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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC WEEKLY KW 30

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

  • Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Sonntag mit ca. 14,3 Millionen (Vorwoche: 17,7 Millionen) neue Rekordwerte, wobei in den USA die Zahl binnen einer Woche von 3,25 auf über 3,71 Miilionen anstieg. Explosionsartig steigen die Zahlen der Infizierten in Brasilien, Peru, Mexiko, Südafrika, Russland und Indien. Eine zweite Welle hat faktisch bereits begonnen und in den USA setzen zumindest demokratische Gouverneure auf regionale Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche. Ein neuer Lockdown wird befürchtet, was vergangene Woche bereits die Börsenstimmung trübte. Die Beziehungen USA-China bleiben weiter angespannt. Auf Empfehlung der USA schließt Großbritannien in der Ausschreibung für den Bau der 5 G-Netze den chinesischen Konzern Huawei aus. Wegen des Sicherheitsgesetztes in Hongkong, das China den Durchgriff gegen die Opposition ermöglicht, erklärte US-Präsident Donald Trump, die Vorzugsbehandlung der Sonderverwaltungszone für beendet: „Keine besonderen Privilegien, keine besondere wirtschaftliche Behandlung und kein Export sensibler Technologien”, sagte er bei einer Pressekonferenz und es folgte ein Dekret, wonach in den USA das Vermögen von Personen eingefroren wird, die demokratische Einrichtungen in Hongkong untergraben. China kündigte Gegenmaßnahmen an und bezichtigte die USA der Manipulation.
  • Aktivitätsniveau der Industrie in der Region Philadelphia hat sich im Juli leicht verschlechtert: Der Konjunkturindex und Frühindikator (für gesamte US-Produktion) der Federal Reserve Bank of Philadelphia fiel von Juni auf Juli von 27,5 auf 24,1 Punkte, während die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte lediglich von einem Indexstand von 20 Punkten ausgingen. Das ist noch immer eine sehr positive Entwicklung, denn erst unter Null spricht man von einem Abschwung im verarbeitenden Gewerbe. Interessant zu beobachten ist auch, dass der Subindex für Neuaufträge von 16,7 auf 23 Punkte anstieg.
  • Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen in den USA stark rückläufig. In der ersten Julihälfte schlägt die rasche Ausbreitung von Corona auf die Verbraucherstimmung. Das zeigt die erste Veröffentlichung für Juli, wonach das Verbrauchervertrauen gegenüber dem Vormonat von 78,1 auf 73,2 Punkte fiel. Das wären nur noch 1,4 Punkte über dem April-Tief, während die Analystenprognosen noch von 79 Punkten ausgingen. Besonders schlecht waren die Konsumentenerwartungen, die von 72,3 auf 66,2 Punkte einbrachen. Aktuelle Konjunkturstimulations- maßnahmen der Regierung sind offensichtlich unzureichend.
  • US-Einzelhandel erholt sich von Corona-Crash: Im Juni stiegen die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 7,5%, was zwar eine Verlangsamung gegenüber Plus 18,2% im Mai darstellt aber noch immer über dem Prognosekonsens der von Reuters befragten Ökonomen liegt, die lediglich mit einem Zuwachs von 5% rechneten. Der private Konsum macht in den USA mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Die wirtschaftliche Aktivität im Einzelhandel ist noch deutlich vom Niveau vor der Corona-Krise entfernt, weshalb weitere Konjunkturstimulationsmaßnahmen der Fed und der US-Regierung zu erwarten sind.
  • Scheinbar erfreulicher Auftakt zur Earning Season: Per 17. Juli veröffentlichten bereits 9% aller Unternehmen Gewinne für das zweite Quartal 2020. 73% davon gaben Gewinne über den Analystenschätzungen bekannt – ein Wert, der über dem 5-Jahresschnitt von 72% liegt. Bis dato als Sektoren 100% positive Gewinnüberraschungen verzeichneten Technologie, Gesundheit und Grundstoffe, während der Telekom-Service-Bereich mit 0% am schlechtesten abschnitt. Aggregiert betrachtet lagen bis dato die Gewinne um 6,3% über den Analystenerwartungen – verglichen mit einem 5-Jahresschnitt von 4,7%. Kombiniert man jüngste Veröffentlichungen mit den Prognosen der Analysten, dann ist im zweiten Quartal von einem Gewinneinbruch um 44,0% aus (Vorwoche -44,7% erwartet) auszugehen, was auf Jahresbasis der stärkste Rückgang seit dem vierten Quartal 2008 (damals -69,1%) wäre. Was aktuell auffällt ist das rasante Tempo der Abwärtsrevision der Gewinnprognosen. Während des zweiten Quartals hatten Analysten die durchschnittlichen aggregierten Gewinnprognosen für S&P 500 Firmen um 37% nach unten revidiert. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche Abwärtsrevision der Unternehmensgewinne in den vergangenen 10 Jahren nur bei 3,4% und während der vergangenen 15 Jahre nur bei 4,6%. Faktisch ist dies die stärkste Abwärtsrevision seit Beginn der Aufzeichnungen durch FactSet im ersten Quartal 2002. Im dritten Quartal sollten die Gewinne noch immer um 24,4% schrumpfen. Für das Gesamtjahr 2020 wird laut Analystenkonsens von FactSet ein Gewinneinbruch von 21,1% (Vorwoche: -21,5%) erwartet, auf den aber 2021 wieder ein Wachstum von 28,0% folgen sollte. Somit liegt das 12-Monats-Forward-KGV mit 22,3 weit über dem 10-Jahresschnitt von 15,2, was im aktuell unsicheren Umfeld erhöhtes Verlustpotenzial am Aktienmarkt bedeutet.

AKTIEN – EUROPA

  • Moderate Erholung der Industrie in der Eurozone: Der Industrieproduktionslevel liegt trotz jüngster Erholungstendenzen noch rund ein Fünftel unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit, was allerdings an der Aktualität der Daten von Eurostat liegt. Demnach schrumpfte im April gegenüber dem Vormonat die Industrieproduktion noch um 18,2% ehe im Mai eine Erholung um 12,4% folgte. Im Jahresvergleich hingegen sieht es noch düster aus: 20,9% Rückgang im Mai und sogar -28,7% im April. Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, weshalb die Investitionsgüterproduktion zuletzt um 28,4% einbrach. Von den EU-Mitgliedsstaaten verzeichnete die Slowakei mit -33,5% den stärksten Produktionseinbruch.
  • Daimler spart und ist somit trotz hoher Quartalsverluste Wochengewinner: Mit 7,2% Plus führt Daimler vergangene Woche den DAX an. Zwar lag das vorläufige Konzern EBIT bei minus 1.682 Mio. EUR. Doch die Konsensschätzung der Analysten ging von 2.069 Mio. EUR Minus aus. Aufgrund einer über den Erwartungen liegenden Markterholung und einer starken Entwicklung im Juni sind diverse Kennziffern über den Markterwartungen ausgefallen. Zudem will Daimler, Medienberichten zufolge, seine Personalkosten deutlich stärker reduzieren als bislang geplant. Anstatt um 1,4 Mrd. EUR sollten nun jährlich ca. 2 Mrd. EUR eingespart werden. 20.000 Arbeitsplätze sollten abgebaut werden. Der zukünftige Fokus soll wieder stärker auf Luxusautos liegen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

  • Chinas Wirtschaft wächst wieder: Nachdem Chinas Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 erstmals seit 1992 mit minus 6,8% ein negatives Wachstum aufwies, folgte bereits im zweiten Quartal eine Erholung mit 3,2% BIP-Wachstum – ein Wert der über den Erwartungen der Volkswirte liegt. Die Binnenwirtschaft erholt sich und auch der Außenhandel, wo Exporte und Importe im Juni erstmals wieder im Plus lagen. In USD berechnet stiegen die Exporte um 0,5% und die Importe sogar um 2,7%. Unsicherheitsfaktor bleibt noch der Handelsstreit mit den USA. Auch ist die Gefahr einer zweiten Corona-Welle und der jüngst aufkeimenden Pest ist nicht zu unterschätzen.

ANLEIHEN

  • Die Geldpolitik der Bank of Japan bleibt weiterhin expansiv, während in der Fed die Kontrolle der Zinskurve kein Tabu mehr ist sondern kontroversiell diskutiert wird. Indessen zeigt sich die EZB für die weitere Konjunkturentwicklung im laufenden Jahr pessimistischer und rechnet anstatt der minus 5,5% (Mai-Prognose) mittlerweile im Euroraum mit einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 8,3%. Allerdings sollte dann 2021 auch die Erholung mit 5,7% etwas stärker sein als die ursprünglich prognostizierten 4,3%. Für heuer gehen die Volkswirte der EZB nur noch von 0,4% Inflation aus, die sich bis 2025 auf 1,6% erholen sollte. Allerdings will die Fed vorläufig mit den bereits beschlossenen Maßnahmen ihr Auslangen finden und abwarten, wie sich diese auf die Wirtschaft auswirken. Bei den Anleihenkäufen sollte das gesamte Volumen ausgeschöpft werden, sofern es keine bedeutenden positiven Überraschungen gebe – so Lagarde auf der Online-Pressekonferenz nach der EZB-Ratsssitzung. Das pandemiebedingte Anleihenkaufvolumen liegt bereits bei 1,35 Billionen EUR und die Käufe wurden bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert. Die Leitzinsen der EZB blieben unverändert. Einerseits sind viele Marktteilnehmer nun von der EZB enttäuscht, da es keine weiteren Maßnahmen gibt, auf der anderen Seite schüren die moderaten Inflationsprognosen und der negative Konjunkturausblick 2020 Hoffnungen auf weitere Schritte. Daraus und aus den weltweiten Rahmenbedingungen resultiert eine Seitwärtsbewegung bei den Renditen hochwertiger Staatsanleihen. Im Wochenverlauf ist die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen lediglich um 2 Basispunkte auf -0,45% gestiegen. Die Rendite laufzeitkongruenter US-Treasuries blieb mit 0,63% unverändert und auch sonst war bei europäischen Staatsanleihen wenig Aktivität erkennbar. Indessen sind mit steigender Risikofreude der Anleger die Kurse von Hartwährungsanleihen der Schwellenländer erneut angestiegen.
  • HY-Corporate Bonds im Aufwind: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries waren bereits in den vergangenen Wochen infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed sowie der Aussichten auf einen Neustart der US-Wirtschaft (Reopening) rückläufig. Die hohe Risikofreude der Anleger führte auf Wochenbasis (bis 16. Juli) zu einer weiteren Einengung der Spreads von 6,14 auf 5,76 Prozentpunkte.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

  • Während Gold mit dem Durchbruch der charttechnischen Marke von 1800 USD zu kämpfen hat, explodiert der Preis für Bauholz: Baumärkte verkaufen wesentlich mehr Holz als erwartet. Gleichzeitig drosselte die Sägeindustrie ihr Produktionsniveau. Aber die im März und April Corona-bedingt auf Eis gelegten Eigenheim-Bauprojekte in den USA werden nun nachgeholt. Das zeigt auch der National Association of Home Builders/Wells Housing Market Index. Das Sentiment der Häuselbauer stieg in den USA im Juli um 14 auf 72 Punkte und erreichte bereits wieder „Vor-Corona-Niveau“.

WÄHRUNGEN

  • Die EZB klang den Marktteilnehmern zu restriktiv – eine Entwicklung die bereits vor der EZB-Ratssitzung befürchtet wurde und sich nun bewahrheitet hat. Beispielsweise verlor der US-Dollar zum Euro in der vergangenen Woche gut einen Prozent und EUR/USD durchbrach die charttechnisch wichtige Marke von 1,14 Punkten nach oben. Auch der Yen und Schweizer Franken gaben nach, während das britische Pfund einen kleinen Schwächeanfall erlitt. Ursache: Ein drohender No-Deal-Brexit schürt Ängste, dass das Pfund zur „Schwellenländerwährung“ verkommt. Ebenfalls unter Druck stehen Mexikanischer Peso und Russischer Rubel – nicht zuletzt aufgrund der unkontrollierten Pandemie.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

20.07.:

China: Zinsentscheidung der Zentralbank

21.07.:

Japan: Inflationsdaten USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex

22.07.:

Japan: China: BIP, Industrieproduktion, Immobilienpreisindex

23.07.:

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, EUR: Verbrauchervertrauen

24.07.

EUR: Markit PMI Gesamtindex; Markit Indizes verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen USA: Markit PMI Gesamtindex; Markit Indizes verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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