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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 34

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Sonntag mit ca. 21,5 Millionen (vor zwei Wochen noch 17,9 Millionen) neue Rekordwerte, wobei in den USA die Zahl binnen einer Woche von fünf auf 5,4 Millionen anstieg. Explosionsartig steigen die Zahlen der Infizierten in Brasilien, Peru, Mexiko, Südafrika Russland und Indien. In Brasilien und Indien gibt es bereits 3,3 bzw. 2,6 Millionen Fälle. Eine zweite Welle nimmt ihren und in den USA sind zunehmende Restriktionen im Vormarsch. Dies könnte nun US-Präsident, Donald Trump, wie folgt nützen: Er könnte auf eine radikale Seucheneindämmungspolitik umschwenken und unter dem Vorwand der Corona-Maßnahmen die Wahl verschieben lassen. Gleichzeitig gibt es reichlich geopolitischen Sprengstoff zur Ablenkung von innenpolitischen Schwächen. Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen wieder diplomatische Beziehungen auf. Im Gegenzug setzte Israel seine umstrittenen Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus. Diese Annäherung erzürnte den Iran und die Türkei, die bereits die diplomatischen Beziehungen zu Israel abbrachen. Zwar ist die Türkei noch auf dem Papier NATO-Mitglied doch die aktuelle Realpolitik spricht eher für eine zukünftige Allianz von Türkei und Iran gegen USA und Israel. Ein weiterer Krisenschauplatz ist Belarus, wo eine landesweite Protestbewegung gegen Wahlfälschung und das alte Regime Ähnlichkeiten mit der Maidan-Bewegung in der Ukraine aufweist. Unterschied ist allerdings, dass der Präsident von Belarus Russland um Hilfe bat. Im Worst Case kommt es zur Niederschlagung des Aufstandes durch einmarschierende russische Truppen. Dann ist die Eingliederung von Belarus in die Russische Föderation nur noch eine Frage der Zeit. Allerdings könnte dies massive Sanktionen von USA und EU gegen Belarus und Russland zur Folge haben und enormen geopolitischen Sprengstoff in sich bergen.

Fortsetzung der Erholung des Einzelhandels im Juli: In den USA sind die Einzelhandelsumsätze im Juli gegenüber dem Vormonat zwar um 1,2% gestiegen, aber sie stiegen nicht so stark wie von den Analysten erwartet (+2,1%). Was dabei nicht übersehen werden darf, ist, dass der Zuwachs im Juni von 7,5 auf 8,4% nach oben revidiert wurde. Im Mai hingegen hatte es nach Rückgängen in den Monaten März und April einen starken Erholungsimpuls mit +18,2% gegeben. Nun lässt aber die Dynamik nach, wobei im Juli ohne Autoverkäufe die EInzelhandelsumsätze noch immer mit 1,9% im Plus lagen.

Erfreuliche Arbeitsmarktdaten: Mit 963.000 liegen die neuen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung erstmals seit dem 14. März unter einer Million – ein Rückgang um 228.000 gegenüber der Vorwoche. Damit lag die Zahl weit unter dem Dow Jones-Konsens der Volkswirte, der von 1,1 Mio. ausging. Die Folgeanträge gingen im Wochenvergleich um 604.000 auf 15,5 Mio. zurück.

Cisco enttäuscht mit Prognose und beendet die Woche mit knapp zweistelligem Minus: Im vierten Geschäftsquartal hinterließ die Corona-Krise ihre „Bilanzspuren“: Der Konzernumsatz ging im vierten Quartal um 9% auf 12,2 Mrd. USD zurück, zumal die Dienstleistungsumsätze um 12% rückläufig waren und auf Non-GAAP-Basis war auch der Nettogewinn um 5% auf 3,4 Mrd. USD gesunken. Auf GAAP-Basis verbesserte sich der Gewinn u.a. infolge niedrigerer Kosten um 19,5% auf 2,64 Mrd. USD. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres übernahm Cisco die Internet- und Cloud-Intelligence-Plattform „ThousandEyes“. Umso enttäuschender war der prognostizierter Umsatzeinbruch um 9 bis 11% bei einem Gewinn von nur 0,69 bis 0,71 USD/Aktie (Q4: 0,80 USD).

AKTIEN – EUROPA

Extrem positive Gewinnüberraschungen im zweiten Quartal: Der Gewinnausblick im STOXX 600 ist sehr erfreulich. Von den 240 Firmen des STOXX 600-Index, die bereits Zahlen für das zweite Quartal 2020 veröffentlichten, konnten 60,4% die Analystenerwartungen übertreffen. Laut Refinitiv-Konsens sollten aber im 2. Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 20,1% Umsatzrückgang um 51,7% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -12,6 bzw. -40,7%. Die Gewinn-Einschätzung hat sich dabei gegenüber der Vorwoche drastisch verbessert. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten bereits mit einem Gewinneinbruch um 34,5% im STOXX 600. Einziger Wachstumssektor sind die Versorger, deren Gewinne um 2,8% wachsen sollten, während die Gewinne im Energiesektor infolge der niedrigen Ölpreise sogar um über 78,1% einbrechen sollten. Dieser Pessimismus kann allerdings Nährboden für weitere positive Gewinnüberraschungen sein.

Eurozone: BIP und Erwerbstätigkeit verzeichneten die stärksten Rückgänge seit Bestehen der Datenreihe im Jahr 1995: Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres war das BIP im Euroraum im zweiten Quartal um 15% rückläufig. Besonders hart getroffen hat es Spanien und Frankreich mit Einbrüchen um je 22,1 bzw. 19%. Indessen ist die Wachstumsrate der Erwerbstätigen in Personen bei -2,9% gelegen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Industrieproduktion im Juni noch um 12,3% unter dem Level des Vorjahres lag. Zwar hat sich deren Schrumpfung gegenüber je -28,6 bzw. -20,4% im April und Mai bereits stark verlangsamt, trotzdem ist dies noch immer im Jahresvergleich eine besorgniserregende Entwicklung. Die nächste Pleitenwelle mit Massenarbeitslosigkeit ist somit nur noch eine Frage der wenigen Monaten. Sobald die Überbrückungskredite und Kurzarbeitsprogramme auslaufen und erneute Shutdowns regional einsetzen, sollte sich das wahre Ausmaß der Katastrophe zeigen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China: Mäßigung der Wachstumsdynamik in Einzelhandel und Industrieproduktion: Die Wachstumsdynamik im von der Coronakrise stark getroffenen chinesischen Einzelhandel verliert an Kraft: Während Analysten für Juli noch auf Monatsbasis mit einem marginalen Zuwachs der Einzelhandelsumsätze um 0,1% rechneten, fiel er tatsächlich mit 1,1% ins Minus. Im vergangenen Monat lag das Minus bei 1,8%. Ebenfalls enttäuscht hat im Juli die Industrieproduktion, die im Vorjahresvergleich mit plus 4,8% unter den Erwartungen der Volkswirte (plus 5,2%) lag. Erneut belastend wirken die Handelsstreitigkeiten mit den USA.

ANLEIHEN

 

Nach einer Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau zeigen die Staatsanleihenrenditen der USA und Großbritannien wieder nach oben. Ein erneutes Stimulusprogramm und neue Rekordverschuldung in den USA – all das bereitet Bondinvestoren wenig Freude. Somit ist auch bei der jüngsten Treasury-Auktion die Nachfrage nach 30jährigen US- Treasuries im Volumen von 26 Mrd. USD so niedrig ausgefallen wie zuletzt im Juli 2019. Sofort schnellte die Rendite dreißigjähriger US-Treasuries um 0,05 Prozentpunkte auf 1,43% nach oben. Das ist aber erst die Spitze des Eisbergs: Zur Finanzierung der geplanten Fiskalprogramme der US-Regierung sollten bis Jahresende zusätzliche Lücken von 2,2 Billionen (!!!) USD finanziert werden. Wen wundert es dann, wenn im Wochenvergleich die Rendite zehnjähriger US- Treasuries von 0,56 auf 0,71% anstieg? Auf Monatsbasis ist somit bereits ein Anstieg um 9 Basispunkte zu beobachten, während die Rendite britischer Staatsanleihen bereits um 10 Basispunkte binnen eines Monats auf 0,24% emporkletterte. Europa kommen indessen schwache Konjunkturdaten und gewisse Handlungsspielräume der EZB zugute. Die EZB hat sich noch reichlich Pulver trocken gehalten, während die Fed ihr Repertoire scheinbar weitgehend ausgeschöpft hat. Trotzdem fand auch hier auf niedrigem Niveau eine Anpassung statt. Auf Wochenbasis stiegen die Renditen deutscher Bundesanleihen von -0,52 auf -0,42% und liegen auf Monatsbasis bereits 0,05 Prozentpunkte im Plus. Ebenfalls auf Monatsbasis um 3 Basispunkte (BÖ) im Plus sind laufzeitkongruente niederländische Papiere mit einer Rendite von -0,31%. Zehnjährige italienische und spanische Staatsanleihen weisen noch immer relativ niedrige Renditen von je 0,98% (+5 BP im Wochenvergleich) bzw. 0,35% (-2 BIP im Wochenvergleich) auf. Hingegen bereits unter Druck stehen Staatsanleihen aus Schwellenländern, was sich in Brasilien und Indien zeigt, aber ein strukturelles Problem werden kann, denn: USA, Eurozone, Japan und China werden zur Finanzierung von Corona-Programmen den Kapitalmarkt stark in Anspruch nehmen und agieren wie ein globaler Geldschwamm. Für zahlreiche Schwellenländer bleiben deshalb bald nicht mehr genügend Gelder übrig, was bis hin zur größten Schwellenländerkrise der letzten Jahrzehnte führen kann.

HY-Corporate Bond-Ralley gerät langsam ins Stocken: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries waren bereits in den vergangenen Wochen infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed sowie der Aussichten auf einen Neustart der US-Wirtschaft (Reopening) rückläufig. Die hohe Risikofreude der Anleger führte vom 16. Juli bis 6. August zu einer weiteren Einengung dersSpreads von 5,76 auf 5,06 Prozentpunkte. Nun last langsam die Dynamik nach, was sich in der Woche bis 13. August an einem Anstieg auf 5,16 Prozentpunkte zeigte.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Nahrungs- uns Genussmittel werden bald teurer – zumindest auf USD-Basis: In der vergangenen Woche auffällig war der Agrarrohstoff-Anstieg auf breiter Front. Offensichtlich verschlechtern Anbauverhalten der Farmer und Witterungsbedingungen die Erntepotenziale. Der Klimawandel zeigt bereits Wirkung. Über 5% stieg auf Wochenbasis der Maispreis und je über 3% die Preise für Orangensaft, Zucker, Sojabohnen und Reis. Zucker, Kaffee und Kakao liegen je 11,6, 12,3 bzw. 15,9% auf Monatsbasis im Plus. Überschwemmungen, Schädlingsbefall und schlechte Ernten in China, das nun verstärkt landwirtschaftliche Produkte importiert sind eine aktuelle Erklärung.

WÄHRUNGEN

Die Bewegungen des Euro zu wichtigen Währungen hielten sich vergangene Woche in Grenzen. Etwas schwächer zum Euro tendierte der japanische Yen, während der Neuseeland-Dollar unter dem neuen Corona-Lockdown in Neuseeland leidet und unter Druck steht. Etwas zur Ruhe kam bereits vor einer Woche der Euro nach 8 % Aufwertung zum Rubel auf Monatsbasis. Hingegen die türkische Lira wertete zum Euro rund weitere 1,7% ab. Südafrikanischer Rand und mexikanischer Peso hingegen zeigten nach einer Abwertungsphase eine kleine Verschnaufpause mit Gegenbewegung.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

17.08.2020

Japan: BIP, Industrieproduktion

18.08.2020

USA: Baugenehmigungen, Baubeginne, API wöchentlicher Rohöllagerbestand

19.08.2020

UK: Inflationsdaten EUR: Inflationsdaten Deutschland: Gfk Verbrauchervertrauen USA: FOMC Protokoll

20.08.2020

USA: Philly-Fed-Herstellungsindex; Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung,

21.08.2020

Japan: Inflationsdaten EUR: Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen; Markit PMI Gesamtindex, Verbrauchervertrauen USA: Markit PMI Herstellung, Markit PMI Dienstleistungen; Markit PMI Gesamtindex; Verkäufe bestehender Häuser

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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