Expertise. Exklusivität. Exzellenz.

Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 42

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN - USA

Schwierige Rahmenbedingungen: Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Samstag mit ca. 37 Millionen (Sonntag vor einer Woche: 34,9 Millionen Fälle) neue Rekordwerte. In den USA stieg die Anzahl der bisher Erkrankten von 7,4 auf 7,7 Millionen. Brasilien und Indien haben bereits 5 bzw. 7 Millionen Fälle und Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery mahnt zur Einhaltung von Corona-Regeln und ergänzt: „Niemand will den Lockdown, wir dürfen ihn aber nicht ausschließen, sollten die Infektionszahlen drastisch ansteigen.“ Doch Madrid hat den Notstand ausgerufen. Nach Neuseeland und Israel sind weitere Lockdowns in Frankreich und sogar Österreich denkbar. Während sich in den USA der Präsident als Phönix aus der Asche feiern lässt, der Corona überstanden hat, braut sich im Taiwan-Konflikt schrittweise mehr Ungemach zusammen: So wurden Aktivisten in Hong Kong an einer Flucht nach Taiwan gehindert und verhaftet. Gleichzeitig gab Taiwan ein neues Reisepass-Design bekannt, das von chinesischen Pässen abweicht. Die USA warnten China vor einem Angriff auf Taiwan nachdem Chinas Staats und Parteichef Xi Jinping erstmals in seiner Parteitagsrede einen möglichen Angriff auf Taiwan andeutete. Indessen hatten sich Armenien und Aserbaidschan auf eine Waffenruhe geeinigt. Geopolitische Faktoren sind derzeit an den Aktienmärkten genauso wenig eingepreist wie ein zweiter Lockdown. Gleichzeitig brachten die Einkaufsmanager-Index-Reports diese Woche wenig Stimmungsänderung. Am US-Aktienmarkt ging es weiter nach oben.

Erholung des Privatsektors der USA setzt sich fort: Im September blieb das Aktivitätsniveau auf hohem Niveau. Der IHS Markit Composite PMI Output Indes ging lediglich marginal von 54,6 auf 54,3 Punkte zurück. Doch das verarbeitende Gewerbe zeigte die stärkste Produktionssteigerung seit November 2019. Auch der Servicesektor zeigte mit der stärksten Steigerung der Kundennachfrage seit März 2019 Stärke. Auftragseingänge haben sich quer durch Produktion und Dienstleistungssektor verbessert. Auch neue Exportaufträge liegen leicht im Plus.

Starker US-Dienstleistungssektor: Die Aktivität jenseits des verarbeitenden Gewerbes hat sich im September weiter beschleunigt. Der Einkaufsmanagerindex des nicht-verarbeitenden Gewerbes stieg von August auf September von 56,9 auf 57,8 Punkte, während die von Dow Jones Newswires befragten Analysten nur mit einem Anstieg auf 57 Punkte rechneten. Unter den beachteten Subindizes mit plus 4,7 Punkten auf 61,5 Punkte auffallend stark stieg der Index der Auftragseingänge, während der bestehende Auftragsbestand stark abgebaut wurde. Allerdings entwickelten sich die Exportaufträge wieder leicht rückläufig.

Normalisierung des US-Arbeitsmarktes gerät ins Stocken, strukturelle Arbeitslosigkeit im Anstieg: Die Anzahl der Arbeitslosen, die dauerhaft ihren Job verlor stieg im September gegenüber dem Vormonat um 345.000 auf 3,8 Millionen vgl. mit 2,5 Millionen im Februar. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 27 Wochen) stieg im September um 781.000 auf 2,4 Millionen. Im Oktober lag in der vergangenen Woche die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung mit 840.000 über der offiziellen Prognose von 820.000. Die fortgesetzten Anträge lagen über mit 10,979 Millionen unter der Erwartung (Prognose: 11,40 Millionen)

Blue-Chips-USA – Mehr Optimismus für das 3. Quartal 2020: Seit Ende Juni (bis 09.10.) haben laut FactSet die Analysten bei den S&P-500-Unternehmen die Gewinnprognosen um 4,1% angehoben. In den vergangenen zehn Jahren hingegen lagen in einem typischen Quartal die Abwärtsrevisionen im Schnitt bei minus 5%. Zwei Drittel der 69 Unternehmen, die einen Ausblick für das dritte Quartal veröffentlichten, gaben einen positiven Ausblick! Das sind weit mehr als im Fünf-Jahres-Schnitt (32%). Insgesamt erwarten Analysten im dritten Quartal nur noch einen Gewinnrückgang um 21%. Das 12-Monats-Forward-KGV liegt mit 21,9 auf hohem Niveau, was den US-Aktienmärkt korrekturgefährdet macht. Allerdings erwarten Analysten für 2021 bei 8% Umsatzwachstum im S&P 500 einen Gewinnanstieg um 25,5% Dem soll aber 2020 ein Gewinneinbruch von 17,7% vorangehen.

AKTIEN - EUROPA

IHS Markit Eurozone Composite-Index leidet unter Divergenzen zwischen Industrie und Dienstleistung: Somit fiel der finale Eurozone Composite Index von August auf September um 1,5 auf 50,4 Punkte (Kontraktionsgrenze: 50). Während die Industrieproduktion so stark wie zuletzt vor über 2,5 Jahren stieg, brach der Service-Index von IHS Markit von 50,5 auf 48,0 Punkte ein – so stark wie zuletzt im Mai. Der Gesamt-Auftragseingang brach in den Kontraktionsbereich ein, während lediglich Deutschland einen Zuwachs erzielte. Besonders von Schwäche betroffen ist Spanien im Zuge zunehmender Corona-Zahlen, während sich Deutschland noch von der expansiven Seite zeigt. Per Saldo ist aber die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Rezesion im vierten Quartal 2020 gestiegen.

Schwaches drittes Earningsquartal steht bevor: Die Prognosen für das dritte Quartal 2020 sind verhalten: Laut Refinitiv-Konsens sollten im dritten Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 12,3% Umsatzrückgang um 38% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -8 bzw. -12,3%. Gegenüber Anfang August haben sich allerdings die Erwartungen verbessert. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten mit einem Gewinneinbruch um 36% im STOXX 600. Einziger Wachstumssektor sind die Versorger, deren Gewinne um 2,6% wachsen könnten, während die Gewinne im Energiesektor infolge der niedrigen Ölpreise sogar um 80,6% einbrechen sollten. Dieser Pessimismus kann allerdings Nährboden für weitere positive Überraschungen sein.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas Wirtschaft wächst 2020: Das deutsche IHS geht davon aus, dass Chinas Wirtschaftsleistung um 2,3% steigt, während die Volkswirtschaften USA und EU voraussichtlich um 6,5 bzw. 8,4% schrumpfen. Während Chinas Wirtschaft im ersten Quartal noch um 6,8% schrumpfte, folgte im zweiten Quartal gleich ein Anstieg um 3,2%. Mehrere Wirtschaftsindikatoren haben laut Statistikbehörde eine Aufwärtsdynamik bis ins dritte Quartal gezeigt, Chinas offizieller PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg von 51 im August auf 51,5 Punkte im September und der Caixin China General Manufacturing PMI blieb fast unverändert auf 53 Punkten. Auftragseingänge zeigten den schnellsten Zuwachs seit Jänner 2011.

ANLEIHEN

In den USA herrscht Massenarbeitslosigkeit und im zweiten Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um 9,5%. Doch die Aussichten neuer staatlicher Corona-Hilfen verschlechterten sich, weshalb nun die Hoffnung an neuen Notenbankprogrammen hängt. Fed-Präsident Jerome Powell ist der Meinung, dass die US-Wirtschaft noch lange nicht über den Berg ist. Sie könne in eine Abwärtsspirale geraten, falls das Virus nicht effektiv eingedämmt werde. Unternehmen und Haushalte benötigten mehr Unterstützung. Mittlerweile hat die Fed ihr Stabilitätsziel adaptiert und steuert das Inflationsziel von zwei Prozent in Form eines Durchschnittswertes über einen längeren Zeitraum an. Doch dieser Strategiewechsel in der Definition des Inflationszieles spaltete den Offenmarktausschuss, vor allem in punkto Anwendung der neuen Prinzipien. Gleichzeitig wachsen die Hoffnungen auf ein neues Stimulierungsprogramm für die Wirtschaft, denn niedrige Ölpreise und Preise für Industrieprodukte drücken auf die Teuerung. Gleiches gilt auch im Euroraum wo die Inflationsrate nach -0,2% im August im September auf -0,3% zurückging (HVPI). Doch die EZB hält sich vornehm zurück und will mit dem bisherigen Volumen zur Pandemiebekämpfung (1,35 Billionen EUR) das Auslangen finden. Hinzukommt, dass noch eine Überarbeitung der Strategie der EZB läuft und EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, mehr als ihr Vorgänger an einer Entscheidungspolitik des Konsens Interesse hat. Per Saldo waren die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen fast unverändert bei -0,53%. Jene laufzeitkongruenter italienischer Papiere sind auf Monatsbasis bereits um 26 Basispunkte auf 0,72% rückläufig. Hingegen verzeichneten zehnjährige US-Treasuries in der vergangenen Woche wieder einen Anstieg um 7 Basispunkte auf 0,77%.

HY-Corporate Bonds mit rückläufigen Risikoaufschlägen: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind im Einklang mit sinkender Risikofreude der Anleger und zunehmenden Konjunktur-Ängsten von 5,14 auf 5,64 Prozentpunkte (24.9.) gestiegen, ehe in den vergangenen zwei Wochen wieder eine Gegenbewegung auf 4,97 Prozentpunkte (08.10.) einsetzte. Offensichtlich steigt mangels Alternativen ab einem gewissen Renditelevel wieder die Investmentbereitschaft der Anleger.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Gold und Silber drehen nach oben: Nachdem der US-Dollar erneut abschwächte und Hoffnungen auf neue Maßnahmen der Fed aufkeimten stiegen Gold und Silber im Wochenvergleich um jeweils 1,5 bzw. 5,9%. Laut Daten des World Gold Council haben die seit Jahresbeginn 2020 registrierten Nettozuflüsse bei Gold-ETFs gegen Ende September die Marke von 1.000 Tonnen überschritten. Der bisherige Höchststand von 646,1 Tonnen stammt aus dem Krisenjahr 2009. Weiters setzte sich die Rallye bei den Agrarrohstoffen in der vergangenen Woche weiter fort. Faktoren: Naturkatastrophen, Covid-19 und verstärkte Agrar-Importe Chinas.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar hat sich gegenüber dem Euro wieder etwas abgeschwächt, nachdem auch Gerüchte über mögliche neue Programme der Fed aufkeimten. Schwächer tendierte der Japanische Yen, da sich die geldpolitischen Signale der EZB in engen Grenzen halten. Stabil blieb indessen das Währungspaar EUR/CHF, wobei mit zunehmenden Unsicherheiten an den Märkten der Schweizer Franken für vorsichtige Anleger zunehmend interessanter wird. Zu einer Gegenbewegung setzten die Wechselkurse der Carry-Trade-Währungen Russischer Rubel und Mexikanischer Peso an. Hingegen schwächte sich die Türkische Lira gegenüber dem Euro weiter ab.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

12.10.:

EUR: Rede der EZB Präsidenten Lagarde Japan: Werkzeugmaschinenbestellungen

13.10.:

China: Handelsbilanz, Exporte, Importe EUR: ZEW Umfrage Konjunkturerwartungen USA: Verbraucherpreisindex

14.10.:

Japan: Industrieproduktion EUR: Rede EZB-Präsidentin Lagarde; Industrieproduktion

15.10.:

China: Inflationsdaten USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung, Philly Fed Herstellungsindex

16.10.:

EUR: Inflationsdaten USA: Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandel; Kapazitätsauslastung, Industrieproduktion; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

Disclaimer
Die PRIVATCONSULT Vermögensverwaltung GmbH (PC) ist eine im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien zu FN 195763m eingetragene Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die PC erbringt Dienstleistungen auf Basis der von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) erteilten Konzession. Die PC ist keine Rechtsanwalts-, Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und erbringt keine Dienstleistungen, die diesen Berufsständen vorbehalten sind. Die PC wie auch deren Mitarbeiter übernehmen keine wie immer geartete Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der in dieser Unterlage enthaltenen Informationen sowie der im Rahmen von Vorträgen oder Webinaren getätigten Aussagen. Diese Unterlage ist streng vertraulich und kann rechtlich geschützte Informationen enthalten. Sie ist ausschließlich für den beabsichtigten Empfänger bestimmt und darf von anderen Personen als dem beabsichtigten Empfänger nicht gelesen, gespeichert, gedruckt oder auf sonstige Weise verwertet werden. Insbesondere ist jede Vervielfältigung oder Veröffentlichung der Inhalte dieser Unterlage, einschließlich des darin eventuell enthaltenen Text- und Bildmaterials, ohne vorherige schriftliche Zustimmung der PC strengstens verboten. Sollten Sie diese Unterlage irrtümlich oder auf unrechtmäßige Weise erhalten haben, so informieren Sie uns bitte umgehend und vernichten gegebenenfalls bereits erzeugte Ausdrucke und Kopien. Eine Verletzung der oben genannten Pflichten kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

DISCLAIMER

Disclaimer: Hinweise zur Website der Privatconsult Vermögensverwaltung GmbH (nachfolgend ‚PC‘)

Die Inhalte des Internetauftritts wurden von der PC mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Gewissen erstellt. Es wird keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte dieser Website übernommen.

Die enthaltenen Angaben dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung, kein Angebot
und keine Empfehlung dar, ein Finanzinstrument zu erwerben, zu verkaufen oder sonst darüber zu verfügen,
oder eine andere Transaktion zu tätigen oder eine Anlageberatung oder andere Dienstleistungen zu erbringen.

Die auf der Homepage enthaltenen Informationen stellen weder Rechts- oder Steuerberatung noch spezielle Anlageberatung und stellen auch keine „Finanzanalyse“ dar.

Die Webseite kann sog. „externe Links“ (Verlinkungen) zu anderen Webseiten enthalten, auf deren Inhalt die PC  keinen Einfluss hat. Aus diesem Grund kann die PC für diese Inhalte auch keine Gewähr übernehmen.
Für die Inhalte und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen ist der jeweilige Anbieter der verlinkten Webseite verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Verlinkung waren keine Rechtsverstöße erkennbar. Bei Bekanntwerden einer solchen Rechtsverletzung wird der Link umgehend entfernt.

Die auf dieser Webseite veröffentlichten Inhalte, Werke und bereitgestellten Informationen unterliegen dem Urheberrecht. Jede Art der Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung, Einspeicherung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers. Eine unbefugte Nutzung der o.a. Inhalte kann eine Rechtsverletzung darstellen.