PARTNERTAGE 2019

WIEN 21. November 2019, 09:00 Uhr – 18:15 Uhr | Hotel Le Méridien, Robert-Stolz-Platz 1, 1010 Wien, Raum Flaming Red 1

Expertise. Exklusivität. Exzellenz.

Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC WEEKLY KW 41

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die Fronten zwischen den USA und China verhärten sich zunehmen: Die Zollkarten sind weitgehend ausgespielt. Nun bedrohen sich die USA und China gegenseitig mit neuen Restriktionen: Insiderberichten zufolge denkt nun die US-Regierung darüber nach, die Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA einzustellen. Eine gut involvierte Person übermittelte Reuters, dass dieser Schritt Teil von Bemühungen im größeren Stil wäre, chinesische Investitionen in den USA einzuschränken. Trump hat angeblich die ersten Vorbereitungen dazu persönlich abgesegnet. Indessen drohte Chinas Außenminister Wang Yi mit Gegenmaßnahmen und warnte vor einer globalen Rezession infolge des Handelskonfliktes. Allerdings sollten am 10. Oktober die Handelsgespräche zwischen den USA und China fortgesetzt werden, wobei Trump auf Zeit spielt und eigenen Aussagen zufolge, nicht zwangsläufig vor der Präsidentenwahl 2020 ein Handelsabkommen benötigt.

US-Strafzölle gegen die EU: Schlichter der Welthandelsorganisation (WTO) genehmigten zusätzliche US-Zölle auf Importe aus der EU im Wert von jährlich 7,5 Mrd. Dollar. Das ist die höchste Summe, die in der fast 25jährigen Geschichte der WTO je genehmigt wurde. Hintergrund sind rechtswidrige EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus. Ab 18. Oktober wird es somit bei der Einfuhr von Flugzeugen in den USA einen zusätzlichen Strafzoll von 10% geben, bei zahlreichen anderen Produkten sogar 25%. Betroffen sind neben der Aerospace-Industrie auch Nahrungsmittel wie Käse, Olivenöl, Orangen und Mehl.

Stimmung in US-Industrie so schlecht wie zuletzt in der Finanzkrise: Der vom Institute For Supply Management berechnete Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel von August auf September von 41,1 auf 47,8 und lag damit nicht nur unter den durchschnittlichen Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen, die einen Anstieg auf 50,1 Punkte prognostizierten, sondern markierte auch den niedrigsten Stand seit Juni 2009. Somit befindet sich die US-Industrie bereits den zweiten Monat in einer Kontraktionsphase. Zwei von sechs Industriezweigen zeigten eine rückläufige Entwicklung. Zwar ist die US-Wirtschaft bei Index-Werten von über 42,9% noch immer außerhalb der Rezessionszone, doch empirische Untersuchungen zeigen, dass der aktuelle Aktivitätslevel nur noch einem annualisierten BIP-Wachstum von 1,5 Prozentpunkten entspricht. Dass sich hier die Handelskonflikte der USA bereits auswirken zeigte der Index der Exportaufträge, der mit 41 Punkten das niedrigste Niveau seit über 10 Jahren erreichte. Rasant bergab ging es auch mit dem Produktionslevel, während die generellen Auftragseingänge sich ebenfalls im Kontraktionsbereich befinden.

Rasante Stimmungsverschlechterung im US-Dienstleistungssektor: Der Non Manufacturing ISM Index zeigte von August auf September einen Einbruch um 3,8 Prozentpunkte auf 52,6% und somit auf den niedrigsten Stand seit August 2016. Analysten gingen noch von 55 Punkten aus. Unter 48,6 Punkte beginnt das Rezessionsniveau, sodass aus aktuellen Daten noch ein US-Wirtschaftswachstum von 1,4% abgeleitet wird. Besonders auffällig ist ein Einbruch der Auftragseingangskomponente von 60,3 auf 53,7 Punkte – was ein negativer Frühindikator ist.

Arbeitsmarktdaten stützen: Am Freitag erholte sich der Aktienmarkt auf die Meldung, dass die Arbeitslosenquote in den USA den niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren erreichte, während die Lohnentwicklungen hinter den Prognosen zurückblieben. Letzteres gibt der Fed Spielraum, ihre Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern und noch ein positiver Aspekt: Trotz Vollbeschäftigung niedrigere Lohnkostensteigerungen für Unternehmen als ursprünglich erwartet.

Die Apple Aktie ist vergangene Woche auf Nachrichten über eine stärkere als bisher angenommene Nachfrage nach dem neuen iPhone 11 um 3,8% gestiegen. Laut „Nikkei Asian Review“ habe Apple wegen einer höheren Nachfrage die Lieferanten gebeten, die Herstellung der Geräte um bis zu 8 Mio. Einheiten bzw. um rund 10% zu erhöhen.

Gewinnerosion im dritten Quartal gewinnt an Dynamik: Im zweiten Quartal schrumpften die Gewinne der S&P 500 Unternehmen bereits um 0,4% und im dritten Quartal wird sogar ein stärkerer Rückgang um 4,1% erwartet. Die ursprünglichen Erwartungen Ende Juni lagen bei -0,6% – so die Daten von FactSet. Im Gesamtjahr 2019 soll das Gewinnwachstum der S&P 500 Firmen nur noch bei 1,2% liegen, weshalb ein aktuelles 12-Monats-Forward-KGV von 16,5 (10-Jahres-Durchschnitt bei 14,8) derzeit wohl etwas ambitioniert erscheint. Auf der anderen Seite wirken Niedrigzinsen entgegen.

AKTIEN – EUROPA

No-Deal-Brexit-Gefahr bleibt, aber es gibt Lichtblicke: Die EU-Kommission hat am vergangenen Wochenende nicht mit UK-Premierminister, Boris Johnson, über seine Vorschläge, den Backstop zu ersetzen, verhandelt. Die künftige Ausgestaltung der Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland bleibt somit der größte Streitpunkt. Die als „Backstop“ bezeichnet Notfalllösung sieht vor, dass die Grenze nach dem EU-Austritt Großbritanniens durchlässig bleibt, bis eine endgültige Regelung gefunden wird. Bis dahin soll Nordirland Teil des EU-Binnenmarktes bleiben. Doch Johnson und die Mehrheit des Parlaments in London sind dagegen. Stattdessen wollte Johnson einheitliche Regeln für den gesamten Handel der EU mit Irland. Da die Zeit bis zum Brexit-Termin 31.10. knapp wird, soll Johnson angeblich die EU schriftlich ersuchen, den Brexit zu verschieben. Doch diesbezüglich ist die Nachrichtenlage nicht eindeutig. Unsicherheit bleibt.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion. Das zeigen aktuelle
Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: Wuchsen im STOXX 600 Index laut Refinitiv die
Unternehmensgewinne im dritten Quartal 2018 bei 5,9% Umsatzwachstum noch um 14,4%, so sieht es ein
Jahr später wesentlich kritischer aus: Laut Schätzungen von Refinitiv sollten heuer im 3. Quartal die Gewinne
um 2,2% schrumpfen. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein moderates Plus von 2,3% erwartet.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Der Caixin China General Manufacturing Einkaufsmanager-Index stieg im September beflügelt durch
eine höhere Produktion und Auftragseingänge von 50,4 auf 51,4 Punkte und markierte damit den
höchsten Stand seit Februar 2018. Dieser Index gibt einen frühen Einblick in aktuelle
Industrieaktivitäten Chinas. Getragen war die Stärke von einer höheren Inlandsnachfrage. Dabei zeigte
der Subindex für Neuaufträge die stärkste Expansion seit März 2018 und dies trotz im vierten Monat
rückläufiger Exportaufträge.

ANLEIHEN

Die Fed hat am 18. September erwartungsgemäß ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,00%
gesenkt. Gleichzeitig intervenierte sie erstmals seit der Finanzkrise am Geldmarkt. Dies beendete eine
globale Gegenbewegung am Bondmarkt. Mittlerweile nehmen die disinflationären Tendenzen wieder
zu. Der Ölpreis entwickelte sich trotz Zwischenfall in Saudi-Arabien rückläufig. Im Euroraum ist die
Inflationsrate von August auf September von 1,0 auf 0,9% gesunken und auch die Steigerungen der
durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA waren mit 2,9% angesichts der angespannten Situation
an den Arbeitsmärkten (AL-Quote mit 3,5% auf 50Jahres-Tief) noch relativ moderat. Hinzukommen
laufende konjunkturelle Schwächesignale. Gleichzeitig kauft die EZB wieder monatlich Anleihen im
Volumen von 20 Mrd. Euro auf und eine möglicherweise noch weitaus lockerere Geldpolitik unter der EZBFührung von Christine Lagarde (ab 1. November EZB-Präsidentin) wirft ihre Schatten voraus. Die
Negativrendite 10jähriger deutscher Bundesanleihen weitete sich in der vergangenen 2 Wochen wieder um 7
Basispunkte auf minus 0,59% aus und jene laufzeitkongruenter US-Treasuries ging sogar von 1,72 auf 1,53%
zurück. Die Rendite japanischer Papiere dieses Laufzeitspektrums hielt sich stabil mit -0,22%.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von
US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind hingegen wieder angestiegen. Der
Konjunkturabschwung bereitet zunehmend Sorgen. Binnen 2 Wochen (bis 3.10.) weitete sich der Spread
von 3,77 auf 4,40 Prozentpunkte aus.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Ölpreis bricht ein: Was sich beim sogenannten „Drohnenangriff“ auf saudische Ölanlagen wirklich
abspielte, kann ein Außenstehender nicht seriös beurteilen. Fakt ist jedoch, dass plötzlich in den
Medien wieder von einem schnellen Hochlauf der Produktion zu lesen ist. Im Einklang mit negativen
Konjunkturdaten und wieder erneut höheren Öllagerbeständen in den USA entwickelten sich die Ölpreise
wieder stark rückläufig.

Der Goldpreis wurde seinem Ruf als Krisenschutzmetall gerecht und stieg an schwachen Börsentagen
immer wieder mal über den Stand von 1500 Punkten ehe an freundlicheren Tagen häufig Rückschläge
folgten. Unterstützend wirken allerding rückläufige Zinsen am langen Ende. Hingegen schwache
Konjunkturdaten drücken auf den Platin-Preis, der jedoch über hohes Aufholpotenzial verfügt. Ebenfalls
historisch betrachtet als unterbewertet gilt Silber, dessen Preis aber meist erst bei signifikant starker Vorgabe des Goldpreises nach oben springt.

WÄHRUNGEN

USD, Pfund, Franken und Yen zeigten in einem kritischen Marktumfeld Stärke gegenüber dem Euro, zumal es in diesen Währungen teils auch wieder zu einer verstärkten Repatriierung durch institutionelle Anleger kam. Vor allem im Yen war in den vergangenen Monaten eine kontinuierliche Aufwertung zu beobachten. Der Brasilianische Real, der Südafrikanische Rand, der Mexikanische Peso und auch der Russische Rubel zeigten zuletzt wieder Stärke. Mit rückläufigen Renditen am langen Ende und Negativzinsen am Geldmarkt werden Veranlagungen in diesen Hochzinswährungen wieder attraktiver. Bewegung könnte indessen in nächster Zeit ins Britische Pfund kommen. Kommt ein Deal zustande, sollte es wieder aufwerten, ansonsten droht ein stärkerer Einbruch gegenüber Euro.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

07.10.2019

USA: Fed Powell Rede

08.10.2019

USA: Erzeugerpreisindex, Baubewilligungen, Japan: Gesamte Haushaltsausgaben.

09.10.2019

Japan: Werkzeugmaschinenbestellungen USA: FOMC Protokoll, Fed Powell Rede, 10-Jahres Note Auktion EUR: Treffen der Eurogruppe

10.10.2019

Japan: Maschinenbestellungen EUR: EZB Accounts: Zusammenfassung geldpolitische Sitzung des Rates; EcoFin-Treffen, EZB Lane Rede USA: Verbraucherpreisindex, Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Quartalszahlen: Delta Air Lines

11.10.2019

Deutschland: Inflationsrate USA: Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen, Importpreisindex, Exportpreisindex; Quartalszahlen: Weatherford International

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

Disclaimer
Die PRIVATCONSULT Vermögensverwaltung GmbH (PC) ist eine im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien zu FN 195763m eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die PC erbringt Dienstleistungen auf Basis der von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) erteilten Konzession. Die PC ist keine Rechtsanwalts-, Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und erbringt keine Dienstleistungen, die diesen Berufsständen vorbehalten sind. Die PC wie auch deren Mitarbeiter übernehmen keine wie immer geartete Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der in dieser Unterlage enthaltenen Informationen sowie der im Rahmen von Vorträgen oder Webinaren getätigten Aussagen. Diese Unterlage ist streng vertraulich und kann rechtlich geschützte Informationen enthalten. Sie ist ausschließlich für den beabsichtigten Empfänger bestimmt und darf von anderen Personen als dem beabsichtigten Empfänger nicht gelesen, gespeichert, gedruckt oder auf sonstige Weise verwertet werden. Insbesondere ist jede Vervielfältigung oder Veröffentlichung der Inhalte dieser Unterlage, einschließlich des darin eventuell enthaltenen Text- und Bildmaterials, ohne vorherige schriftliche Zustimmung der PC strengstens verboten. Sollten Sie diese Unterlage irrtümlich oder auf unrechtmäßige Weise erhalten haben, so informieren Sie uns bitte umgehend und vernichten gegebenenfalls bereits erzeugte Ausdrucke und Kopien. Eine Verletzung der oben genannten Pflichten kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

DISCLAIMER

Disclaimer: Hinweise zur Website der Privatconsult Vermögensverwaltung GmbH (nachfolgend ‚PC‘)

Die Inhalte des Internetauftritts wurden von der PC mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Gewissen erstellt. Es wird keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte dieser Website übernommen.

Die enthaltenen Angaben dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung, kein Angebot
und keine Empfehlung dar, ein Finanzinstrument zu erwerben, zu verkaufen oder sonst darüber zu verfügen,
oder eine andere Transaktion zu tätigen oder eine Anlageberatung oder andere Dienstleistungen zu erbringen.

Die auf der Homepage enthaltenen Informationen stellen weder Rechts- oder Steuerberatung noch spezielle Anlageberatung und stellen auch keine “Finanzanalyse” dar.

Die Webseite kann sog. „externe Links“ (Verlinkungen) zu anderen Webseiten enthalten, auf deren Inhalt die PC  keinen Einfluss hat. Aus diesem Grund kann die PC für diese Inhalte auch keine Gewähr übernehmen.
Für die Inhalte und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen ist der jeweilige Anbieter der verlinkten Webseite verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Verlinkung waren keine Rechtsverstöße erkennbar. Bei Bekanntwerden einer solchen Rechtsverletzung wird der Link umgehend entfernt.

Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte, Werke und bereitgestellten Informationen unterliegen dem Urheberrecht. Jede Art der Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung, Einspeicherung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers. Eine unbefugte Nutzung der o.a. Inhalte kann eine Rechtsverletzung darstellen.