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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 39

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Sonntag mit ca. 30,5 Millionen neue Rekordwerte (+3,5 Mio. Fälle in zwei Wochen), wobei in den USA die Zahl von 6,25 auf 6,73Millionen anstieg. Explosionsartig steigen die Zahlen der Infizierten in Brasilien, Peru, Mexiko, Südafrika, Russland und Indien. In Brasilien und Indien gibt es bereits jeweils 4,5 bzw. 5,3 Millionen Fälle. Israel hat bereits einen Lockdown verordnet und ist somit ein Vorreiter während der aktuellen zweiten Welle, die zunehmend mehr Betriebe und Konsumenten verunsichert. Großbritannien könnte als nächstes Land in den Lockdown folgen. Gleichzeitig eskaliert der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Vergangenen Freitag hatten die USA mit einem angekündigten Verbot der chinesischen Apps Tiktok und Wechat den Handelskonflikt wieder angeheizt. Schon seit längerer Zeit gelten geschäftliche Beschränkungen gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Nun folgen Chinas Vergeltungsmaßnahmen. Es gibt neue Strafmaßnahmen gegen „ausländische Unternehmen, Organisationen und Individuen“, wenn diese gegen die „nationale Sicherheit“ Chinas oder „die international anerkannten Wirtschafts- und Handelsregeln“ verstoßen. Als mögliche Maßnahmen gelten Geldstrafen, Im- und Exportbeschränkungen, Investitions- und Einreiseverbote. Ein weiteres internationales Spannungsfeld bleibt der Erdgasstreit zwischen Griechenland und der Türkei.

Regionale Konjunktureintrübung: Das Geschäftsklima der US-Region Philadelphia trübte sich im September den dritten Monat in Folge ein. Der Indikator der regionalen Notenbank (Phily-Fed-Index) fiel von 17,2 auf 15,0 Punkte, blieb aber noch immer im Wachstumsbereich.

Besseres Konsumklima und solide Frühindikatoren: Der private Konsum ist in den USA für rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Deshalb ist das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen von Bedeutung. Der entsprechende Index stieg im September gegenüber dem Vormonat um 4,8 Punkte auf 78,9 Zähler. Analysten hatten im Schnitt nur mit 75 Punkten gerechnet. Besonders stark um 7% von 68,5 auf 73,3 Punkte hat sich der Index der zukünftigen Erwartungen verbessert. Allerdings liegt er noch 12,1% unter dem Vorjahreswert. Zuvor hat sich bereits der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren aufgehellt. Er stieg um 1,2% gegenüber dem Vormonat

US-Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Im August liegt die Anzahl der Arbeitslosen mit 13,55 Mio. noch um 7,76 Mio. über dem Level von Februar. Zwar liegt die Arbeitslosenzahl um 2,79 Mio. unter dem Wert des Vormonats, doch die Zahl der neu geschaffenen Stellen war von Juli auf August von 1,734 auf 1,371 Mio. rückläufig, während Volkswirte noch 1,518 neu geschaffene Stellen erwarteten. Zwar erholt sich die Wirtschaft vom ersten Lockdown im Frühjahr, doch die Regierung hat per Saldo 344.000 (also am meisten) Stellen geschaffen. Der Anteil der Arbeitsmarktteilnehmer am gesamten Arbeitskräftepotential (Partizipationsrate) ist zwar von 61,4 auf 61,7% gestiegen, liegt aber noch immer unter dem Niveau von August 2019, nämlich 63,2%. Es sind nicht mehr alle auf den Arbeitsmarkt zurückgekehrt. Eventuell haben bereits zahlreiche Teilnehmer die aktive Arbeitssuche aufgegeben. Nun haben in der Woche bis zum 12. September noch immer 860.000 Einwohner erstmals Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt. In der Vorwoche waren es aufwärtsrevidiert 893.000 und im August teils noch über eine Million Neuanträge pro Woche. Fazit: Die Situation des US-Arbeitsmarktes bleibt kritisch.

Blue-Chips-USA – Mehr Optimismus für das 3. Quartal 2020: Seit Ende Juni (bis 18.9.) haben laut FactSet die Analysten bei den S&P-500-Unternehmen die Gewinnprognosen um 3,4% angehoben. In den vergangenen zehn Jahren hingegen lagen in einem typischen Quartal die Abwärtsrevisionen im Schnitt bei minus 5%. Zwei Drittel der 66 Unternehmen, die einen Ausblick für das dritte Quartal veröffentlichten, gaben einen positiven Ausblick! Das sind weit mehr als im Fünf-Jahres-Schnitt (32%). Insgesamt erwarten Analysten im dritten Quartal nur noch einen Gewinnrückgang um 21,8%. Das 12-Monats-Forward-KGV liegt mit 21,7 noch auf hohem Niveau, was den US-Aktienmärkt korrekturgefährdet macht.

AKTIEN – EUROPA

Extrem positive Gewinnüberraschungen im zweiten Quartal: Von den 294 Firmen des STOXX 600-Index, die Zahlen für das zweite Quartal 2020 veröffentlichten, konnten 59,2% die Analystenerwartungen übertreffen. Laut Refinitiv-Konsens sollten aber im 2. Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 20,4% Umsatzrückgang um 52,1% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -13,0 bzw. -41,1%. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten mit einem Gewinneinbruch um 36,3% im STOXX 600. Einziger Wachstumssektor sind die Versorger, deren Gewinne um 2,0% wachsen könnten, während die Gewinne im Energiesektor infolge der niedrigen Ölpreise sogar um über 80,2% einbrechen sollten. Angesichts der zunehmenden Corona-Zahlen und Lockdown-Tendenzen bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Industrieproduktion der Eurozone erholt sich schneller als erwartet vom Lockdown: Nach einem Plus der Produktion um je 12,2 bzw. 9,5% gegenüber dem Vormonat in den Monaten Mai und Juni erwarteten Analysten einen Anstieg um 3,8%. Tatsächlich waren es im Juli plus 4,1%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug aber das Minus noch 7,7%. Volkswirte gingen von einem Rückgang um 8,5% aus. Auch der Investitionsgüterbereich setzte seine Erholung fort – ein Lichtblick für die Industrie.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China mit starkem Einzelhandel und solider Industrieproduktion: Die Einzelhandelsumsätze Chinas expandierten im August in diesem Jahr erstmals. Nach einem Rückgang von 1,1% im Juli lag das Plus bei 0,5%, während Analysten noch mit einem Nullwachstum rechneten. Die Industrieproduktion wuchs im August auf Jahressicht um 5,6% – ebenfalls stärker als Experten erwarteten (5,1%). Ein Restrisiko bleibt allerdings der weitere Verlauf der Handelsstreitigkeiten mit den USA.

Nein zu Freihandel mit Mercosur: Frankreich bekräftigte sein Veto gegen das zwischen EU und südamerikanischen Staatenbund Mercosur ausgehandelten Freihandelsabkommen. Der Grund liegt in der verstärkten Abholzung der Regenwälder in dieser Region. Generell geht in der EU der Trend mehr zu regionaleren Produkten – eine Entwicklung, die sich in der Coronakrise noch zusätzlich verstärkte. Dies bedeutet weniger Exportwachstumspotenzial für Lateinamerika.

ANLEIHEN

Renditen bleiben niedrig: In den vergangenen zwei Wochen verharrten die Renditen der Staatsanleihen entwickelter Länder in einer engeren Bandbreite. Bereits Ende August hat die Fed in der Definition des Inflationszieles einen Strategieschwenk bekanntgegeben indem sie das Inflationsziel von 2% flexibler gestaltet als bisher. Hinzu kommen widersprüchliche Konjunkturdaten und eine hohe Arbeitslosigkeit in den USA. Per Saldo verringerte sich binnen zwei Wochen die Rendite zehnjähriger US-Treasuries um 3 Basispunkte auf 0,69%. Auf Monatssicht um 4 Basispunkte auf 0,18% fielen in Großbritannien die Renditen laufzeitkongruenter Staatsanleihen: Die Bank of England ließ ihr Gesamtvolumen der Wertpapierkäufe unverändert bei 745 Mrd. Pfund und ihren Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 0,10%. Allerdings stellte sie negative Zinsen in Aussicht. In der Eurozone hingegen sind im August erstmals seit ca. vier Jahren die Verbraucherpreise wieder gesunken, und zwar um 0,2%. Die jüngste Euro-Stärke dämpfte auch die Importpreise. Somit sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen binnen zwei Wochen weiter von -0,47 auf -0,49% abgebröckelt. Auch in Frankreich und den Niederlanden kann das aktuelle Negativrenditeniveau gehalten werden.

HY-Corporate Bond-Rally gerät langsam ins Stocken: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries waren bereits in den vergangenen Monaten infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed rückläufig. Die höhere Risikofreude der Anleger führte vom 16. Juli bis 17. September zu einer weiteren Einengung der Spreads von 5,76 auf 5,14 Prozentpunkte. Nun könnte aber bald ein Boden erreicht sein, der sich charttechnisch ebenfalls abzeichnet.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Agrarpreis-Anstieg setzt sich weiter fort und Ölpreis zeigt kräftigen Rebound: Letzterer fand im Vorfeld des OPEC-Meetings am 18. September statt. Im Juli einigte sich das Energiebündnis OPEC+ auf eine Kürzung der Förderung um 7,7 Millionen Barrel Öl pro Tag über den Zeitraum August bis Dezember. Doch zeigen sich im Bündnis starke Interessenskonflikte, weshalb weitere größere Preissprünge eher fraglich sind, zumal durch einen erneuten Lockdown die Ölnachfrage gedrosselt bleiben könnte. Hingegen über 6% stieg vergangene Woche der Weizenpreise und jeweils über 4% die Preise für Sojabohnen und Kakao. Überschwemmungen in China führen zu einer höheren Importnachfrage seitens Chinas.

WÄHRUNGEN

Die Schwankungen des Euro zu wichtigen Währungen hielten sich in der vergangenen Woche in engen Grenzen. Allerdings zeigte sich der Yen zum Euro nach dem angekündigten Rücktritt des japanischen Premierministers Shinzo Abe fester. Abe stand für extrem lockere Fiskal- und Geldpolitik. Ob ein Regierungswechsel auch einen Schwenk in der Geldpolitik Japans bringt, bleibt jedoch abzuwarten. Der US-Dollar zeigte in der Hoffnung auf verbale Interventionen der EZB (Schwächung des Euro, Stärkung des Dollar als Ziel) vorübergehend festere Tendenzen. Doch das Währungspaar EUR/USD fiel nicht unter die wichtige Marke von 1,17. Mit einer eher unspektakulären EZB-Ratssitzung herrschte dann mehr Klarheit: Ergebnis: Bandbreite zwischen 1,18 und 1,19. Beim Britischen Pfund haben viele Händler auf ein Brexit-Debakel spekuliert. Doch Johnson wird alles unternehmen, um doch noch mit der EU eine Einigung zu erzielen, was das 1%-Plus zum Euro in der vergangenen Woche widerspiegelt. Offensichtlich werden manche dieser Pfundabwertungsspekulanten langsam nervös und stellen ihre Positionen glatt…

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

21.09.

USA: Fed Powell Rede Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex

22.09.

USA: Verkäufe bestehender Häuser Anhördung des Fed Vorsitzenden Powell EUR: Verbrauchervertrauen

23.09.

EUR: Markit PMI Gesamtindex; Markit PMI Herstellung, Markit PMI Dienstleistungen

24.09.

Deutschland: ifo - Geschäftsklimaindex EUR: Wirtschaftsbulletin USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Finanzminister Mnuchin Rede

25.09.

USA: Auftragseingänge langlebige Güter; Aufträge Nicht militärische Investitionsgüter ohne Flugzeuge

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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