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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC WEEKLY KW 46

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Einigung USA-China im Handelskonflikt weiterhin unsicher: Die angekündigten wechselseitigen Zollsenkungen drohen jetzt, Medienberichten zufolge, am Widerstand von US-Präsident, Donald Trump, zu scheitern. Auch externe Berater sind laut Reuters gegen eine schrittweise Rücknahme von Sonderzöllen. Damit rückt eine baldige nachhaltige Lösung plötzlich wieder in Ferne. Kurz zuvor haben beide Seiten noch eine Übereinkunft bestätigt, wonach beidseitig gleichzeitig die Sonderzölle schrittweise zurückgenommen werden sollten. Dies wäre die Basis eines sogenannten „Phase 1“-Deals gewesen. In den kommenden Tagen könnten diese Rückschläge auf die Börsenstimmung drücken.

Am Freitag, dem 1. November löste eine positive Nachricht vom US-Arbeitsmarkt eine Rekordjagd an den Aktienmärkten aus, die bis weit in die vergangene Woche anhielt: Wegen des wochenlangen Streiks bei General Motors und infolge eines moderaten Wirtschaftswachstums von nur noch 1,9% rechneten Wirtschaftsexperten im Oktober nur noch mit 89.000 neuen Stellen. Tatsächlich waren es sogar 128.000. Obwohl durch den Handelskonflikt in Industrie und Maschinenbau 36.000 Jobs verlorengingen und der Streik bei GM vorübergehend 40.000 Stellen kostet war dies möglich. Starke Zuwächse gab es nämlich in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Gastronomie und Finanzdienstleistung. Gleichzeitig bleibt die Arbeitslosenquote in der Nähe des 50-Jahres-Tiefs und stieg nur leicht auf 3,6%.

Fed senkt wegen Gefahren für Arbeitsmarkt Leitzinsen: Nachdem die Investitionen der Unternehmen so stark einbrachen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr, hat die Fed bereits am 30.10. eine Senkung des Leitzinses auf 1,5 bis 1,75% beschlossen. Diese Nachricht ist kurzfristig positiv, aber mittelfristig kritisch. Beispielsweise legen laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank verschiedene Indikatoren nahe, dass in den kommenden Monaten dem US-Arbeitsmarkt eine Schwäche drohe.

US-Dienstleistungssektor zeigt im Oktober Stärke: Die jüngste Umfrage des Institute for Supply Managment ergab einen soliden Dienstleistungssektor. Der NMI (Einkaufsmanagerindex jenseits des Produktionsbereichs) stieg um 2,1 auf 54,7 Punkte. Alle 13 Branchen des Sektors expandierten. Auffällig sind Zuwächse bei den Auftragseingängen bei gleichzeitig raschem Abbau der Lagerbestände.

Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im November leicht aufgehellt. Das von der Universität Michigan veröffentlichte Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg in der Vorabschätzung von 95,5 auf 95,7 Punkte, und lag über den Erwartungen der von MarketWatch befragten Volkswirte. Die Verbraucher bewerten ihre derzeitige Lage schlechter als im Oktober, blickten aber gleichzeitig zuversichtlicher in die Zukunft.

Im Wochenvergleich 4% im Plus ist Walt Disney, die mit einem niedrigeren Quartalsgewinnrückgang als von Analysten erwartet positiv überraschte. Es waren Erfolgstories aus dem Filmgeschäft wie „König der Löwen“ und „Toy Story 4“, die das Ergebnis der Filmsparte massiv steigerten. Auch die Vergnügungsparks liefen gut. Hingegen hohe Sonderkosten und Ausgaben für den Ausbau des Streaming-Geschäfts drückten den Überschuss im fortgeführten Geschäft um fast zwei Drittel auf 785 Mio. USD. Der Umsatz konnte aber infolge zugekaufter Anteile an 21st Century Fox um 34% auf 19,1 Mrd. USD gesteigert werden, was optimistisch stimmt.

Gewinnerosion im dritten Quartal hängt stark mit Exportproblemen und Handelskonflikt zusammen: Eine aktuelle Untersuchung von FactSet zeigt in der bisherigen Umsatz- und Gewinnentwicklung im dritten Quartal 2019 erhebliche Unterschiede zwischen S&P 500 Firmen, die mehr als 50% des Umsatzes im Ausland erzielen und jenen mit einem Auslandsumsatzanteil, der niedriger ist. Letztere profitieren noch von einer soliden Binnenwirtschaft, was durch ein aggregiertes Umsatz- und Gewinnwachstum von jeweils 4,6 bzw. -0,8% zum Ausdruck kommt. Hingegen der exportabhängigere Teil der Unternehmen erlitt bis dato Gewinneinbußen von 9,1% bei 2,0% Umsatzrückgang – so die Daten von FactSet (per 28.10.). Per 8. November haben bereits 89% der S&P 500 Firmen die Zahlen des dritten Quartals bekanntgegeben. Ergebnis: Bei 3,2% Umsatzwachstum ein Gewinnrückgang um 2,4%, was den größten Gewinneinbruch seit dem zweiten Quartal 2016 (-3,2%) Fünf Sektoren mit Gewinnwachstum stehen sechs mit rückläufiger Entwicklung gegenüber, darunter insbesondere Energie, Grundstoffe und IT. Hingegen unter den wachsenden Bereichen befinden sich u.a. Versorger und Gesundheit. 75% der Unternehmen meldeten eine positive Gewinnüberraschung. Im Schnitt lagen die veröffentlichten Gewinne 3,8% über den Schätzungen, was aber unter dem Fünfjahrs-Schnitt liegt. Angesichts der nachlassenden Wachstumsdynamik erscheint ein im S&P 500 ein Forward KGV von 17,4 als überteuert, zumal der 10-Jahresschnitt nur bei 14,9 lag.

AKTIEN – EUROPA

Chancen auf Exit vom Brexit: Das britische Parlament hat für die von Premierminister Boris Johnson geforderte Neuwahl am 12. Dezember gestimmt. Dabei hofft Johnson auf eine klare Mehrheit, um das von ihm mit der EU ausgehandelte Bexit-Abkommen durch das Parlament zu bekommen. Doch die Labour Party hat andere Pläne und möchte im Sommer ein zweites Brexit Referendum abhalten. Somit wachsen wieder die Chancen darauf, dass der Brexit doch nicht stattfindet.

Schwächesignale aus der europäischen Privatwirtschaft: Nachdem das BIP der Eurozone im dritten Quartal nur noch um 1,1% wuchs, setzte sich die Schwächephase im Oktober weiter fort: Die Privatwirtschaft des Euroraums ist gemessen am IHS Markit Eurozone Composite Index im September haarscharf an der Kontraktionsgrenze „vorbeigeschrammt“ ehe im Oktober auf niedrigem Aktivitätsniveau eine leichte Erholung von 50,1 auf 50,6 Zähler einsetzte, was aber noch immer einer der niedrigsten Werte seit sechseinhalb Jahren ist. Auffällig ist dabei die Schwäche der Produktionswirtschaft (Industrie). Die Industrieproduktion verzeichnete nämlich im Oktober den neunten Rückgang in Folge. Auch der Dienstleistungsbereich schwächelt. Das zeigt sich auch im 13. Exportorderverlust (Industrie und Servicesektor) der Privatwirtschaft, der erneut zu den höchsten seit Umfragebeginn zählte.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas Außenhandel schwächt im Oktober weiter ab. Bereits das dritte Quartal 2019 wies mit 6% Wachstum den schlechtesten Wert seit 27 Jahren aus. Dann folgten negative Handelsdaten im Oktober. Im Vorjahresvergleich gingen die Exporte Chinas um 0,9% auf 212,9 Mrd. USD zurück, während die Importe um 6,4% auf 170,1 Mrd. USD einbrachen. Besonders deutlich fiel dabei erneut das Minus im Handel mit den USA aus. Die US-Exporte Chinas brachen um 16,2% ein, während die US-Importe um 14,3% zurückgingen.

Eskalation in Hong Kong: Nach Tod eines Studenten bei den Ausschreitungen setzten erneute Massenproteste ein. Gleichzeitig hat die Polizei in Hongkong nach eigenen Angaben drei pro-demokratische Abgeordnete wegen mutmaßlicher Beteiligung an einer Schlägerei im Parlament festgenommen. Vier weitere Abgeordnete teilten mit, sie seien aufgefordert worden, sich im Laufe des Samstags auf einer Polizeiwache einzufinden. Nun ist ein kritischer Punkt erreicht an dem die Verhärtung der Fronten bis zu einem Bürgerkrieg und einer Intervention chinesischer Truppen führen kann, was besonders schlecht für die asiatischen Märkte wäre.

ANLEIHEN

Gute Arbeitsmarktdaten in den USA und die Tatsache, dass die Notenbanken, insbesondere Fed und EZB, bereits viel geldpolitisches Pulver bereits verschossen haben, führten zu einer Gegenbewegung an den globalen Bondmärkten. Binnen zwei Wochen stieg die Rendite zehnjähriger US-Treasuries von 1,79 auf 1,94%, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen von minus 0,39 auf minus 0,26% anstiegen. Selbst die Renditen zehnjähriger japanischer Staatstitel sind bereits auf Monatssicht um 15 Basispunkte auf minus 0,07% angestiegen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,50% liegt laut CME Fedwatch Tool  für den 11. Dezember nur noch bei 3,7%. Die Aussicht auf eine Zinssenkungspause der Fed und ein ungewohnter Kommunikationsstil der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde verunsichern und leiteten vorerst eine Konsolidierung an den Bondmärkten ein.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries verharren hingegen knapp unter vier Prozentpunkte. Steigende Renditen für Staatsanleihen bei teils widersprüchlichen US-Wirtschaftsdaten prägen das Umfeld.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis geriet unter Druck nachdem professionelle Marktteilnehmer (Commercials) ihre Shortpositionen ausbauten. Offensichtlich sichern sich Minengesellschaften wieder verstärkt gegen rückläufige Goldpreise ab. Hinzukamen steigende Renditen am Anleihenmarkt und die gute Stimmung an den Aktienbörsen sowie handelspolitisches Tauwetter zwischen den USA und China. Letzterer Faktor dürfte in der kommenden Woche wegfallen, weshalb Shorteindeckungen durchaus ein denkbares Szenario darstellen

Ölpreis ohne Dynamik: Die Konjunkturschwäche in China und Europa rechtfertigt am Ölmarkt eine zusätzliche Produktionsdrosselung durch die OPEC. Doch innerhalb der OPEC herrscht keine Einigung bezüglich einer einheitlichen Vorgangsweise, was zu einer eher verhaltenden Entwicklung des Ölpreises führt.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar tendierte mangels weiterer baldiger Chancen auf erneute Zinssenkungen durch die Fed gegenüber dem Euro fester. Hingegen Ruhe kam in den Bewegung des Britischen Pfundes, während der Schweizer Franken in einer engen Bandbreite moderat aufwertet. Die Carry-Trade-Anlagewährungen Südafrikanischer Rand, Türkische Lira, Mexikanischer Peso und Russischer Rubel tendierten gegenüber dem Euro fester. Der Brasilianische Real hingegen zeigte infolge von Unruhen eine schwächere Tendenz.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

11.11.2019

UK: Industrieproduktion und BIP

12.11.2019

EUR: ZEW Umfrage

13.11.2019

EUR: Industrieproduktion USA: Inflationsdaten, Rede von Fed-Chef Powell

14.11.2019

Japan: BIP China: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion EUR: BIP USA: Anhörung Fed Chef Powell, Erstanträge AL-Unterstützung Quartalszahlen: NVIDIA, Viacom, Walmart,

15.11.2019

EUR: Inflationsdaten USA: Controlling des Einzelhandels, Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze,

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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