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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 48

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Anhaltende Spannung im Handelsstreit USA-China: US-Präsident Donald Trump will das Handelsbilanzdefizit mit China eindämmen und lässt sich in der Unterzeichnung eines Phase-I-Abkommens alle Optionen offen, während China sich im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen kampfbereit zeigt. Chinas Staatspräsident Xi Jinping droht damit, dass China notfalls zurückschlagen wird. Indessen warnte Ex-US-Außenminister Henry Kissinger am Donnerstag in Peking vor der Gefahr eines realen Krieges im Falle eines fortwährenden Handelsstreits. Demnach seien die Handelsgespräche lediglich ein „Ersatz“ für substanziellere Gespräche über Konflikte zwischen beiden Seiten, darunter etwa die Spannungen um Hongkong.

Die Einkaufsmanager-Indexdaten für Industrie und Dienstleistung (von IHS Markit) lassen im laufenden Quartal ein BIP-Wachstum von 1,5% erwarten. Die vorläufige Auswertung des umfragebasierenden IHS Markit Flash U.S. Composite PMI, ein Aktivitätsindikator der US-Privatwirtschaft kletterte im November um einen Punkt auf 51,9 Indexpunkte bzw. ein 4-Monats-Hoch. Sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch der Servicesektor zeigten dabei Stärke. Der Flash U.S. Manufacturing PMI stieg auf ein 7-Monats-Hoch von 52,2 Punkten (Kontraktionsgrenze: 50 Punkte). Sowohl Produktion als auch Dienstleistungssektor erfuhren einen Auftragsschub. Trotzdem blickten die befragten Manager nur verhalten in die Zukunft, da die globale Wirtschaftssituation nach wie vor mit einer Reihe von Unsicherheit behaftet ist.

Überraschend positives Geschäftsklima im Nordosten der USA: Der Konjunkturindikator der Federal Reserve Bank of Philadelphia stieg im November gegenüber dem Vormonat von 5,6 auf 10,4 Punkte. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte gingen von einem Rückgang auf 5 Punkte aus. Hintergrund: Der Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion. Werte über Null Punkte deuten auf Expansion und darunter auf Kontraktion der Wirtschaftsaktivitäten im verarbeitenden Gewerbe hin.

Die US-Heimwerkermarktkette Lowe´s überzeugte mit positiver Gewinnüberraschung im abgelaufenen Quartal. Die Aktie reagierte zwischenzeitlich positiv (+5%) und liegt im Wochenvergleich noch 2,3% im Plus. Im dritten Quartal unternahm das Management Maßnahmen zur Restrukturierung des Geschäfts in Kanada (Schließung von 34 Läden) und Optimierung des E-Commerce Business. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn/Aktie lag mit 1,41 USD über den Analystenerwartungen von 1,35 USD, während der Umsatz enttäuschte. Nun erwartet das Management für das Gesamtjahr einen Gewinn von 5,63 bis 5,70 USD/Aktie (zuvor 5,67 USD).

Gewinnerosion im dritten Quartal erkennbar: Per 22. November haben bereits 96% der S&P 500 Firmen und alle Dow Jones Unternehmen die Zahlen des dritten Quartals bekanntgegeben. Ergebnis im Dow: 20 der 30 Firmen meldeten eine positive Gewinnüberraschung versus 73% im Schnitt seit 2016. Ergebnis im S&P 500: Bei 3,1% Umsatzwachstum ein Gewinnrückgang um 2,3%, was den größten Gewinneinbruch seit dem zweiten Quartal 2016 (-3,2%) Sechs Sektoren mit Gewinnwachstum stehen fünf mit rückläufiger Entwicklung gegenüber, darunter insbesondere Energie, Grundstoffe und Technologie. Hingegen unter den wachsenden Bereichen befinden sich u.a. Versorger und Gesundheit. 75% der Unternehmen meldeten eine positive Gewinnüberraschung. Dieser Anteil liegt sowohl über dem 1-Jahres-Durchschnitt (74%) als auch dem 5-Jahres-Durchschnitt von 72% – so die Daten von FactSet. Vor allem der Konsumgüterbereich, Gesundheit und IT überraschen positiv. Im Schnitt lagen die veröffentlichten Gewinne 3,9% über den Schätzungen, was aber unter dem Fünfjahrs-Schnitt von 4,9% liegt. Angesichts der nachlassenden Wachstumsdynamik, insbesondere bei den dicken Blue Chip-Unternehmen, erscheint im S&P 500 ein Forward KGV von 17,6 als überteuert, zumal der 10-Jahresschnitt nur bei 14,9 lag und für 2019 bei den Unternehmensgewinnen nur noch ein Plus von 0,1% erwartet wird. Und da Analysten ihre Prognosen für 2020 noch nicht stark genug nach unten korrigiert haben und für 2020 im S&P 500 noch immer bei 5,5% Umsatzwachstum mit einem Gewinnwachstum von 9,9% rechnen, kann von einem entsprechenden Abwärtsrevisions-Potenzial ausgegangen werden.

AKTIEN – EUROPA

Neues Brexit Chaos droht: Die Neuwahl am 12. Dezember wirft ihre Schatten voraus. Mehrere Brexit-Kritiker aus der Konservativen Partei treten zu den Wahlen als Unabhängige oder Liberale an. Federführend ist dabei der Ex-Justizminister, David Gauke, der Boris Johnson verdächtigt einen harten Brexit durch die Hintertür anzustreben. Doch Johnson hat in jüngsten Umfragen wieder aufgeholt, nachdem er im Parlament eine Brexit-Freie Zeit versprach, in der dieses Thema tabu sei. Der britische Oppositionsführer Corbyn hingegen will im Falle eines zweiten Brexit-Referendums eine neutrale Haltung einnehmen. Die Labour Partei will im Falle eines Siegs bei den Parlamentswahlen ein neues Austrittsabkomme mit enger Anbindung an die EU aushandeln, ehe es zur zweiten Volksabstimmung kommt. Die Zeit bis 31. Jänner wird allerdings knapp und die Gefahr eines No-Deal-Brexits steigt.

Die Privatwirtschaft der Eurozone verzeichnete laut vorläufiger Auswertung der Managerbefragung von IHS Markit bereit den dritten Monat in Folge Stagnation. Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index ging im November von 50,6 auf 50,3 Punkte zurück und markierte das zweitschwächste Wirtschaftswachstum seit Beginn des Aufschwungs im Juli 2013. Der Gesamt-Auftragseingang für Güter und Dienstleistungen wies den dritten Monat in Folge ein Minus aus und die Auftragsbestände nahmen zum 11. Mal innerhalb der letzten 12 ab und zwar in auffälligem Tempo. Brexit, Handelskonflikte und geopolitische Spannungen belasten. Die Industrie verharrte im November bereits in der tiefsten Rezession seit Anfang 2013. Umgerechnet auf das BIP-Quartalsabschnittswachstum bedeuten die aktuellen Einkaufs-Manager-Indexdaten ein Quartalsabschnittswachstum von voraussichtlich 0,1%.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Chinas Zentralbank senkt wegen Konjunkturflaute erstmals seit mehr als vier Jahren einen wichtigen Leitzins: Nachdem im dritten Quartal das BIP-Wachstum mit 6% so niedrig ausfiel wie zuletzt vor gut 30 Jahren. Handelskonflikt und Unruhen in Hongkong schwächen bereits die Inlandsnachfrage. Die Lage in Hongkong eskaliert immer mehr und auch der Einzelhandel schwächt sich immer mehr ab. Die chinesische Zentralbank hat deshalb den Zinssatz für kurzfristige Kredite von 2,55 auf 2,50% zurück nachdem sie bereits vor ca. 2 Wochen erstmals seit 2016 den Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) von 3,30 auf 3,25% senkte. Vor allem das Schattenbankensystem und der Immobilienkreditmarkt benötigen in China eine Entlastung, zumal mit den Unruhen in Hongkong eine neue Gefahrenquelle hinzukam.

ANLEIHEN

Nachlassender Inflationsdruck – vor allem ausgehend von Industrie und Dienstleistungssektor im Euroraum, aber auch anhaltende Unsicherheiten im Handelskonflikt USA-China führten zu einem leichten Rückgang der Renditen an den globalen Staatsanleihen-Märkten. Ein weiterer Faktor war eine minimale Leitzinssenkung der chinesischen Zentralbank. Auch die Rede von EZB-Chefin, Christine Lagarde brachte nicht viel Neues hervor. Sie wies nur darauf hin, dass die Geldpolitik ihr Ziel schneller und mit weniger Nebeneffekten erreichen könnte, wenn gleichzeitig fiskalpolitische Maßnahmen über öffentliche Investitionen das Wachstum unterstützen. Binnen einer Woche ging somit die Rendite zehnjähriger US-Treasuries von 1,83 auf 1,77% zurück, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen von minus 0,34 auf minus 0,36% marginal zurückgingen. Im Euroraum ist die Inflationsrate von 0,8% im September auf 0,7% im Oktober gesunken. Ein Jahr zuvor lag sich noch bei 2,3%. Zypern, Griechenland und Portugal meldeten bereits rückläufige Verbraucherpreise. Das drückt erneut auf die Staatsanleihenrenditen. Um im Euroraum dem Stabilitätsziel einer Inflationsrate von nahe aber unter 2% näher zu kommen, könnte die EZB noch weitere Maßnahmen wie negative Leitzinsen ergreifen. Was jedoch am Bondmarkt einen Unsicherheitsfaktor darstellt, ist ein noch ungewohnter Kommunikationsstil der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Sie hat beispielsweise Nebenwirkungen der Geldpolitik eingestanden. Bedeutet dies bereits einen ersten Hinweis auf eine mögliche geldpolitische Wende? Niemand kann dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt richtig auslegen. Somit bleiben die Risiken größerer zwischenzeitlicher Turbulenzen an den Finanzmärkten sollte sich etwas überraschend ändern.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries stiegen hingegen auf Wochenbasis erneut um 9 Basispunkte auf 4,17 Prozentpunkte. Das kritische Umfeld in China und auch die schwache Konjunktur in Europa stimmen erneut skeptisch. Gleichzeitig gingen wieder die Renditen von Staatsanleihen zurück.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Gold unter Druck: Die Zinsanhebungspause der Fed und der jüngste Höhenflug der Aktienmärkte erweist sich negativ für den Goldpreis und laut jüngstem COT-Report ist die Anzahl der Netto-Longpositionen auf Gold um 13% auf 200.312 Kontrakte reduziert worden. Erneut rückläufige Anleihenrenditen und doch noch gewisse Unsicherheiten im Handelskonflikt USA-China führten aber immer wieder zu einer leichten Gegenreaktion des Goldpreises, der auf Wochenbasis deshalb wenig verändert ist.

Erdölschwemme droht: Ölpreis weiterhin ohne Dynamik: Die OPEC fördert derzeit 1,7 Millionen Barrel pro Tag mehr als in der ersten Jahreshälfte 2020 benötigt werden und die Konjunkturschwäche in China und Europa rechtfertigt eine zusätzliche Produktionsdrosselung. Doch innerhalb der OPEC herrscht keine Einigung bezüglich einer einheitlichen Vorgangsweise. Darüber sind in den USA in den vergangenen 9 Wochen in 8 Wochen Anstiege der US-Rohöllagerbestände registriert worden. Volle Lager signalisieren hier eine schwache Ölnachfrage. Analysten der Commerzbank warnen bereits vor einem beträchtlichen Öl-Überangebot im Jahr 2020.

WÄHRUNGEN

Eine relativ ruhige Woche am Devisenmarkt zeigte wenig größere Ausschläge des Euro gegenüber den wichtigsten Weltwährungen. Das britische Pfund, das binnen drei Monaten gegenüber dem Euro um ca. 5% aufwertete, setzte zu einer leichten Gegenbewegung an. Die Unsicherheit bezüglich des Brexits steigt. Indessen angesichts der freundlichen Aktienmärkte etwas schwächer zum Euro tendierte die Krisenwährung Schweizer Franken.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

25.11.2019

Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex

26.11.2019

USA: Fed Powell Rede; Immobilienpreisindex

27.11.2019

USA: Auftragseingänge langlebiger Güter; Persönliches Einkommen, Kernausgaben für persönlichen Konsum, Persönliche Konsumausgaben, BIP annualisiert, Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge

28.11.2019

Japan: Einzelhandelsumsätze EUR: Geschäftsklimaindex

29.11.2019

Japan: Inflationsdaten; Industrieproduktion EUR: Verbraucherpreisindex, Arbeitslosenquote USA: Chicago Einkaufsmanagerindex

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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