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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 49

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Halbe Sache beim Handelsabkommen USA-China: Trumps Wählerschaft erstreckt sich vor allem über ländliche Gegenden des mittleren Westen und Südens der USA. Viele Wähler stammen aus dem Agrarbereich oder sind (ehemalige) Industriearbeiter. Im Hinblick auf den nahenden Wahlkampf ist es nicht weiter verwunderlich, dass Trumps Hauptpriorität in der Sicherung des ersten Teil des Abkommens liegt, in dem China sich zum Großeinkauf von US-Agrargütern verpflichtet und auch eine wechselseitige Zollrücknahme sowie vereinzelte Regelungen zum geistigen Eigentum vorgesehen sind. Doch China spielt wegen des Wahlkampfes auf Zeit und hofft auf einen „vorteilhafteren“ Verhandlungspartner als Nachfolger Trumps. Laut Reuters sollte deshalb die Unterzeichnung der ersten Phase ins nächste Jahr rutschen, da beide Länder über Pekings Forderung nach umfassenderen Zollrücknahmen streiten. Die zweite Phase des Übereinkommens, die sich mit dem Vorwurf des Diebstahls von geistigen Eigentum befasst, ist in weite Ferne gerückt. Dabei liegen die schwierigsten Diskussionspunkte in Industriespionage, Urheberrechte sowie Fragen zu Datenschutz und Cybersecurity. Werden die Verhandlungen zwischenzeitlich auf Eis gelegt, dann werden nach dem 15. Dezember noch eine Reihe an Zölle aktiviert, die in der Weihnachtssaison vor dem Wahljahr noch keine Teuerung auslösen. Doch danach sind ohne Abwertung des Renminbi die inflationären Effekte des Handelskonfliktes via höhere Importpreise nicht zu unterschätzen.

US-Wirtschaft stärker als bislang angenommen gewachsen: War in der ersten Schätzung im 3. Quartalsabschnitt von einem annualisierten Wachstum von nur 1,9% die Rede, ergab die jüngste Berechnung einen Wert von 2,1% (vgl. mit 2% im Vorquartal). Doch es gibt dabei auch kritische Punkte: Das Wachstum des privaten Konsum, der für gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, verlangsamte sich gegenüber dem 2. Quartal von 4,6 auf 2,9%. Gleichzeitig verringerten die Firmen ihre Investitionen um 2,7%. Aufgrund des Handelskonfliktes mit China halten bzw. hielten Firmen ihre Investitionen zurück.

US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Oktober überraschend gestiegen: Während Analysten im Schnitt mit einem Rückgang um 0,9% rechneten, erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat um 0,6%. Selbst ohne volatile Transportgüter lag der Anstieg in selbiger Größenordnung. Die Auftragseingänge für zivile Kapitalgüter (ohne Militär und Flugzeuge) stiegen um 1,2%. Letzteres deutet daraufhin, dass die Investitionszurückhaltung der Unternehmen bald zu Ende sein könnte.

Die Wirtschaft der Region Chicago zeigt im November einen Rebound: Das Chicago Business Barometer befindet sich zwar schon den dritten Monat in Folge im Kontraktionsbereich. Aber von einem niedrigen Aktivitätsniveau ausgehend schöpfte die Region neue Kraft, die nun in einem Anstieg des entsprechenden Index um 3,1 auf 46,3 Punkte (gegenüber Oktober) Ausdruck findet. Während die Produktion noch nachhinkt und weiter heruntergefahren wurde, zeigte die Auftragseingangskomponente mit einem Plus um 12,5 auf 49,4 Punkte stark nach oben. Gut in dieses Bild passt auch der massive Abbau der Lagerbestände. Die Folge: Es muss wieder nachproduziert werden, um die Aufträge abwickeln zu können!

HP Inc lieferte erfreuliche Quartalszahlen und rief Xerox mit feindlicher Übernahme auf den Plan: Sowohl der Umsatz von 15,4 Milliarden USD als auch der Quartalsgewinn/Aktie von 60 Cents lagen über den Erwartungen der Analysten. Allerdings schwächelt das Druckergeschäft, während Xerox weitere – nun feindliche – Übernahmepläne schmiedet.

AKTIEN – EUROPA

 

Die Neuwahl am 12. Dezember ist eine wichtige Weichenstellung und führte bereits dazu, dass mehrere Brexit-Kritiker aus der Konservativen Partei austraten, um zu den Wahlen als Unabhängige oder Liberale zu kandidieren. Federführend ist dabei der Ex-Justizminister, David Gauke, der Boris Johnson verdächtigt einen harten Brexit durch die Hintertür anzustreben. Doch ein Wahlsieg der Konservativen scheint gemäß aktueller Stimmung wahrscheinlich. In diesem Fall bringt Johnson sein Abkommen mit der EU schnell im Parlament durch. Doch es bleiben noch 11 Monate um mit der EU eine Einigung zu erzielen und auch diese muss durchs Parlament und ohne eine Mehrheit von über 40 Sitzen könnte es dazu kommen, dass Hardliner der Tories Johnson wieder auf einen harten Brexit drängen, der bis dann am 31.12.2020 stattfinden würde.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion, doch die positiven Überraschungen stützen den Markt. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: Wuchsen im STOXX 600 Index laut Refinitiv die Unternehmensgewinne im dritten Quartal 2018 bei 5,9% Umsatzwachstum noch um 14,4%, so sieht es ein Jahr später wesentlich kritischer aus: Laut Schätzungen von Refinitiv sollten heuer im 3. Quartal die Gewinne vor allem wegen des schwachen Energiesektors um 4,4% schrumpfen. Ohne Energiesektor wäre es ein Rückgang um 1,3%. Die Umsätze ex Energie sollten indessen noch um 3,9% wachsen. 257 Stoxx 600 Unternehmen haben bis 26. November bereits die Gewinne für das 3. Quartal bekanntgegeben. 56,8% meldeten Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem historischen Erwartungswert von 50% liegt. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 6,6% über den Analystenschätzungen verglichen mit einem Durchschnitt seit 2011 von 3,7%. Mit 68% den höchsten Surprise-Factor gab es im Telekom-Bereich, gefolgt von der Grundstofferzeugung mit 16%, während defensive Konsumgüter mit einem Minus von 6% enttäuschten. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein moderates Gewinnwachstum von 0,7% erwartet – Tendenz der Schätzungen fallend! Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Gewinnwachstum von 5,4% % erwartet). Hingegen um 6,5% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor.

 

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Der Hongkong-Konflikt führt zu einer politischen Eskalation zwischen China und den USA nachdem US-Präsident, Donald Trump, vergangenen Mittwoch zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong die Hongkong-Gesetze unterzeichnete. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums reagierte darauf wie folgt: „Wir raten den USA, nicht willkürlich zu handeln, ansonsten wird China entschieden Gegenmaßnahmen ergreifen und alle Konsequenzen müssen von den USA getragen werden. Gleichzeitig hat China den US-Botschafter Terry Banstad einbestellt, um ein sofortiges Ende einer solcher Politik „und einer weiteren Beschädigung der bilateralen Beziehungen zu fordern“. Indessen setzt die Polizei in Hongkong Tränengas gegen Demonstranten ein und die Uno-Menschenrechtskommissarin prangert die Polizeigewalt an. Mittlerweile hat der Konflikt bereits ein Ausmaß erreicht, das sich negativ auf die Wirtschaft Chinas und Hongkongs auswirken wird.

ANLEIHEN

Wenig Veränderung brachte die abgelaufene Woche bei den Renditen für Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg lediglich um 1 Basispunkt von 1,77 auf 1,78%, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen auf minus 0,36% verharrte. Zwar zeigt die Vorabschätzung der Inflationsrate im Euroraum wieder einen Anstieg um 0,3 Prozentpunkte auf 1,0%, und auch die US-Wirtschaft zeigte wieder Stärke, doch es gibt nach wie vor Unsicherheiten geo- und handelspolitischer Natur. Auch erscheint eine weiterhin gemäßigte Vorgangsweise der Notenbanken plausibel, auch wenn EZB-Chefin, Christine Lagarde für die kommenden Monate eine Überprüfung der bisherigen geldpolitischen Strategie durchführen möchte und die Fed eine Zinssenkungspause eingeführt hat. Immer mehr Volkswirte rechnen mit keiner Rezession mehr und entsprechend preisen die Futuresmärkte über einen längeren Zeitraum gleichbleibende Leitzinsen der Fed ein (z.B. 80,1% unveränderte Leitzinsen bis zur Sitzung am 18. März 2020).

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind im Wochenverlauf um fast 20 Basispunkte auf 3,99% gesunken nachdem Frühindikatoren der US-Wirtschaft eine Wiederbelebung der Produktion von einem niedrigeren Niveau ausgehend signalisieren.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis stabilisiert sich wieder nachdem an den Terminmärkten die Anzahl der Nettolongpositionen um 13% abnahm. Anhaltende geopolitische Risiken und keine rasche Zinswende ermöglichten zuletzt wieder eine leichte Stabilisierung des Goldpreises, der in den vergangenen Wochen seinem Ruf als Krisenschutzmetall durchaus gerecht wurde. Denn er stieg an schwachen Börsentagen immer wieder über 1500 Punkte, ehe die jüngsten Rückschläge folgten.

Der Weizenpreis ist vergangene Woche um 4,7% gestiegen, denn laut USDA sind in den USA insgesamt nur noch 45,2 Mio. Acres Weizen angebaut worden, so wenig wie seit 100 Jahren nicht mehr. Die nächste Weizenknappheit ist vorprogrammiert.

WÄHRUNGEN

Eine relativ ruhige Woche am Devisenmarkt zeigte wenig größere Ausschläge des Euro gegenüber den wichtigsten Weltwährungen. Das britische Pfund, das binnen drei Monaten gegenüber dem Euro um mehr als 5% aufwertete setzte nach einer leichten Gegenbewegung seine Aufwärtsbewegung weiter fort. Offensichtlich preisen die Märkte eine Brexit-Einigung mit der EU ein. Etwas schwächer zum Euro tendierte der Japanische Yen (Bank of Japan bleibt expansiv). Indessen angesichts der freundlichen Aktienmärkte etwas schwächer zum Euro tendierte die Krisenwährung Schweizer Franken. Auch die Ausschläge gegenüber geläufiger Carry-Trade-Währungen aus Schwellenländern halten sich in engen Grenzen.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

02.12.2019

China: Caixin PMI Produktion EUR: Rede der EZB Präsidentin Lagarde, Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe USA: Markit PMI Herstellung, ISM verarbeitendes Gewerbe

03.12.2019

USA: Gesamte Fahrzeugverkäufe

04.12.2019

EUR: Markit PMI Gesamtindex; Treffen der Eurogruppe, USA: Markit PMI Dienstleistungen, Markit PMI Gesamtindex; ISM nicht-verarbeitendes Gewerbe

05.12.2019

EUR: BIP und Einzelhandelsumsätze USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Werkaufträge, Handelsbilanz Quartalszahlen: Broadcom, Dollar General

06.12.2019

Japan: Führender Wirtschaftsindex USA: Durchschnittliche Wochenarbeitszeit, Durchschnittliche Stundenlöhne, AL-Quote, Erwerbsbeteiligungsquote; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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