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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC WEEKLY KW 5

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN - USA

Coronavirus dämpft weltweit die Börsenstimmung, jedoch Kursexplosion bei Spezialwerten: In China hinterließ das Coronavirus bereits 40 Tote. Mittlerweile gibt es die ersten Infizierten in den USA und Europa. Seit vergangenen Donnerstag hat die chinesische Regierung die 10 Millionen Einwohner zählende Stadt Wuhan unter Quarantäne erstellt. Weitere Städte folgten. Dort wurden Bahnverkehr und öffentliche Verkehrsverbindungen eingestellt. In Wuhan wurden sogar alle Kinos, Internetcafes und der zentrale Markt der Stadt geschlossen. In Peking hat die Regierung Neujahrsfeiern abgesagt. Mittlerweile sind über 40 Mio. Einwohner in China von behördlichen Beschränkungen betroffen – laut WHO ein Präzedenzfall. Weltweit ist mit Einschränkungen im Flugverkehr zu rechnen. Während sich Spezialwerte wie Novavax (Impfstoffentwickler), Alpha Pro Tec und Lakeland (Schutzmasken, Schutzanzüge) zwischenzeitlich binnen weniger Tage im Wert fast verdoppelten, drückten die behördlichen Einschränkungen auf die Börsenstimmung. Nachdem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bereits wissenschaftlich erwiesen ist, kann von einer weltweiten Verbreitung und kurzfristig weiter angespannten Situation ausgegangen werden.

Obwohl die Divergenzen zwischen Produktionswirtschaft und Dienstleistungssektor sich in der Vorab-Auswertung des Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft der USA (von IHS Markit herausgegeben) weiter fortsetzten, lag die Verbesserung des Composite PMI (Aktivitätsindikator der Privatwirtschaft) mit einem Anstieg von 52,8 auf 53,2 Punkten über den Markterwartungen. Zwar hat sich die Erholung der Wachstumsdynamik im gesamten privaten Sektor der USA zum Jahresauftakt 2020 weiter beschleunigt, wobei die Gesamtproduktion mit der stärksten Geschwindigkeit seit März 2019 stieg. Trotzdem weisen die Daten des verarbeitenden Gewerbes mit nur bescheidenen Zuwächsen bei Produktion und Auftragseingang darauf hin, dass hier noch keine Entwarnung gegeben werden kann.  Konkret fiel der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes gegenüber Dezember von 52,4 auf 51,7 Punkte und blieb hinter der Markterwartung von 52,5 Punkte zurück.

Der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI), dessen Wert sich als gewichteter Durchschnitt von 85 Indikatoren für Wachstum errechnet, zeigte im Dezember eine erneute Abkühlung. Die analysierten Daten beziehen sich dabei auf die Bereiche Produktion und Einkommen; Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Arbeitszeit; Privatkonsum und Wohnbereich; Umsätze, Aufträge und Lagerbestände. Rückgänge bei produktionsrelevanten Indikatoren führten dazu, dass der CFNAI von einem überdurchschnittlichen Wachstumslevel von 0,41 im November auf einen unterdurchschnittlichen Wert von -0,35 abglitt. Betrachtet man aber den gleitenden 3-Monats-Durchschnitt war sogar eine leichte Verbesserung von -0,31 auf -0,23 zu beobachten.

Am 23. Jänner fielen die Aktien vom Konsumgütermarkenhersteller Procter & Gamble nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um 1,1%. Erstmals in fünf Quartalen lag der Quartalsumsatz unter den Analystenerwartungen. Zurückzuführen war dies auf einen starken US-Dollar und einer schwächeren Nachfrage nach Pampers-Windeln. Doch der um Sonderposten bereinigte Gewinn/Aktie lag mit 1,42 USD über den Erwartungen von 1,37 USD und die Nettoumsätze wuchsen noch immer um 5% auf 18,37 Mrd. USD. Erfreulich entwickelte sich indessen der Gesundheitsbereich. Für das gesamte Geschäftsjahr hob aber das Management die Prognosen an. Der Umsatz soll statt um 3 bis 5 nun um 4 bis 5% und die Kerngewinne pro Aktie anstatt um 5 bis 10 nun um 8 bis 11% wachsen. Angesichts solcher erfreulichen Ausblicke kann der jüngste Kursrückgang auf diese Quartalsdaten auf extrem hohe Markterwartungen zurückgeführt werden.

AKTIEN - EUROPA

Nach China knüpft sich US-Präsident Donald Trump die EU als neuen Gegner in einem Handelskonflikt vor. Dies ergab beim Weltwirtschaftsforum in Davos ein Interview des US-Finanzsenders CNBC mit dem US-Präsidenten: Darin machte Trump klar, dass nun Europa an der Reihe ist. Wenige Minuten nach dem Interview kündigte Trump an, dass er Zölle von 25% auf EU-Autos einführe, sollte es nicht bald einen Deal geben. Bereits jetzt erheben die USA auf SUVs, light trucks sowie SUV-Mischformen aus Europa 25%.

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Laut Refinitiv-Konsens sollten im 4. Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 1,2% Umsatzwachstum (Vorwoche noch 1% erwartet) um 2,0% (Vorwoche noch 2,5% erwartet) wachsen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann beschleunigen sich Umsatz- und Gewinnplus auf je 3,0 bzw. 4,3%. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 21,8% sollte dabei auf den Technologiesektor fallen, gefolgt von +18,5% bei den Telekom-Services und 13,1% bei den Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Hingegen ein Gewinneinbruch von 15,7% wird für den Energie-Sektor erwartet, gefolgt von je -14,2 bzw. -9,3% im Grundstoffbereich und bei den Versorgern. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 0,7% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+9,9%) und Versorger (+9,1%). Hingegen um je 15,3 bzw. 10,6% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 0,5% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zu 3. Quartal 2020 auf 15,2% beschleunigen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Coronavirus neue Gefahr für die chinesische Wirtschaft: Chinas BIP-Wachstum hat unter dem Handelskrieg mit den USA bereits so stark gelitten, dass sich gegenüber 2018 im Jahr 2019 ein Exportwachstum von 10% auf einen Wert von 0,5% verlangsamte und der Absatz von Autos und Smartphones vor Ort um jeweils 8 bzw. fast 14% zurückging. Nun kommt der Corona-Virus-Faktor hinzu: Mittlerweile sind 43 Millionen Chinesen bereits von Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Seuche betroffen. Erinnerungen an die SARS-Epedemie 2003 werden wieder wach. Unter der Belastung der ersten SARS-Pandemie war das chinesische Wirtschaftswachstum zeitweise um zwei Prozentpunkte auf 9% gesunken. Heute ist Chinas Wachstumsrate viel niedriger, gleichzeitig ist China viel stärker als damals global vernetzt. Die Gefahr liegt also nun auch darin, dass internationale Lieferketten unterbrochen werden, was sich auch negativ auf viele produzierende Unternehmen in Europa und Nordamerika auswirken könnte.

ANLEIHEN

Dass die Einigung der USA mit China nun einige Unsicherheiten in der globalen Konjunktureinschätzung rausnimmt, davon ist EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, überzeugt. Geldpolitisch beließ der EZB-Rat vergangenen Donnerstag alles beim Alten, wobei Lagarde auf die Überprüfung der Strategie der EZB hinwies, die voraussichtlich bis November oder Dezember noch laufen wird. In den USA hingegen will die Fed bereits Mitte des Jahres eine neue Strategie, insbesondere im Umgang mit der Inflation haben. Nachdem für Lagarde Schweden, das bereits die Negativzinsphase beendet hat, kein Vorbild ist und weltweit die konjunkturellen Schwächesignale wieder etwas stärker auftraten, mäßigte sich an den Bondmärkten der entwickelten Länder das Renditeniveau auf breiter Front. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ging von 1,82 auf 1,68% zurück, während sich die Negativrenditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen im Wochenverlauf um 12 Basispunkte auf -0,34% nach unten ausweiteten. Selbst die Rendite französischer Staatsanleihen gab auf Monatsbasis um 14 Basispunkte auf -0,08% nach. Staatsanleihen aus Schwellenländern zeigten wegen vermehrter Portfolioumschichtungen und Carry-Trades Stärke. Mit den sinkenden Renditen in den entwickelten Märkten weichen Anleger vermehr auf Alternativen in Schwellenländer aus.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries setzten nach massiven Rückgängen anläßlich der Corona-Virus-Pandemie und vereinzelter konjunktureller Schwächeanzeichen wieder zu einer Gegenbewegung an. In der Woche vom 16. bis 23. Jänner stieg der Spread um 16 Basispunkte auf 3,58%. Die Risikoprämie bleibt trotzdem historisch günstig.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Starke Goldnachfrage: Die Gold- und Silberpreise zogen im Laufe dieser Woche wieder an. Zuvor kam bereits an der US-Terminbörse COMEX Bewegung ins Spiel als die Anzahl der offenen Kontrakte auf einen neuen Höchstwert von 2.478 Tonnen Papier Gold anstieg. Die Coronavirus-Krise in China und rückläufige Anleiherendite stützen den Goldpreis.

Dass in China zu einer wichtigen Reisezeit Neujahrsfeiern abgesagt und Städte unter Quarantäne gestellt werden, drückt auf die Ölpreise die vergangene Woche zwischen 7 und 8% einbrachen. Hinzukommt die Schieferöl-Schwemme aus den USA. In den vergangenen 10 Jahren haben die USA ihre Tagesproduktion von 5 auf 13 Millionen Barrel ausgeweitet und 2020 sollten Expertenprognosen zufolge noch weitere 1,3 Millionen dazukommen – und dies bei moderater Nachfrage.

WÄHRUNGEN

Der Schweizer Franken setzte seine schleichende Aufwertung in dieser Woche weiter fort. Auffällig Stärke zeigte der Japanische Yen nachdem die Bank of Japan unter Beibehaltung ihres geldpolitischen Kurses konjunkturell optimistischer in die Zukunft blickt. Etwas fester tendierten auch der US-Dollar und das Britische Pfund gegenüber dem Euro. Die Gefahr eines Handelskriegs zwischen der EU und den USA stärkt tendenziell den Pfundkurs. Die Carry-Trade-Währungen der Schwellenländer bewegten sich zuletzt in einer engeren Bandbreite. Allerdings zeigte der Südafrikanische Rand in der vergangenen Woche eine leichte Stärke, während der Brasilianische Real nach größerer Abwertung zu einer Gegenbewegung ansetzte.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

27.01.

Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex USA: Quartalszahlen: 3M, Amgen, Xerox,

28.01.

USA: Auftragseingänge langlebige Güter; Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; Verbrauchervertrauen Conference Board; S&P/Case-Shiller Hauspreisindex; API wöchentlicher Rohöllagerbestand; Quartalszahlen: Apple, Lockheed Martin, McDonalds, Microsoft, Starbucks, Tesla, Visa, Pfizer

29.01.

USA: Fed-Zinssatzentscheidung u. FOMC-Pressekonferenz; Quartalszahlen: AT&T; Boeing, General Electric, Facebook, Nasdaq

30.01.

EUR: Arbeitslosenquote, Geschäftsklimaindex UK: BoE Zinssatzentscheidung, BoE Sitzungsprotokoll USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Persönlicher Konsum; BIP annualisiert, Quartalszahlen: Altria Group, Electronic Arts, Biogen, DuPont,

31.01.

Japan: Einzelhandelsumsätze und Inflationsdaten China: PMI nicht verarbeitendes Gewerbe EUR: BIP, Verbraucherpreisindex USA: Chicago Einkaufsmanagerindex, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen; Quartalszahlen: Phillips 66, Exxon Mobil, Weyerhaeuser, Caterpillar, Chevron

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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