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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 51

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN - USA

Teileinigung im Zollkonflikt USA-China erzielt: Der Wahlkampf rückt immer näher und zur Erhöhung der Chancen auf Wiederwahl benötigt US-Präsident, Donald Trump, eine stärkere Konjunktur. Da die Stimmung der CEOs von US-Firmen durch den Handelskonflikt getrübt ist und deren Investitionsverhalten zuletzt zurückhaltend war, musste nun etwas Positives geschehen, zumal die US-Exporte nach China im November um 23,3% einbrachen und das bilaterale Handelsvolumen USA- China um 15,2% schrumpfte. Am Freitag, dem 13. Dezember, also zwei Tage vor Inkrafttreten neuer Strafzölle von 15% auf in China produzierte Konsumgüter wie Laptops, Smartphones, Kleidung und Spielzeug im Wert von 150 Mrd. USD, gaben beide Seiten eine Teileinigung bekannt. Nicht nur dass diese neuen Zölle nicht in Kraft treten sondern die USA hätten sich auch verpflichtet, bereits verhängte Zölle teilweise zurückzunehmen. Die Verhandlungen über ein Phase-Zwei-Abkommen beginnen nun sofort, anstatt bis nach der Wahl 2020 zu warten. All dies sieht danach aus, die Nebenwirkungen eines eskalierenden Handelsstreits auf ein Minimum zu reduzieren. Wichtige Punkte in den Verhandlungen mit China sind neben einer Marktöffnung der Kampf gegen den Diebstahl von Urheberrechten und eine Verringerung staatlicher Subventionen. Da die Hauptwähler von Trump aus landwirtschaftlichen Anbaugebieten der USA stammen, kämpfte Trump auch verstärkt darum, Chinas Importe von Mais und Sojabohnen anzukurbeln.

Fed Zinssenkungspause bestätigt: Aufgrund der soliden Konjunktur ist im Fed-Watch-Tool der CME bis zur Sitzung am 29 Juli 2020 auf 54,6% gestiegen. Die Zentralbanker der Fed erwarten bis zu den Präsidentschaftswahlen (3.11.) keine Bewegung der Leitzinsen mehr. Fed Chef, Jerome Powell verwies nach der Zinsentscheidung (unverändert) am 11.12. auf einen robusten Arbeitsmarkt und gestiegene Konsumausgaben, während sich die Inflation zuletzt abschwächte. Die Volkswirte der Fed blicken eine Spur optimistischer in die Zukunft als noch von einem halben Jahr und erwarten im Mittel ein Wirtschaftswachstum von 2,0% im kommenden Jahr. Bezüglich Inflation werden 1,9% erwartet. Aber Fed Chef Jerome Powell wies darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Preisentwicklung nicht vollständig verschwunden ist, zumal die Stundenlöhne zuletzt im Schnitt um 3,1% stiegen.

Einzelhandel USA: Negativüberraschung vs. Basiseffekt: Die Einzelhandelserlöse stiegen im November gegenüber dem Vormonat um 0,5% während Analysten im Schnitt mit einem Anstieg um 0,5% rechneten. Allerdings gab es einen Basiseffekt nachdem der Zuwachs im Vormonat von 0,3 auf 0,4% nach oben korrigiert wurde. Unterstützend wirkten Autoverkäufe und Umsätze an den Tankstellen. Die Tankstellenerlöse stiegen um 0,7% und bei den Autoverkäufen gab es ein Plus um 0,5%.

Broadcom-Aktie verzeichnete auf Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vergangenen Freitag 3,8% Minus. Der Halbleiterhersteller litt unter dem Handelskonflikt USA-China. Das Handelsverbot mit Huawei verhagelte die Bilanz: Im vierten Geschäftsquartal (endete 3. November) ging der Gewinn/Aktie von 2,64 auf 1,97 USD zurück, während der Umsatz noch um 6% auf 5,78 Mrd. USD gesteigert werden konnte. Der Ausblick auf 2019/20 ist zwar positiv, doch offensichtlich waren die „Flüsterprognosen“ des Marktes höher (also doch eine Enttäuschung). Konkret rechnet das Management vor allem wegen des Aufbaus von 5G-Netzen und somit eines Endes der Durststrecke im Halbleiter-Bereich mit einem Umsatzwachstum um 10% auf ca. 25 Mrd. USD.

Schwaches Gewinnwachstumsjahr 2019: Laut Datenanbieter FactSet liegt das Wachstum der S&P 500 Gewinne im Jahr 2019 nur noch bei 0,3%. Das ist der niedrigste Stand seit 2015 (-0,6%). 6 Sektoren mit Gewinnwachstum, dabei führend die Bereiche Versorge und HealthCare, stehen 5 Sektoren mit rückläufigen Gewinnen, insbesondere den Bereichen Grundstoffe und Energie gegenüber. Die gesamte Wachstumsrate liegt weit unter dem 10-Jahres-Durchschnit von 9,1%. Vor allem Unternehmen mit hoher Umsatzabhängigkeit vom Ausland sind betroffen.

AKTIEN – EUROPA

Die Neuwahl am 12. Dezember war mit dem Wahlsieg von Boris Johnson theoretisch eine wichtige Weichenstellung Richtung geregelten Brexit mit Übergangsfrist bis Ende 2020. Doch Euphorie ist fehl am Platz. Johnson stellt sich den schnellen Deal wohl etwas zu leicht vor und macht die Rechnung ohne die Wirte. Widerstand gibt es im In- und Ausland. Vor allem erfordert ein neuer Brexit-Deal mit der EU, der den Handel und die Zusammenarbeit der EU mit Großbritannien genau regelt viel Zeit. Die neuen Verträge müssten nicht nur die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfel billigen sondern auch 27 Parlamente sowie möglicherweise mehrere Regionalparlamente müssten dem noch zustimmen – und dies alles bis 31.12.2020. Innerhalb Großbritanniens droht nicht nur Druck seitens der herkömmlichen Brexit-Gegner, deren Ziel in einem neuen Brexit-Referendum liegt, sondern auch durch die Schottische Nationalpartei, die nun ein Unabhängigkeitsreferendum anstrebt, zumal die Schotten überzeugte EU-Anhänger sind.

Stoxx 600 Firmen leiden genauso wie die US-Unternehmen an Gewinn-Erosion, doch die positiven Überraschungen stützen den Markt. Das zeigen aktuelle Daten rund um die Aktien des Stoxx 600 Index: 272 Stoxx 600 Unternehmen haben bis 10. Dezember bereits die Gewinne für das 3. Quartal bekanntgegeben. 55,9% meldeten Gewinne über den Analystenschätzungen, was über dem historischen Erwartungswert von 50% liegt. Aggregiert betrachtet liegen die Gewinne um 6,5% über den Analystenschätzungen verglichen mit einem Durchschnitt seit 2011 von 3,7%. Mit 63% den höchsten Surprise-Factor gab es im Telekom-Bereich, gefolgt von der Grundstofferzeugung mit 13%, während defensive Konsumgüter mit einem Minus von 6% enttäuschten. Für das 3. Quartal 2019 erwarten Analysten bei 1,4% Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang von 4,3%. Exklusive Energiesektor reduziert sich das Minus auf 1,2%. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein Gewinnrückgang um 0,3% erwartet. Wachstumsträger bleiben dabei Versorger (+17,7%) und Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Gewinnwachstum von 11,3% erwartet). Hingegen um 24,4%% zurückgehen sollten die Gewinne im Grundstoffbereich.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Japans Wirtschaft wächst im 3. Quartal mit annualisierten 1,8% wesentlich stärker als es die Analysten erwarteten. Diese gingen lediglich von 0,2% Plus aus. Höhere Investitionsausgaben konnten schwache Exporte überkompensieren, während sich der private Konsum mit Plus 0,5% solide entwickelte. Allerdings zeigte der Oktober einen erneuten Rückschlag. Exporte und Industrieproduktion waren stark rückläufig. Nun lauft ein Konjunkturprogramm für das der Staat 110 Mrd. EUR aufwendet. Ziel: Das BIP bis März 2022 um 1,4% nach oben zu treiben.

Erneute Eskalation im HongKong Konflikt: Erstmals seit drei Wochen hat es bei Kundgebungen der Demokratiebewegung in Hongkong erneute Ausschreitungen gegeben. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und es gab zahlreiche Verhaftungen. Sollte sich die Gewalt aufschaukeln droht eine Militäraktion Chinas.

ANLEIHEN

Eine längere Zinssenkungspause der Fed infolge einer relativ robusten Konjunktur mit einem leergefegten Arbeitsmarkt ist weitgehend erwartet worden. Im Euroraum hielt die EZB an ihrer expansiven Geldpolitik weiterhin fest. Die Leitzinsen würden noch so lange auf aktuellem oder einem tieferen Niveau liegen, bis sich die Inflationsaussichten wieder klar dem Ziel von knapp 2% annähern. Zudem habe die EZB die Wachstumsprognose für 2020 von 1,2 (im September) nun auf 1,1% nach unten revidiert. Für 2019 hingegen wurde die Wachstumserwartung für den Euroraum von 1,1 auf 1,2% angehoben, während für die Jahre 2021 und 2022 jeweils ein Wachstum von 1,4% prognostiziert wird. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist die europäische Wirtschaft auf dem Weg zu einer langsamen Erholung. Erwartungsgemäß beließ auch die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins unverändert bei -0,75%. Zum Wochenende hin waren die weltweit in den entwickelten Ländern die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen wieder auf breiter Front rückläufig. Per Saldo gab es im gesamten Wochenverlauf wenig Veränderung. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ging nur marginal um 2 Basispunkte auf 1,82% zurück, während die Renditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen unverändert bei -0,29% blieben. Die Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen sind auf Monatsbasis bereits um 3 BP auf 0,41% und jene aus der Schweiz um 6 BP auf -0,62% rückläufig.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind nach soliden Konjunkturaussichten binnen einer Woche bis zum 12. Dezember um 30 Basispunkte auf 3,70 Prozentpunkte zurückgegangen.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis stabilisierte sich wieder nachdem im Prinzip drei Notenbanken an ihrer expansiven Geldpolitik festhielten. Wenig Unterstützung brachten widersprüchliche Preisprognosen der Investmentbanken, während die anhaltend niedrigen Zinsen begünstigen.

Der statistisch betrachtet unterbewertete Platinpreis setzte vergangene Woche zu einer Aufholjagd an. Ein Angebotsdefizit 2019, Risiken von Produktionsausfällen in Südafrika und längerfristig auch der Einsatz von Platin in der Brennstoffzellentechnologie sprechen für Anstiege, genauso wie die zu erwartende Substitution von teurem Palladium durch günstigeres Platin in der Autoindustrie.

WÄHRUNGEN

Das britische Pfund setzte nach der Parlamentswahl am 12.12. seinen Höhenflug weiter fort. Offensichtlich preisen die Märkte eine Brexit-Einigung mit der EU ein. Trotz anhaltend expansiver Geldpoltik der SNB blieb im Wochenverlauf der Franken zum Euro unverändert, während der US-Dollar marginal abschwächte, zumal die Fed-Kommentare nichts Neues hervorbrachten. Auffällig ist die Abwertung des Yen gegenüber dem Euro nachdem die japanische Wirtschaft zuletzt stark abschwächte und einen erneuten fiskalen Stimulus benötigt. Indessen fester waren die drei Carry-Trade-Anlagewährungen Brasilianischer Real,  Mexikanischer Peso und Russischer Rubel, während die Türkische Lira ihre Talfahrt weiter fortsetzt

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

16.12.:

China: Einzelhandelsumsätze u. Industrieproduktion EUR: IHS Markit Flash Eurozone Composite PMI Lohnkosten USA: Vorläufiger Markit PMI Gesamtindex

17.12.:

USA: Industrieproduktion, Baugenehmigungen, Baubeginne, Kapazitätsauslastung, API wöchentlicher Rohöllagerbestand Quartalszahlen: FedEx

18.12.:

Deutschland: ifo – Geschäftsklimaindex, Geschäftsaussichten, aktuelle Beurteilung UK: Inflationsrate EUR: Inflationsrate USA: Quartalszahlen: General Mills, Micron Technology

19.12.:

Japan: BoJ Geldpolitik Statement, BoJ Zinssatzentscheidung UK: BoE geldpolitsche Entscheidungen EUR: Industrieproduktion, EZB Statement und Pressekonferenz nach Zinssatzentscheidung USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Philly-Fed-Herstellungsindex

20.12.:

China: PBoC Zinssatzentscheidung UK: BIP USA: BIP-Daten, Persönliches Einkommen, Privatausgaben, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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