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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 41

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Schwierige Rahmenbedingungen: Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Sonntag mit ca. 34,9 Millionen neue Rekordwerte. Im Wochenvergleich kamen zwei Millionen neue Fälle hinzu, wobei in den USA die Zahl von 7,08 auf 7,4 Millionen anstieg. Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery mahnt zur Einhaltung von Corona-Regeln und ergänzt: „Niemand will den Lockdown, wir dürfen ihn aber nicht ausschließen, sollten die Infektionszahlen drastisch ansteigen“. Selbst in Österreich gibt es bereits erste Mediengerüchte eines drohenden Lockdowns. In den USA erkrankte sogar US-Präsident, Donald Trump, an Corona und führt nun seine Staatsgeschäfte eingeschränkt von einem Krankenhaus aus. Die Auswirkungen von Trumps Erkrankung auf Wahlkampf und Wahlergebnis bleiben abzuwarten. Indessen braut sich zwischen China und Taiwan bereits ein Krieg zusammen: In seiner Parteitagsrede kündigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping erstmals an, dass er Taiwan angreifen könnte. Insider erwarten im kommenden Jahr zum 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei einen geschichtsträchtigen Zeitpunkt zur Eingliederung Taiwans. Doch dessen Schutzmacht USA wird Taiwan nicht kampflos China überlassen. Gleichzeitig brach erneut der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Enklave Berg-Karabach aus. Die Türkei stellte sich hinter Aserbaidschan, Russland hinter Armenien. Das türkische Militär ist bereits in Aserbaidschan aktiv. Die Wahrscheinlichkeit eines weltumspannenden Krieges ist in jüngster Zeit massiv angestiegen und in den Aktienkursen noch kaum berücksichtigt. Die Aktienmärkte befinden sich derzeit mit teils widersprüchlichen Wirtschaftsnachrichten zwischen Bangen und Hoffen. Im Chaos der fundamentalen Signale lässt sich schwer Orientierung finden. Doch das geopolitische Umfeld und die Corona-Zahlen stellen sportliche Rahmenbedingungen dar.

Normalisierung des US-Arbeitsmarktes gerät ins Stocken, strukturelle Arbeitslosigkeit im Anstieg: Im September wurden in den USA nur 661.000 neue Stellen geschaffen. Volkswirte erwarteten 870.000. Die Zahl der neuen Stellen ist somit den dritten Monat in Folge gesunken. Von den jeweils 1,4 Millionen im März und 20,8 Millionen im April abgebauten Jobs konnten aber mit dem Hochfahren der Wirtschaft immerhin bereits 11,4 Millionen wieder zurückgeholt werden und die Arbeitslosenquote ging von August auf September von 8,4 auf 7,9% zurück. Der Trend geht aber immer mehr in Richtung strukturelle Arbeitslosigkeit. Die Anzahl der Arbeitslosen, die dauerhaft ihren Job verlor stieg im September gegenüber dem Vormonat um 345.000 auf 3,8 Millionen vgl. mit 2,5 Millionen im Februar. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 27 Wochen) stieg im September um 781.000 auf 2,4 Millionen.

Industriestimmung in den USA hat sich überraschend verschlechtert: Der ISM-Einkaufsmanagerindex bröckelte nach vier Zunahmen in Folge im September um 0,6 Punkte auf 55,4 Zähler ab, wie das Institute for Supply Management am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte rechneten aber mit einem Anstieg auf im Schnitt 56,4 Punkte. Auffallend ist dabei der starke Rückgang des Index der Auftragseingänge um 7,4 auf 60,2 Punkte.

Region Chicago im Aufwind: Der Umfragebasierende Aktivitätsindikator, ein Diffusionsindex, zeigte für den wichtigen US-Wirtschaftsraum Chicago für September starke Impulse. Er stieg von August auf September von 51,2 auf 52,4 Punkte und somit den höchsten Stand seit Dezember 2018. Die Kontraktionsgrenze liegt bei 50 Punkte. Alle fünf Hauptindikatoren legten zu. Der Produktionsindex stieg um 16 Punkte fast auf ein Zweijahreshoch, der Output legte auf Quartalsbasis im dritten Quartal um 29,2 Punkte zu und die Auftragseingänge legten sogar um 32 Punkte zu, was auf weitere Zuwächse hindeutet.

Blue-Chips-USA – Mehr Optimismus für das 3. Quartal 2020: Seit Ende Juni (bis 30.09.) haben laut FactSet die Analysten bei den S&P-500-Unternehmen die Gewinnprognosen um 4,1% angehoben. In den vergangenen zehn Jahren hingegen lagen in einem typischen Quartal die Abwärtsrevisionen im Schnitt bei minus 5%. Zwei Drittel der 67 Unternehmen, die einen Ausblick für das dritte Quartal veröffentlichten, gaben einen positiven Ausblick! Das sind weit mehr als im Fünf-Jahres-Schnitt (32%). Insgesamt erwarten Analysten im dritten Quartal nur noch einen Gewinnrückgang um 21%. Das 12-Monats-Forward-KGV liegt mit 21,6 auf hohem Niveau, was den US-Aktienmärkt korrekturgefährdet macht.

AKTIEN – EUROPA

Corona-Zwangssparen privater Haushalte: Im Euroraum ist bedingt durch den Lockdown und somit mangels Ausgabemöglichkeiten vom ersten auf das zweite Quartal die Sparquote auf ein Rekordniveau von 24,9% des verfügbaren Bruttoeinkommens gestiegen (höchster Stand seit Beginn der Serie im Jahr 1999). Gleichzeitig fiel die Investitionsquote von 8,9% ebenfalls auf ein Rekordtief von 7,9%. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Arbeitslosenquote im August auf Jahressicht bereits von 7,5 auf 8,1% stieg – und dies trotz Abfederung durch Kurzarbeitsmodelle, deren Auslaufen im kommenden Jahr Arbeitslosenquoten in zweistelliger Größenordnung erwarten lässt.

Bayer mit Gewinnwarnung: Mit einem Kurseinbruch von fast 17% war Bayer vergangene Woche der Verlierer im DAX. Wegen eingetrübter Aussichten im Agrargeschäft kündigte Bayer milliardenschwere Sonderabschreibungen an. Weitere Unsicherheiten resultieren aus den Glyphosat-Klagen. Zwar hielt Bayer an den gesenkten Zielen für 2020 fest, doch wird im kommenden Jahr mit einem Ergebnisrückgang gerechnet.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Weniger Pessimismus in Japans Großindustrie: Die Umfrage der Bank of Japan unter ca. 10.000 Unternehmen des Landes (Tankan) ergab einen Lichtblick. Dieser Stimmungsindex für große Industrieunternehmen hellte sich zum September hin von minus 34 auf minus 27 auf. Zwar überwiegen noch die Pessimisten, aber es ist das erste Mal seit elf Quartalen, dass sich die Stimmung besserte. Die Industrieproduktion Japans stieg im August um 1,7% gegenüber dem Vormonat und der Anstieg lag sogar über den Erwartungen der Volkswirte, was an der wieder wachsenden Nachfrage nach japanischen Autos liegt. Japans Industriekonzerne rechnen nun für September mit einem weiteren Produktionsanstieg von 5,7%.

ANLEIHEN

In den USA herrscht Massenarbeitslosigkeit und Offenmarktausschuss-Mitglied der Fed, Charles Evans relativierte eine ursprünglich für Irritationen gesorgt habende, von den Medien missinterpretierte Aussage, indem er sich erst dann für eine Zinswende aussprach, wenn die Inflationsrate nachhaltig über 2% steigt. Mit 1,3% im August ist sie davon noch meilenweit entfernt. Der niedrige Ölpreis drückt und im Euroraum kommen der schwache Preisauftrieb bei Dienstleistungen und rückläufige Preise für Industriegüter (ex Energie) noch dazu. Die Folge: Im September ein Rückgang des HVPI um 0,3%. Während sich in den USA die Gerüchte über ein neues Programm der Fed mehren, hat es die EZB hierzulande nicht eilig. Offensichtlich findet sie mit einem Pandemiefolgenbekämpfungsvolumen von 1,35 Billionen Euro das Auslangen. Hinzukommt, dass noch eine Überarbeitung der Strategie der EZB läuft und EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, mehr als ihr Vorgänger an einer Entscheidungspolitik des Konsens Interesse hat. Trotzdem entwickelten sich, vor allem wegen deflationärer Preistrends (bei den Verbraucherpreisen) die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen um einen Basispunkt auf -0,54% marginal rückläufig. Hingegen in den USA folgte bei laufzeitkongruenten Papieren bereits ein leichter Anstieg um 5 Basispunkte auf 0,7%. Eine gesunkene Risikofreude der Anleger führt erneut zu steigenden Renditen und fallenden Kursen bei diversen Emerging-Markets Bonds.

HY-Corporate Bonds mit moderat steigenden Risikoaufschlägen: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind im Einklang mit sinkender Risikofreude der Anleger und zunehmenden Konjunktur-Ängsten von 5,14 auf 5,64 Prozentpunkte (24.9.) gestiegen, ehe in der vergangenen Woche wieder eine Gegenbewegung auf 5,36 Prozentpunkte einsetzte. Offensichtlich steigt mangels Alternativen ab einem gewissen Renditelevel wieder die Investmentbereitschaft der Anleger.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Gold und Silber stabilisieren sich: Nachdem der US-Dollar nicht mehr viel weiter aufwertete und das geopolitische Umfeld sich zunehmend eintrübt, konnten sich die Preise für Edelmetalle wieder stabilisieren. Vor allem der Silberpreis ist fast vier Prozent im Plus. Den Rückgang der weltweiten Silberproduktion schätzt Capital-Economics-Rohstoffökonom Samuel Burman unter Verweis auf Daten des Silver Institute für heuer auf 7%, denn: Rund 40% des Angebots kommen aus Lateinamerika, vor allem Mexiko und Peru, wo Corona wütet. Gleichzeitig werden aber eine anspringende Industrienachfrage aus China und der Trend hin zu Solarzellen in der Stromerzeugung neue Nachfrageimpulse geben. Diese Konstellation sollte dazu führen, dass der Silbermarkt bis 2022 in einem Angebotsdefizit

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar hat sich gegenüber dem Euro wieder etwas abgeschwächt, wobei zwischenzeitlich Gerüchte über mögliche neue Programme der Fed den Dollar zwischenzeitlich noch mehr unter Druck setzten. Das britische Pfund setzte seine Gegenbewegung weiter fort und zeigte sich getrieben von Hoffnung auf eine geordnete Brexit-Lösung mit der EU etwas fester. Stabil blieb indessen das Währungspaar EUR/CHF, wobei mit zunehmenden Unsicherheiten an den Märkten der Schweizer Franken für vorsichtige Anleger zunehmend interessanter wird. Zu einer Gegenbewegung setzten die Wechselkurse der Carry-Trade-Währungen Südafrikanischer Rand und Mexikanischer Peso an. Hingegen die türkische Lira schwächte sich gegenüber dem Euro weiter ab.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

05.10.:

EUR: Markit PMI Gesamtindex, Einzelhandelsumsätze, USA: Markit PMI Gesamtindex, Markit PMI Dienstleistungen, ISM nicht-verarbeitendes Gewerbe

06.10.:

USA: Fed Powell Rede, Handelsbilanz

07.10.:

Japan: Führender Wirtschaftsindex; EUR: Rede EZB-Präsidentin Lagarde USA: FOMC Protokoll

08.10.:

Japan: Leistungsbilanz USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Schweiz: SNB Präsident T. Jordan spricht EUR: EZB Mersch Rede; EZB Accounts: Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung des Rates

09.10.:

China: Caixin China PMI Dienstleistungen UK: BIP, Industrieproduktion; MPC Mitglied Haldane spricht Japan: Gesamte Haushaltsausgaben USA: Baker Hughes Plattform-Zählung

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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