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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 50

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Handelskonflikt mit China hinterlässt Spuren – Handelsvolumen sinkt – Unsicherheit bleibt: Laut einer Reuters-Meldung wird sich die Unterzeichnung der ersten Phase eines Handelsabkommens voraussichtlich ins nächste Jahr hinziehen. Auf Grundlage der bisherigen Ergebnisse der Handelsgespräche wird US-Präsident, Donald Trump, entscheiden ob am 15. Dezember neue Strafzölle von 15% auf die Einfuhr von Konsumgütern, wie Laptops, Smartphones, Kleidung und Spielzeug aus China im Wert von rund 150 Mrd. USD verhängt werden. Bereits jetzt sind China-Importe im Wert von ca. 375 Mrd. USD mit Strafzöllen belegt. Im Vergleich dazu lagen die gesamten US-Exporte Chinas im Jahr 2018 bei 557 Mrd. USD. Einen Hoffnungsschimmer ergaben die Handelsgespräche gegen Ende vergangener Woche. China kündigte nämlich die Aussetzung von Zöllen auf einige Lieferungen von Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA an. Dafür will China neben der Unterlassung angedrohter neuer Strafzölle auch eine Senkung bestehender Sonderabgaben. Indessen kristallisieren sich die Schäden des Handelskrieges immer weiter heraus: Chinas Exporte sind im November mit minus 1,1% unerwartet stark gefallen (erwartet +1%). Die Exporte Chinas in die USA gingen um 12,5% zurück, doch dessen Importe auch den USA sogar um 23,3%, obwohl Chinas Gesamtimporte noch leicht um 0,3% stiegen. Das bilaterale Handelsvolumen mit den USA verringerte sich um 15,2% und zeigt die Folgen von Zollkriegen eindeutig auf.

US-Produktionswirtschaft in den USA auf Schrumpfkurs aber erste Lichtblicke: Der vom Institute fo Supply Management veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigte für November bereits den vierten Monat in Folge einen Kontraktionskurs und auch die Neuaufträge waren noch rückläufig. Die Lagerbestände der Industrie waren bereits 6 Monate in Folge rückläufig und im November erreichte der entsprechende Index mit 45,5 Punkten einen Wert knapp über Rezessionsniveau von 44,3 Punkten. Es muss wieder nachbestellt und nachproduziert werden. Der Produktionsindex ist gegenüber dem Vormonat bereits um 2,9 auf 49,1 Punkte gestiegen.

Starke Arbeitsmarktdaten für November stützen den Aktienmarkt: Die Anzahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb des Agrarbereichs stieg vom Oktober auf November von 156.000 auf 266.000, während die von Bloomberg befragten Experten lediglich von 180.000 ausgingen. Bereits die Zahlen der Vormonate (September plus 13.000 auf 193.000 und Oktober plus 28.000 auf 156.000) wurden nach oben Revidiert. Ein Faktor war ein Ende der Streiks bei General Motors. Auch erreichte die Arbeitslosenquote nach einem Rückgang von 3,6 auf 3,5% den niedrigsten Stand seit 1969. Gleichzeitig stiegen die Stundenlöhne auf Jahresbasis mit 3,1% stärker als erwartet. Diese Entwicklungen bekräftigen die Fed in der Haltung einer Zinssenkungspause und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis jüngste expansive geldpolitische Schritte wie der Ankauf von T-Bills (monatlich 60 Mrd. USD) wieder rückgängig gemacht werden.

Leichte Gewinnerosion im dritten Quartal: Per 6. Dezember haben laut Refinitiv 498 der 505 S&P 500 Firmen die Zahlen für das 3. Quartal 2019 veröffentlicht. Ergebnis: Aufgrund eines schwachen Energiesektors sollten die Gewinne im S&P 500-Spektrum um 0,4% zurückgehen. Filtert man die Energieunternehmen heraus, dann kann von einem Zuwachs in Höhe von 2,2% ausgegangen werden. Sieben von 11 Sektoren verzeichnen gegenüber dem Vorjahresquartal eine Gewinnverbesserung, vier eine Verschlechterung, wobei der Energiesektor mit -37,8% voraussichtlich den stärksten Einbruch erleidet. Mit je 8,8 bzw. 6,7% die höchsten Zuwächse werden in den Bereichen Gesundheit und Versorger erwartet. 75,1% der Unternehmen im S&P 500, die Zahlen für das vergangene Quartal veröffentlichten, gaben Gewinne bekannt deren Höhe die Analystenprognosen überschritten und nur 18,3 % enttäuschten mit niedrigeren Gewinnen. Seit 1994 steht im Schnitt eine positive Gewinnüberraschungsquote von 65% einer Enttäuschungsquote von 20% gegenüber. Aggregiert betrachtet lagen die veröffentlichten Gewinne zuletzt im Schnitt 4,5% über den Erwartungen (langjähriger Durchschnitt: +3,3%). Trotzdem erscheint ein 12-Monats-Forward-KGV im S&P 500 von 18,1 als überteuert zumal die Wachstumsdynamik zuletzt stark nachließ und die aktuell erwarteten 9,9% Gewinnwachstum für 2020 angesichts des starken Abwärtsrevisionstrends der vergangenen Monate eher unwahrscheinlich sind.

AKTIEN – EUROPA

Die Neuwahl am 12. Dezember ist eine wichtige Weichenstellung. Derzeit wird trotz diverser Anschuldigungen mit einem Wahlsieg von Boris Johnson gerechnet. Damit wäre der Weg frei für einen Brexit Ende Jänner. Experten rechnen zumindest, dass sich Großbritannien im Warenhandel mit der EU auf ein umfassendes Abkommen einigen könnte. Ein mögliches Szenario wäre dass Johnson ein geplantes Abkommen mit der EU schnell durchs Parlament bringt. Dann bleiben ab Februar noch 11 Monate, um mit der EU eine Einigung zu erzielen und auch diese muss durchs Parlament. Hier könnte es sich spießen, denn ohne eine Mehrheit von über 40 Sitzen könnte es dazu kommen, dass Hardliner der Tories Johnson wieder auf einen harten Brexit drängen, der dann am 31.12.2020 stattfinden würde. Allerdings preisen die Märkte bis dato in aller Gelassenheit wohl eher das positive Szenario ein.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion, doch die positiven Überraschungen stützen den Markt. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: 266 Stoxx 600 Unternehmen haben bis 3. Dezember bereits die Gewinne für das 3. Quartal bekanntgegeben. 56% meldeten Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem historischen Erwartungswert von 50% liegt. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 6,2% über den Analystenschätzungen verglichen mit einem Durchschnitt seit 2011 von 3,7%. Mit 63% den höchsten Surprise-Factor gab es im Telekom-Bereich, gefolgt von der Grundstofferzeugung mit 13%, während defensive Konsumgüter mit einem Minus von 6% enttäuschten. Für das 3. Quartal 2019 erwarten Analysten bei 1,4% Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang von 4,5%. Exklusive Energiesektor reduziert sich das Minus auf 1,5%. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein moderates Gewinnwachstum von 1,0% erwartet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Gewinnwachstum von 5,4% erwartet). Hingegen um 6,6% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor.

 

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China zeigt im November solide Aktivitäten von Industrie und Dienstleistung: Offensichtlich sieht es in China wirtschaftlich nicht so schlecht aus als viele glauben. Der Caixin Markit Services PMI stieg im November gegenüber dem Vormonat von 51,1 auf 53,5 Punkte bzw. den höchsten Stand seit 7 Monaten. Der Produktionsbereich zeigte sogar die rascheste Expansion seit fast 3 Jahren. Der entsprechende Caixin Index stieg im November von 52 auf 53,2 Punkte und somit den höchsten Stand seit Februar 2018. Allerdings könnte die Eskalation im Hongkong-Konflikt und von der Seite ein erneutes Entfachen größerer Streitigkeiten mit den USA eine stärkere konjunkturelle Belebung verhindern. Auch die weitere Entwicklung im Handelskonflikt mit den USA bleibt abzuwarten, weshalb Experten nach wie vor nicht von der Nachhaltigkeit der Belebung überzeugt sind.

ANLEIHEN

Ein starker Arbeitsmarkt in den USA, durchaus ermutigende Konjunktursignale aus China und ein Anstieg der Rohölpreise prägten in der vergangenen Woche das Umfeld für den Rentenmarkt. EZB-Chefin, Christine Lagarde braucht laut eigenen Aussagen noch Zeit, die Sprache der Notenbanker zu lernen, signalisierte jedoch, dass gegenüber der gewohnten expansiven Geldpolitik eines Draghi wohl Änderungen anstehen. Zum einen steht in den kommenden Monaten die Strategie der EZB auf den Prüfstand, zum anderen hat sie bereits der Fiskalpolitik den Ball in punkto Konjunkturstimulation zugespielt. Darüber hinaus könnte die EZB einen Beitrag zur Umstellung auf eine CO2-ärmere Wirtschaft leisten. Diese Perspektiven sind alles andere als beflügelnd und entsprechend auch die Reaktion der Bondmärkte: Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg lediglich um 6 Basispunkte auf 1,84%, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen von minus 0,36 auf minus 0,29% anstieg. Die Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen sind auf Monatsbasis bereits um 11 BP auf 0,49% und jene aus Italien um 16 BP auf 1,35% gestiegen, was bereits ein Indiz sein könnte, dass die Märkte eine Abkehr von Mario Draghis expansiver Geldpolitik erwarten. Doch Restrisiken geopolitscher und konjunktureller Natur führten lediglich zu moderaten Bewegungen an den Bondmärkten.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries verharren nach einem deutlichen Rückgang nun auf 4 Prozentpunkten, nachdem ein starker Arbeitsmarkt und solidere Einkaufsmanagerindizes (global) den Rahmen abstecken.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis stabilisierte sich wieder nachdem an den Terminmärkten die Anzahl der Nettolongpositionen um 13% abnahm und die geopolitischen Risiken anhielten. Allerdings führten solide Konjunkturdaten, steigende Anleihenrenditen und der anhaltende Aufschwung an den Aktienmärkten erneut zu einer leichten Konsolidierung. Vor allem die stark steigenden Stundenlöhne und die Implikation einer längeren Zinssenkungspause der Fed wirken sich negativ auf den Golpreis aus.

Der Ölpreis ist vergangene Woche um 6% gestiegen, nachdem sich die OPEC am Donnerstag auf eine Drosselung der täglichen Fördermenge um 0,5 Millionen Barrel pro Tag in den ersten 3 Monaten 2020 einigte.

WÄHRUNGEN

Das britische Pfund setzte mit einem Wochenplus von über 1,1% gegenüber dem Euro seinen Höhenflug weiter fort. Offensichtlich preisen die Märkte eine Brexit-Einigung mit der EU ein. Auffällig ist eine erneute Erstarkung des Schweizer Frankens. Gegenüber dem US-Dollar besteht ein gewisses Gleichgewicht, das in niedrigen Schwankungsbreiten Ausdruck findet. Indessen fester waren die beiden Carry-Trade-Anlagewährungen Mexikanischer Peso und Russischer Rubel, während die Türkische Lira ihre Talfahrt weiter fortsetzt.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

09.12.2019

Japan: BIP

10.12.2019

China: Inflationsrate USA: Lohnstückkosten Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen

11.12.2019

USA: Inflationsrate, Fed-Zinssatzentscheidung, FOMC Wirtschaftsprojektion,

12.12.2019

Japan: Maschinenbestellungen UK: Parlamentswahlen Schweiz: SNB-Zinssatzentscheidung EUR: Industrieproduktion, EZB Statement und Pressekonferenz nach Zinssatzentscheidung USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung,

13.12.2019

Japan: Tankan-Berichte, Industrieproduktion USA: Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels Quartalszahlen: Oracle

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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