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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 39

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Brisante Details aus den Verhandlungen USA und China zeigten, dass den USA ein normaler Kompromiss zu wenig ist: Die offiziellen Forderungen waren klar: China wollte die Aufhebung aller US-Zölle auf chinesische Produkte und verlangte dass zusätzliche Importe US-amerikanischer Produkte, vor allem im Agrarbereich in einem überschaubaren Rahmen blieben. Die USA forderten nach Außen mehr Zugang zum chinesischen Markt, vor allem für US-Agrarprodukte, mehr Schutz für geistiges Eigentum und ein Ende der Diskriminierung von US-Firmen auf dem chinesischen Markt. Doch ein früherer ranghoher chinesischer Wirtschaftsplaner brachte zum gescheiterten Handelsdeal im Mai die „wahren und geheimen Hintergründe“ an die Öffentlichkeit: Angeblich haben die USA von China ergänzende Gesetze abverlangt, die es zu einem „Vasallen der USA“ gemacht hätten. Auch hätten sie einen Mechanismus gefordert, mit dem sie jederzeit Sanktionen verhängen können, ohne dass Peking Vergeltung hätte üben können. Auch hätten die USA versucht, Chinas High-Tech-Industrie und Staatsunternehmen zu beschränken. Was auch immer geschah, Fakt ist, dass die USA bezüglich eines Durchbruchs in den Handelsgesprächen keinen Zeitdruck haben, denn Trump brauche, eigenen Aussagen zufolge, nicht zwangsläufig vor der Präsidentenwahl 2020 ein Handelsabkommen.

Lichtblick in der US-Industrie: Nach einer schwierigen Phase verzeichnete die US-Industrieproduktion im August mit einem Anstieg von 0,5% gegenüber dem Vormonat eine stärkere Expansion als erwartet zumal Bereiche wie Maschinen- und Metallerzeugnisse deutliche Verbesserung zeigten. Allerdings liegt der Produktionslevel noch immer 1,1% unter jenen von Dezember 2018 und sogar 4,4% unter dem letzten Hoch vom Dezember 2007. Die anhaltenden Zollkonflikte und schwächeren weltwirtschaftlichen Tendenzen deuten darauf hin, dass von einer Trendwende nicht gesprochen werden kann.

Die Regionalkonjunktur rund um Philadelphia trübte sich im September ein weniger stark als erwartet ein: Gemessen wird dies am Philly-Fed-Index einem Indikator der regionalen Notenbank, der gegenüber dem Vormonat von 16,8 nur auf 12,0 Zähler zurückging, während Volkswirte im Schnitt einen Rückgang auf nur 10,5 Punkte erwarteten. Der Index, der die wirtschaftliche Aktivität der Region Philadelphia misst, befindet sich mit Werten von über Null im Expansionsbereich.

Der Aktienkurs des bedeutenden Paket-Liefer-Services, FedEx brach vergangene Woche aufgrund schlechter Quartalsnachrichten um 14,6% ein, was gleichzeitig auch ein kritisches Konjunktursignal ist. Das zeigt sich auch darin, dass FedEx CEO, Fred Smith, die schwache Nachfrage u.a. auf „Handelsspannungen und politische Unsicherheiten“ zurückführte. Sowohl Umsatz als auch Gewinn/Aktie lagen unter den Analystenerwartungen. Auch der Ausblick war ernüchternd: Das Management erwartet exklusive TNT-Integrationskosten und buchhalterischen Anpassungen in Bezug auf Firmenpensionen für das Gesamtjahr einen Gewinn von 11 bis 13 USD pro Aktie, die weit unter den Analystenprognosen von 14,68 USD liegt.

Gewinnerosion im dritten Quartal gewinnt an Kontur: Im zweiten Quartal schrumpften die Gewinne der S&P 500 Unternehmen bereits um 0,4% und im dritten Quartal wird sogar ein stärkerer Rückgang um 3,8% erwartet. Die ursprünglichen Erwartungen Ende Juni lagen bei -0,6% – so die Daten von FactSet. Die Umsatzwachstumserwartungen gingen im gleichen Zeitraum von 3,5 auf 2,8% zurück. Sollten die Prognosen eintreffen dann wäre die aktuelle Gewinnerosion über drei Quartale in Folge der erste Schwächeanfall dieser Art seit dem vierten Quartal 2015 (bis zweites Quartal 2016). Von Ende Juni ausgehend haben Analysten ihre Gewinnprognosen für das dritte Quartal um 3,3% nach unten revidiert – eine Stärke der Abwärtsrevision, die über dem 10-Jahres-Durchschnitt liegt. Auch überdurchschnittlich viele Unternehmen schätzen mittlerweile die Ertragslage pessimistisch ein und ein 12-Monats-Forward-KGV von 17 im S&P 500 Index ist in so einem Umfeld nicht mehr gerade günstig verglichen mit einem 10-Jahres-Durchschnitt von 14,8, zumal ein zweistelliges Gewinnwachstum für 2020 äußerst unwahrscheinlich ist.

AKTIEN – EUROPA

Ein harter Brexit schwebt noch immer wie ein Damoklesschwert über der EU-Wirtschaft: Kurz vor Ablauf der Brexit-Frist am 31. Oktober schickte Premierminister Boris Johnson die britischen Abgeordneten in eine Zwangspause. Nun beschäftigt dieser Schritt das Londoner Supreme Court. Erklärt dieses zu Beginn dieser Woche die Suspendierung des Parlaments für illegal, resultiert daraus eine Verfassungskrise. Indessen konnte die oppositionelle Labour-Partei, trotz ihrer Mehrheit an Befürwortern eines Verbleibs in der EU, sich auf keinen einheitlichen Brexit-Kurs einigen und muss dazu noch einen Sonderparteitag einberufen. Gleichzeitig gibt sich EU-Kommissionspräsident, Jean-Claude Juncker, verhandlungsbereit. Es geht um eine Sonderlösung für Nordirland. Johnson will bis zum EU-Gipfel am 17. Oktober Änderungen am bereits fertigen EU-Austrittsabkommen durchsetzen. Plan B: No-Deal-Brexit trotz Ablehnung des Parlaments, was die Juristen noch beschäftigen könnte.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: Wuchsen im STOXX 600 Index laut Refinitiv die Unternehmensgewinne im dritten Quartal 2018 bei 5,9% Umsatzwachstum noch um 14,4%, so schrumpften sie im ersten Quartal 2019 bereits um 2%, während sich das Umsatzwachstum auf 3,6% verlangsamte. Für das zweite Quartal haben bereits 284 Unternehmen die Gewinne veröffentlicht. Ergebnis: Nur noch 49,3% der Unternehmen haben die Gewinnprognosen der Analysten übertroffen. Seit 2011 liegt normalerweise die positive Gewinnüberraschungsquote bei 50%. Im Schnitt lagen laut Refinitiv die Gewinne 0,1% über den Erwartungen verglichen mit einer durchschnittlichen positiven Gewinnüberraschung in Höhe von 3,8% (seit 2011). Mittlerweile erwarten Analysten im dritten Quartal bei Umsatzstagnation einen Gewinnrückgang um 1,9%. Im Gesamtjahr 2019 soll das Gewinnwachstum der STOXX 600 Unternehmen noch bei 2% liegen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Die Industrieproduktion Chinas wuchs im August so langsam weit seit 17 Jahren nicht mehr. Von Juli auf August verlangsamte sich die Wachstumsrate von 4,8 auf 4,4%, während Analysten noch von 5,2% ausgingen. Der Handelsstreit mit den USA dämpft u.a. auch die Nachfrage nach Industriegütern. Bereits im August sind Chinas Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1% auf knapp 215 Mrd. USD geschrumpft. Hier macht sich der Zollkonflikt besonders bemerkbar. Hinzukommt der Hong-Kong-Konflikt. Unterstützen die USA zu stark die Protestbewegung, droht eine entsprechende Reaktion Chinas.

ANLEIHEN

Nach einer zwischenzeitlichen Übertreibung an den Bondmärkten, die schon viel an expansiver Geldpolitik von Fed, EZB, Bank of England und Bank of Japan einpreiste, folgte mit der jüngsten Einlagenzinssenkung der EZB wieder eine kräftige Gegenbewegung, die nun mit jüngster Fed-Entscheidung von 18. September gestoppt zu sein scheint. Die Fed hat erwartungsgemäß ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,00% gesenkt. Gleichzeitig intervenierte sie erstmals seit der Finanzkrise am Geldmarkt. Insgesamt hat sie bereits vor der Zinsentscheidung 53,15 Mrd. USD den Interbankengeschäften mit Hilfe einer kurzfristigen Transaktion zur Verfügung gestellt. Banken und andere Investoren mussten den Kauf von Staatsanleihen im Wert von 78 Mrd. USD abwickeln und Firmen brauchten Geld für die vierteljährlichen Unternehmenssteuern, während die bei der Fed geparkten Reserven der Banken so niedrig ausfielen wie seit 2011 nicht mehr. Dadurch wurde Geld knapp und die Fed hat zur Verhinderung eines stärkeren Geldmarktzinsanstiegs die Liquiditätssituation mit der genannten und weiteren Geldspritzen entspannt. Die Negativrendite 10jähriger deutscher Bundesanleihen weitete sich in der vergangenen Woche wieder um 7 Basispunkte auf minus 0,52% aus und jene laufzeitkongruenter US-Treasuries ging von 1,90 auf 1,72% zurück. Die Rendite japanischer Papiere dieses Laufzeitspektrums hielt sich stabil mit -0,22%.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind weiter rückläufig. Binnen 4 Wochen engte sich dieser Spread von 4,49 auf 3,85 Basispunkte ein (per 12.09.) und auf Wochenbasis bis 19.09. folgte ein weiterer Rückgang um 7 Basispunkte auf 3,77%. Die US-Wirtschaftsdaten waren zuletzt positiv und stimmten Anleger optimistisch.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Mini-Ölschock: Nach einem Drohnen- und Raketenangriff auf zwei Ölförderanlagen von Aramco in Saudi-Arabien folgte zum Wochenauftakt ein Ölpreissprung in zweistelliger Größenordnung. Dadurch ging die Hälfte der Tagesproduktion (entspricht 5% der globalen Ölproduktion) verloren. Es könnte unter Umständen länger als erwartet dauern bis die Infrastruktur hier wiederhergestellt ist, was zwischenzeitliche Versorgungsengpässe bedeuten könnte.

Gold wurde seinem Ruf als Krisenschutzmetall gerecht und stieg nach dem Angriff auf die saudischen Ölanlagen wieder über 1500 USD pro Unze. Darüber hinaus zeigte sich auch an der Zinsfront in Form rückläufiger Anleihenrenditen ein stützendes Umfeld für Edelmetalle. Silber und Platin verfügen noch über ein gewisses Nachholpotenzial.

WÄHRUNGEN

USD, Pfund, Franken und Yen zeigten in einem kritischen Marktumfeld Stärke gegenüber dem Euro, zumal es in diesen Währungen teils auch wieder zu einer verstärkten Repatriierung durch institutionelle Anleger kam. Gleichzeitig gerieten auch die Carry-Trade-Anlagewährungen Südafrikanischer Rand, Brasilianischer Real und Türkische Lira unter Druck. Hingegen der russische Rubel setzte seine Aufwärtsbewegung weiterhin fort, da Russland vom Ölpreisanstieg profitiert. Bewegung könnte indessen in nächster Zeit ins britische Pfund kommen. Kommt ein Deal zustande, sollte es wieder aufwerten, ansonsten droht ein stärkerer Einbruch gegenüber Euro.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

23.09.2019

EUR: Markit PMI Gesamtindex, Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen USA: Markit PMI Gesamtindex, Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen

24.09.2019

Japan: BoJ Präsident Kuroda spricht USA: Quartalszahlen Nike, Autozone, Cintas

25.09.2019

USA: Verkäufe neuer Häuser

26.09.2019

USA: Konsumausgaben, Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, BIP annualisiert, Quartalszahlen Micron Technology

27.09.2019

Japan: Tokio Verbraucherpreisindex EUR: Geschäftsklimaindex USA: Auftragseingänge langlebige Güter, Persönliches Einkommen, Privatausgaben, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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