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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 47

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Verbesserte Aussichten auf Einigung im Handelsstreit: Larry Kudlow, Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump berichtete am Donnerstag Abend von sehr konstruktiven Diskussionen mit Peking und dass nur noch wenige Federstriche bis zu einem Phase-1-Abkommen mit China fehlen. Streitpunkte wie geistiges Eigentum, Währungsfragen und Finanzdienstleistungen sollte dieser Teil mit umfassen. Doch US-Präsident Donald Trump hält sich noch alle Optionen offen. Er werde einem Vertrag nur zustimmen, wenn er gut für die USA sei. Laut Wall Street Journal hingegen sind die Gespräche ins Stocken geraten. Streitpunkt ist dabei eine Vereinbarung zum Kauf von Agrarprodukten, die China als einseitigen Vorteil der USA betrachtet.

Einzelhandel in den USA liefert unterschiedliche Konjunktursignale: Auf den ersten Blick kann ein Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze um 0,3% im Oktober nach minus 0,3% im September positiv gewertet werden, zumal die von Bloomberg befragten Volkswirte lediglich ein Plus von 0,2% erwarteten. Aus der Vogelperspektive betrachtet ist jedoch gegenüber Juli eine klare Abkühlung erkennbar. Vor allem mangelt es an der Breite des Wachstums. 7 von 13 Handelssegmenten verzeichneten im Oktober eine rückläufige Entwicklung. Möbelgeschäfte verzeichneten sogar ein Minus von 0,9%. Die Autohandelsumsätze stiegen indessen um 0,5% nach einer Schrumpfung von 1,3%. Doch diese Daten stehen im Kontrast zu jenen der Wards Automotive Group, die im Oktober einen Umsatzeinbruch auf ein 6-Monats-Tief anzeigten. Der Einzelhandel ist so wichtig, da die US-Wirtschaftsleistung zu zwei Drittel vom privaten Konsum abhängig ist.

In seiner Anhörung vor dem US-Kongress sprach Fed-Chef Jerome Powell davon, dass die Wirtschaft weiter wächst und die Zielinflation von 2% erreichen wird. Somit bleiben die Zinsen unverändert, wenn keine nachhaltige Änderung der wirtschaftlichen Dynamik einsetzt. Der Ausblick bleibt laut Powell gut, aber signifikante Risiken bleiben. Diese Unsicherheit hängt mit Handelspolitik und schwachem Wachstum im Ausland zusammen. Gleichzeitig wies er auch auf soliden Konsum und guten Arbeitsmarkt hin. Konkret bedeutet dies eine Zinserhöhungspause aber auch ein Anzeichen, dass zumindest die US-Wirtschaft noch wächst.

Bei der weltgrößten Supermarktkette WalMart einen kurzfristigen Anstieg bewirkten erfreuliche Zahlen im dritten Quartal, doch im Hauszustellungsgeschäft ist Amazon ein gefährlicher Mitbewerber. Der Gewinn/Aktie lag mit 1,16 USD über dem Analystenschätzungskonsens von 1,09 (Quelle: Refinitiv). Hingegen der Konzernumsatz lag trotz erfreulichem Online Geschäft unter den Erwartungen. Der Online-Umsatz wuchs dabei um 41%. Zwar ist Walmart auf die Feiertagssaison gut vorbereitet, doch Seitens Amazon winkt erhöhter Konkurrenzdruck. Amazon möchte seinen Prime-Kunden kostenlose Zustellung von Supermarktprodukten binnen zwei Stunden ermöglichen

Gewinnerosion im dritten Quartal erkennbar: Per 15. November haben bereits 92% der S&P 500 Firmen die Zahlen des dritten Quartals bekanntgegeben. Ergebnis: Bei 3,1% Umsatzwachstum ein Gewinnrückgang um 2,3%, was den größten Gewinneinbruch seit dem zweiten Quartal 2016 (-3,2%) Sechs Sektoren mit Gewinnwachstum stehen fünf mit rückläufiger Entwicklung gegenüber, darunter insbesondere Energie, Grundstoffe und IT. Hingegen unter den wachsenden Bereichen befinden sich u.a. Versorger und Gesundheit. 75% der Unternehmen meldeten eine positive Gewinnüberraschung. Dieser Anteil liegt sowohl über dem 1-Jahres-Durchschnitt (74%) als auch dem 5-Jahres-Durchschnitt von 75% – so die Daten von FactSet. Vor allem der Konsumgüterbereich, Gesundheit und IT überraschen positiv. Im Schnitt lagen die veröffentlichten Gewinne 3,9% über den Schätzungen, was aber unter dem Fünfjahrs-Schnitt von 4,9% liegt. Angesichts der nachlassenden Wachstumsdynamik erscheint im S&P 500 ein Forward KGV von 17,5 als überteuert, zumal der 10-Jahresschnitt nur bei 14,9 lag und für 2019 bei den Unternehmensgewinnen ein Nullwachstum erwartet wird.

AKTIEN – EUROPA

Neues Brexit Chaos: Die Neuwahl am 12. Dezember wirft ihre Schatten voraus. Mehrere Brexit-Kritiker aus der Konservativen Partei treten zu den Wahlen als Unabhängige oder Liberale an. Federführend ist dabei der Ex-Justizminister, David Gauke, der Boris Johnson verdächtigt einen harten Brexit durch die Hintertür anzustreben. Fast gleichzeitig gingen Nachrichten über mögliche Einflussnahmeversuche der Konservativen im Zusammenhang mit der Parlamentswahl durch die Medien. Berichten zufolge hätten die Konservativen versucht, Politiker der Brexit-Partei zu überreden, ihre Kandidaturen für die Wahl zurückzuziehen. Die Polizei soll angeblich bereits ermitteln. Dies macht den Brexit-Ausgang erneut ungewisser. Und Unsicherheit ist tendenziell schlecht für die Börse.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion, doch die positiven Überraschungen stützen den Markt. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: Wuchsen im STOXX 600 Index laut Refinitiv die Unternehmensgewinne im dritten Quartal 2018 bei 5,9% Umsatzwachstum noch um 14,4%, so sieht es ein Jahr später wesentlich kritischer aus: Laut Schätzungen von Refinitiv sollten heuer im 3. Quartal die Gewinne vor allem wegen des schwachen Energiesektors um 4,7% schrumpfen. Ohne Energiesektor wäre es ein Rückgang um 1,7%. 228 Stoxx 600 Unternehmen haben bis 13. November bereits die Gewinne für das 3. Quartal bekanntgegeben. 58,3% meldeten Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem historischen Erwartungswert von 50% liegt. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 6,7% über den Analystenschätzungen verglichen mit einem Durchschnitt seit 2011 von 3,7%. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein moderates Plus von 0,9% erwartet – Tendenz der Schätzungen fallend! Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Gewinnwachstum von 9,8% erwartet)

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas Konjunkturschwäche setzt sich fort: Handelskonflikt und Unruhen in Hongkong schwächen bereits die Inlandsnachfrage. Der Einzelhandelsumsatz stieg im Oktober im Jahresvergleich nur noch um 7,2%, während Volkswirte mit einem Anstieg um 7,8% rechneten. Kritisch sieht es auch in der Investitionstätigkeit aus. Die Investitionen in Sachanlagen erhöhten sich im laufenden Jahr bis Ende Oktober nur noch um 5,2%, was die niedrigste Wachstumsrate seit gut 20 Jahren ist. Ebenso hat sich die Steigerung der Industrieproduktion von September auf Oktober von 5,8 auf 4,7% verlangsamt. Offensichtlich sind die bisherigen Maßnahmen von Regierung und Zentralbank nicht ausreichend, dem Abschwung entgegenzuwirken. Jenseits der offiziellen Daten soll es noch schlechter um die chinesische Wirtschaft bestellt sein.

ANLEIHEN

Gute Arbeitsmarktdaten in den USA und die Tatsache, dass die Notenbanken, insbesondere Fed und EZB, bereits viel geldpolitisches Pulver bereits verschossen haben, führten zu einer vorübergehenden Gegenbewegung an den globalen Bondmärkten. Doch China schwächelt und somit ist seitens der Grundstoffe von keinen größeren Preisschüben auszugehen. Diese Überlegung besänftigte wieder die Bondmärkte, zumal die Rede von US-Notenbankchef, Jerome Powell im Prinzip nicht viel Neues hervorbrachte. Binnen einer Woche ging somit die Rendite zehnjähriger US-Treasuries von 1,94 auf 1,83% zurück, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen von minus 0,39 auf minus 0,34% marginal zurückgingen. Im Euroraum ist die Inflationsrate von 0,8% im September auf 0,7% im Oktober gesunken. Ein Jahr zuvor lag sich noch bei 2,3%. Zypern, Griechenland und Portugal meldeten bereits rückläufige Verbraucherpreise. Auch seitens der Kerninflation mangelt es an Aufwärtsimpulsen. Um im Euroraum dem Stabilitätsziel einer Inflationsrate von nahe aber unter 2% näher zu kommen, könnte die EZB noch weitere Maßnahmen wie negative Leitzinsen ergreifen. Was jedoch am Bondmarkt einen Unsicherheitsfaktor darstellt, ist ein noch ungewohnter Kommunikationsstil der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Somit bleiben die Risiken größerer zwischenzeitlicher Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries stiegen hingegen auf Wochenbasis wieder um 12 Basispunkte auf 4,08 Prozentpunkte. Die Handelsdaten und das kritische Umfeld in China stimmen erneut skeptisch. Gleichzeitig gingen wieder die Renditen von Staatsanleihen zurück.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis geriet vorübergehend unter Druck nachdem professionelle Marktteilnehmer (Commercials) ihre Shortpositionen ausbauten. Offensichtlich sicherten sich Minengesellschaften wieder verstärkt gegen rückläufige Goldpreise ab. Gleichzeitig kam es zu stärkeren Geldabflüssen aus Gold-ETFs. Bremsend wirkten noch die kurzfristig steigenden Renditen am Anleihenmarkt und die gute Stimmung an den Aktienbörsen. Erneut rückläufige Anleihenrenditen und doch noch gewisse Unsicherheiten im Handelskonflikt USA-China führten aber wieder zu einer leichten Gegenreaktion des Goldpreises, der auf Wochenbasis deshalb wenig verändert ist.

Ölpreis weiterhin ohne Dynamik: Die OPEC fördert derzeit 1,7 Millionen Barrel pro Tag mehr als in der ersten Jahreshälfte 2020 benötigt werden und die Konjunkturschwäche in China und Europa rechtfertigt eine zusätzliche Produktionsdrosselung. Doch innerhalb der OPEC herrscht keine Einigung bezüglich einer einheitlichen Vorgangsweise. Somit kann sich kein größerer Anstieg des Ölpreises etablieren. Hinzukommt noch ein Anstieg der US-Rohölproduktion und Lagerbestände.

WÄHRUNGEN

Eine relativ ruhige Woche am Devisenmarkt zeigte wenig größere Ausschläge des Euro gegenüber den wichtigsten Weltwährungen. Allerdings war eine festere Tendenz des Schweizer Frankens erkennbar, der schließlich als Anti-Krisenwährung gilt, während der Kurs des Britischen Pfunds offensichtlich Hoffnungen widerspiegelt, dass sich die Brexit-Front des britischen Parlaments langsam auflöst und es eventuell im Rahmen eines zweiten Referendums zur Ablehnung eines Brexits kommt. Als Folge zunehmender Unruhen in Lateinamerika tendierten der Brasilianische Real, der Mexikanische Peso und der Kolumbianische Peso gegenüber dem Euro schwächer. Die Carry-Trade-Anlagewährung Südafrikanischer Rand war hingegen erneut fester.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

18.11.2019

EUR: EZB Lane Rede

19.11.2019

USA: Baubeginne u. Baugenehmigungen

20.11.2019

China: Zinsentscheidung der Zentralbank USA: FOMC-Protokoll Quartalszahlen Lowe´s Companies u. Target

21.11.2019

EUR: Zusammenfassung geldpol. EZB-Ratssitzung USA: Philly Fed Herstellungsindex Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung Verkäufe bestehender Häuser

22.10.2019

Japan: Inflationsdaten EUR: Rede EZB Präsidentin Lagarde, Markit PMI Gesamtindex; Einkaufsmanagerindizes Industrie und Dienstleistung USA: Markit PMI Gesamtindex, Einkaufsmanagerindizes Herstellung u. Dienstleistungen, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen.

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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