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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 4

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

USA und China unterzeichneten Teilabkommen im Handelsstreit, während die EU diese Teileinigung bei der WTO überprüfen lassen will. Da es nur ein bilaterales Abkommen unter dem Ausschluss anderer Staaten war, geht es um die Übereinstimmung mit den Welthandelsregeln. Nach US-Angaben verpflichtet sich China, Importe aus den USA um 200 Mrd. USD über zwei Jahre zu erhöhen, wovon mindestens 40 Mrd. USD jährlich den US-Landwirten und 75 Mrd. USD US-Industriebetrieben zugutekommen sollten. Interessant in diesem Zusammenhang: Farmer und Industriearbeiter sind wichtige Wählergruppen für Trump. Auch nach 2021 sollten die Importe weiter steigen und der Handelsvertrag soll Probleme beim Schutz von geistigem Eigentum und den von China erzwungenen Technologietransfers lösen. Im Gegenzug verzichteten die USA bereits im Dezember auf angedrohte Strafzölle auf Waren im Wert von 150 Mrd. USD. Auch zogen die USA den Vorwurf der Währungsmanipulation zurück. Ein weiteres Handelsabkommen sollte folgen. US-Präsident Donald Trump spricht bereits von einem „historischen Abschluss“. Kritische Beobachter sehen aber wohl eher ein taktisches Manöver zum Wahlkampfauftakt.

Solides Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel: Im Dezember konnten US-Einzelhändler ihren Umsatz zum dritten Mal in Folge steigern. Wie im Vormonat lag das Monatswachstum bei 0,3%. Verbraucher kauften vermehrt Elektronik und Haushaltsgeräte, dafür aber weniger Autos. Der boomende Online-Handel kompensierte rückläufige Entwicklungen im stationären Handel. Da der Konsum, der für ca. zwei Drittel des US-BIP verantwortlich ist, solide wächst, rechnen laut Reuters-Umfrage Volkswirte für das vierte Quartal mit einer Beschleunigung des Quartalabschnittswachstums von 2,1 auf 2,5%.

 

Konjunkturelle Abschwächungstendenzen: Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Dezember überraschend marginal eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel um 0,2 Punkte auf 99,1 Zähler, während Analysten noch von einem unveränderten Wert ausgingen. Hinzukommt im Dezember eine gegenüber dem Vormonat um 0,3% niedrigere Produktion, obwohl der Anstieg im Vormonat bereits von 1,1 auf 0,8% korrigiert wurde.

Alcoa erlitt auf schlechte Quartalszahlen einen Wochenkursverlust von über 9%: Bei 27% Umsatzeinbruch verwandelte sich im vierten Quartal ein Gewinn von 51 Mio. in einen Verlust von 303 Mio. USD. Das Unternehmen litt unter Handelskonflikten und einer weltweiten Abschwächung der industriellen Aktivitäten. Bereits im Oktober kündigte das Unternehmen Standort-Schließungen zwecks Kostensenkung sowie den Abverkauf von Assets im Wert von einer Milliarde Dollar an. Für das aktuelle Jahr erwartet das Unternehmen eine Erholung der Nachfrage.

Schwaches Gewinnwachstumsjahr 2019: Per 17. Jänner veröffentlichten bereits 9% der S&P 500 Firmen Gewinne für das vierte Quartal 2019: Der Anteil der positiven Gewinnüberraschungen lag bei 72%, was dem Fünfjahres-Durchschnitt entspricht. Aggregiert betrachtet liegt die veröffentlichte Gewinnentwicklung plus der geschätzten Gewinnveränderung pro Aktie im vierten Quartal bei -2,1%. Dabei verlieren die positiven Gewinnüberraschungen an Dynamik. Die durchschnittliche Gewinnüberraschung liegt bis dato im vierten Quartal mit 1,1% weit unter Einjahres- und Fünfjahres-Durchschnitt von jeweils 4,5 bzw. 4,9%. Während im Nicht-Basiskonsumgüter-Bereich mit +12,7% die höchste positive Gewinnüberraschung vorliegt, zeigten der Grundstoffbereich und Finanzsektor mit je -2,1% bzw. -1,0% die größten Enttäuschungen. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten Analysten bei 3,9% Umsatzwachstum ein nur noch marginales Gewinnwachstum von 0,2%. Doch 2020 sind die Basiseffekte der Steuerreform vorbei und bei 5,4% Umsatzwachstum sollten die Gewinne um 9,5% steigen. Trotzdem erscheint ein 12-Monats-Forward-KGV von 18,6 im S&P 500 bereits als ambitioniert. Der Zehn-Jahresschnitt lag bei 14,9.

AKTIEN – EUROPA

Industrieproduktion des Euroraums ist im November um 1,5% gesunken, jedoch nicht mehr so stark wie im Oktober mit -2,6%. Stark gedrosselt hat sich der jährliche Rückgang bei Investitionsgüter von -5,2 auf -2,0%. Die Produktion von Gebrauchs- und Verbrauchsgüter stieg um jeweils 1,2 bzw. 1,6%. Betrachtet man die gesamte EU lag der Rückgang der Industrieproduktion nur noch bei 1,3%.

 

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Laut Refinitiv-Konsens sollten im 4. Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 1,0% Umsatzwachstum um 2,5% wachsen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann beschleunigen sich Umsatz- und Gewinnplus auf je 2,8 bzw. 4,6%. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 22,6% sollte dabei auf en Technologiesektor fallen, gefolgt von +19,1% bei den Telekom-Services und 13,4% bei den Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Hingegen ein Gewinneinbruch von 13,8% wird für den Grundstoff-Bereich erwartet, gefolgt von je -13,4 bzw. -9,3% im Energiesektor und bei den Versorgern. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 0,6% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+9,8%) und Versorger (+9,4%). Hingegen um je 15,0 bzw. 11,1% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 0,5% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zu 3. Quartal 2020 auf 16,3% beschleunigen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas BIP-Wachstum wird zunehmend kritisch hinterfragt: Im vergangenen Jahr wuchs Chinas Wirtschaft nur noch um 6,1% und somit auf den tiefsten Stand seit 1990, was auf den Handelskonflikt mit den USA zurückzuführen ist. Interessant ist dabei, dass Chinas Regierung im Frühjahr 2019 im Zuge der Sitzung des Nationalen Volkskongresses einen Wachstumszielkorridor von 6 bis 6,5% vorgab. Allerdings hinterfragen zunehmend mehr Ökonomen die offiziellen Zahlen der chinesischen Regierung, da sich das Wachstum der Exporte von 10% im Jahr 2018 auf 0,5% im Jahr 2019 verlangsamte und die Industrieproduktion 2019 sogar um 5,7% zurückging. Der Autoabsatz und Absatz von Smartphones brachen jeweils um 8 bzw. fast 14% ein. Doch im Dezember wuchs die Industrieproduktion wieder um 6,9% und der Einzelhandel brachte es im vierten Quartal noch immer auf 8% Plus nach 8,2% im Vorquartal. Fazit: Regierungsmaßnahmen wie Steuersenkungen sowie die jüngste Senkung der Mindestreserven bei der Zentralbank wirken sich positiv auf die Konjunktur in China aus.

ANLEIHEN

Das Renditeniveau am internationalen Staatsanleihenmarkt entwickelter Länder hat sich derzeit eingependelt. Eine längere Zinssenkungspause der Fed infolge einer relativ robusten Konjunktur mit einem leergefegten Arbeitsmarkt wird allgemein erwartet. Die Schätzungen der Dauer reichen bis November 2020, wobei bis zur Fed-Sitzung am 5. November die von den Futuresmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit gleichbleibender Zinsen bei 48,9% liegt. Das ist angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten nicht weiter verwunderlich. In Europa erwartet man zwar in nächster Zeit keine signifikante Veränderung der Geldpolitik, doch mittel- bis langfristig dennoch deutliche Unterschiede zwischen Mario Draghi und seiner Nachfolgerin an der EZB-Spitze Christine Lagarde. Letztere ordnete eine strategische Überprüfung der Geldpolitik an und will sich zukünftig innerhalb des in zwei Lager gespaltenen EZB-Rates um einen Konsens bemühen, was auch eine Annäherung ans deutsche Lager impliziert. Der jüngste Anstieg der Inflationsrate im Euroraum von 1,0 auf 1,3% im Dezember 2019 galt faktisch als Nonevent und entsprechend auch die Bewegungen am Bondmarkt: Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries verharrte auf 1,82%, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen im Wochenverlauf um zwei Basispunkte auf -0,22% nachgaben.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind nach erneut soliden Konjunkturaussichten vom 9. bis 16. Jänner um weitere 7 Basispunkte auf 3,42 Prozentpunkte zurückgegangen. Seit 12. Dezember ist das bereits ein Rückgang um 28 Basispunkte!

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Starke Goldnachfrage: Der auf Wochenbasis unveränderte Goldpreis dreht nach einer kurzen Korrektur erneut nach oben. Die Anzahl der offenen Kontrakte im Handel mit Gold-Futures stieg an der US-Terminbörse COMEX die vergangene Woche auf einen neuen Höchstwert von 2.478 Tonnen Papier Gold an. Per 14. Jänner ist die Netto-Short-Position der „Commercials um knapp 1,8% auf 349.819 Kontrakte zurückgegangen, was auf vereinzelte Short-Eindeckungen hindeuten könnte.

Der Kakao-Preis ist vergangene Woche um 8% gestiegen und liegt im Monatsvergleich bereits 15% im Plus. Erklärung: Die verarbeitete Menge an Kakaobohnen ist in Asien im vierten Quartal voraussichtlich um 7,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, was einem Jahresrekord entspricht – so eine Bloomberg-Umfrage unter Analysten, Händlern und Verarbeitern.

WÄHRUNGEN

Bei relativ wenig Bewegung des Euro zu den wichtigsten Währungen fiel lediglich eine Fortsetzung der Stärke des Schweizer Franken auf, der binnen eines Jahres gegenüber dem Euro bereits um 5,4% aufwertete und auf Monatsbasis 1,3% im Plus liegt. Offensichtlich werden für die Schweizerische Nationalbank Interventionen am Devisenmarkt zunehmend zu einem teuren Unterfangen. Das letzte Mittel wären Devisenkontrollen. Trügerische Ruhe ist indessen beim Britischen Pfund eingekehrt, dem im Falle eines harten Brexits eine massive Abwertung droht. Bei den Carry-Trade-Währungen fiel die Schwäche des Brasilianischen Real auf, der im Wochenvergleich zum Euro gut 2,5% an Wert verlor. Auslöser der aktuellen Schwäche war am 11. Dezember eine Leitzinssenkung um 0,5 PP auf 4,5%.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

20.01.2020

China: Zinsentscheidung der Zentralbank

21.01.2020

EUR: EcoFin-Treffen Schweiz: Weltwirtschaftsforum – Davos beginnt Japan: Zinsentscheidung der BoJ Deutschland: ZEW Umfrage Konjunkturerwartungen EUR: ZEW Umfrage Konjunkturerwartungen

22.01.2020

USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex, Verkäufe bestehender Häuser Quartalszahlen: Texas Instruments, Johnson&Johnson, Netflix, Teradyne

23.01.2020

EUR: EZB-Zinssatzentscheidung u. Pressekonferenz USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Quartalszahlen: American Airlines, Procter & Gamble, Colgate-Palmolive, Intel, Intuitive Surgical

24.01.2020

Japan: BoJ Sitzungsprotokoll EUR: Markit PMI Gesamtindex und Einkaufsmanagerindizes Dienstleistung und verarbeitendes Gewerbe USA: Markit PMI Gesamtindex und Einkaufsmanagerindizes Dienstleistung und Herstellung; Quartalszahlen: American Express

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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