1990, was auf den Handelskonflikt mit den USA zurückzuführen ist. Doch aufgrund der hohen Verschuldung, muss ein gewisser Wachstumslevel aufrechterhalten werden. Die kumulierte Verschuldung der Wirtschaft soll laut Experten 300% des chinesischen BIP übersteigen, wovon der Löwenanteil auf Unternehmen fällt. 2019 kam es zum zweiten Mal in Folge zu steigenden Kreditausfällen bei Unternehmensanleihen, weshalb die Regierung bestrebt ist, mit keynesianistischen Maßnahmen das Wachstum aufrechtzuerhalten. Sollte sich der Konflikt mit den USA legen, dann dürfte dies auch gelingen.

ANLEIHEN

Eine längere Zinssenkungspause der Fed infolge einer relativ robusten Konjunktur mit einem leergefegten Arbeitsmarkt wird allgemein erwartet. Die Schätzungen der Dauer reichen bis November 2020, wobei bis zur Fed-Sitzung am 16. September, die von den Futuresmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit gleichbleibender Zinsen bei 52% liegt. Das ist angesichts der jüngsten Arbeitsmarktdaten nicht weiter verwunderlich. In Europa gibt es indessen mehrere Indikatoren, dass es unter Christine Lagarde überraschenderweise zu einer Normalisierung des Zinsgefüges kommen könnte: Sie spielte den Ball der Wirtschaftsstimulation der Fiskalpolitik der Regierungen zu, sprach sich für eine grüne Geldpolitik aus und hat gerade den Prozess einer Überarbeitung der geldpolitischen Strategie der EZB in die Wege geleitet. Das Ergebnis könnten neue angepasste Inflationsziele von beispielsweise 1% statt nahe aber unter 2% sein. So lange aber der Überarbeitungsprozess läuft, scheint sie den Kurs ihres Vorgängers, Mario Draghi, fortzusetzen. Darüber hinaus ist Lagarde innerhalb des EZB-Rates um einen Konsens bemüht. Vor allem möchte sie sich dem deutschen Lager annähern und als Zeichen guten Willens hat Lagarde für 2020 vorgenommen, sogar Deutschkurse zu belegen. Szenarien wie ganz tiefe Negativzinsen und Bargeldabschaffung rücken wieder in weitere Ferne. Ein schrittweiser Weg zurück zur „Normalität“ hingegen erscheint plausibler und entsprechend sind die Bondmärkte gerade dabei, diese neuen Rahmenbedingungen einzupreisen. Hingegen der Inflationsdruck bleibt niedrig. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ging somit auf Monatsbasis um 7 Basispunkte auf 1,82% (im Wochenvergleich ein marginaler Anstieg) zurück, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen bei –im Monatsvergleich um 7 und Wochenvergleich sogar 10 Basispunkte auf -0,20% angestiegen ist.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind nach soliden Konjunkturaussichten vom 12. Dezember bis 9. Jänner um weitere 21 Basispunkte auf 3,49 Prozentpunkte zurück gegangen.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis ist infolge der geopolitischen Spannungen in Nahost im Wochenvergleich zwischenzeitlich auf über 1600 USD gestiegen. Doch das Ausbleiben weiterer Militäreinsätze der USA gegen den Iran rief verstärkt Shortseller am Terminmarkt auf den Plan, was zu plötzlichen Rückschlägen führte. Doch anhaltende Spannungen stabilisierten im weiteren Wochenverlauf den Goldpreis. Zwischenzeitlich stärker aufholen konnte indessen der Silberpreis.

 

Infolge des Iran-Konfliktes ist der Ölpreis erneut im Aufwind gewesen. Darüber hinaus wirkte die Drosselung der OPEC-Fördermenge um weitere 0,5 Mio. Barrel pro Tag. Doch das Ausbleiben einer größeren Eskalation setzte den Ölpreis wieder unter Druck. Allerdings kann eine Blockade der wichtigen Öltransportroute, der Strasse von Hormus, jederzeit eine Preisexplosion auslösen.

WÄHRUNGEN

  • Bei relativ wenig Bewegung des Euro zu den wichtigsten Währungen fiel lediglich eine Abschwächung des Japanischen Yen auf, was sich u.a. damit erklärten lässt, dass sich die Geldpolitik der EZB und Fed schneller Richtung restriktiveren Kurs verändern könnte als jene der Bank of Japan. Bei den Carry-Trade-Währungen zeigte sich vor allem der russische Rubel von seiner starken Seite. Positiv entwickelten sich der mexikanische Peso und brasilianische Real. Auch die türkische Lira war wieder fester. Offensichtlich steigt die Risikofreude der Anleger, die in Hochzinswährungen nach Rendite Ausschau halten.

 

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

13.01.2020

UK: BIP u. Industrieproduktion

14.01.2020

China: Handelsbilanz, Exporte USA: Inflationsdaten, Rohöllagerbestand

15.01.2020

EUR: Industrieproduktion UK: Inflationsrate USA: Quartalszahlen: Goldman Sachs, BlackRock, Bank of America, Alcoa, 16.01.: USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels 17.01.: China. BIP, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion EUR: Inflationsrate USA: Baugenehmigungen, Baubeginne, Industrieproduktion, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Kapazitätsauslastung

16.01.2020

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels

17.01.2020

China. BIP, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion EUR: Inflationsrate USA: Baugenehmigungen, Baubeginne, Industrieproduktion, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Kapazitätsauslastung

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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