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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 6

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Coronavirus hat die Börsen im Griff: In Festland-China stieg vom 20. bis 28. Jänner die offizielle Zahl der Infizierten von 278 auf 14.451. Außerhalb Chinas stieg die Anzahl der Fälle von vier auf 173. Bis dato gab es 305 Tote. Die Regierung in Peking ließ im Epizentrum der Seuche, der Provinz Hubei 14 Metropolen mit zusammen 45 Millionen Einwohnern von der Außenwelt abschotten. Lufthansa hat bereits sämtliche Flüge nach China eingestellt und Toyota beschloss den Betrieb seiner Werke in China bis 9. Februar zu stoppen. Lieferketten werden unterbrochen, Touristen bleiben aus. Mo Ji, Chefvolkswirtin für China bei Alliance Bernstein (AB) vergleicht die aktuelle Corona-Krise mit SARS in den Jahren 2002/03. Damals gab es in China binnen eines Quartals einen BIP-Rückgang um zwei Prozentpunkte. Ihre Conclusio: „Wird die Epidemie innerhalb von drei Monaten eingedämmt, könnte Chinas reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8% beeinträchtigt werden. Dauert es hingegen neun Monate, droht ein Wachstumsrückgang um bis zu 1,9 Prozentpunkte“. Weltweit droht eine Wachstums- beeinträchtigung um mindestens 0,2 Prozentpunkte. Die konkreten Schäden hängen vom weiteren Verlauf der Seuche ab, der sich schwer prognostizieren lässt.

Höhere Rüstungsausgaben stützen Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA: Der Auftragseingang für Güter mit einer Lebensdauer von über drei Jahren ist gegenüber dem Vormonat um 2,4% gestiegen, während die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte mit einem Rückgang von 0,3% rechneten. Die militärische Nachfrage nahm nach einem Einbruch im November nach einem entsprechenden Kongressbeschluss im Dezember um 90,2% zu. Doch rechnet man die Auftragseingänge im Rüstungssektor heraus, dann nahmen die Auftragseingänge außerhalb des Rüstungsbereichs um 2,5% ab.  Eine wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben sind die Bestellungen für zivile Investitionsgüter, die jedoch um 0,9% gegenüber dem Vormonat zurückgingen.

2,1% BIP Wachstum im vierten Quartal entsprachen den Analystenprognosen. Im Gesamtjahr 2019 lag das Wirtschaftswachstum der USA mit 2,3% unter dem Vorjahreswert von 2,9%. Der private Konsum und staatliche Ausgaben stützten, doch die Investitionen des Privatsektors waren im vierten Quartal um 6,1% rückläufig.

Der Chicago Einkaufsmanagerindex, ein wichtiger Wirtschaftsaktivitätsindikator für die Region Chicago, brach im Jänner gegenüber dem Vormonat von 48,2 auf 42,9 Punkte ein und markierte damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2015. Volkswirte rechneten noch mit 48,9 Punkten! Alle fünf Subindizes verzeichneten einen Rückgang, am stärksten fiel er bei den Auftragsbeständen, gefolgt von den neuen Aufträgen aus. Der Index für Neuaufträge fiel von 6,1 auf 41,5 Punkte vgl. mit einer Kontraktionsgrenze bei 50 Punkten. Die Auftragsbestände erreichten mittlerweile nach Minus 10,1 Punkte ein Vierjahres-Tief von 34,6 Punkte. Auch die Lagerbestände befinden sich bereits auf sehr niedrigem Niveau. Die Wirtschaft im Raum Chicago stellt sich also auf Kontraktion ein.

Amazon hat infolge eines starken Weihnachtsgeschäftes und florierender Cloud-Dienste im vierten Quartal 2019 bei einer Umsatzsteigerung um 21% auf 87,2 Mrd. USD den Gewinn im Jahresvergleich um ca. 8% auf 3,3 Mrd. USD gesteigert. Da dies die Analysten extrem positiv überraschte, reagierte der Aktienkurs des Megaunternehmens mit einem Sprung von über 9%! Die Zahl der Prime-Kunden ist weltweit auf über 150 Millionen gestiegen und die Web-Plattform AWS, die Cloud-Dienste an Firmen anbietet, steigerte den operativen Spartengewinn um 19% auf 2,6 Mrd. USD.

AKTIEN – EUROPA

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Laut Refinitiv-Konsens sollten im 4. Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 1,0% Umsatzwachstum (Vorwoche noch 1,2% erwartet) um 1,3% (Vorwoche noch 2,0% erwartet) wachsen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann beschleunigen sich Umsatz- und Gewinnplus auf je 2,9 bzw. 4,1%. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 23,6% sollte dabei auf den Technologiesektor fallen, gefolgt von +17,9% bei den Telekom-Services und 12,0% bei den Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Hingegen ein Gewinneinbruch von 19,7% wird für den Energie-Sektor erwartet, gefolgt von je -18,1 bzw. -9,2% im Grundstoffbereich und bei den Versorgern. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 0,9% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+10,3%) und Technologieunternehmen (+9,4%). Hingegen um je 15,7 bzw. 10,3% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 0,6% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zu 3. Quartal 2020 auf 13,2% beschleunigen.

Die A-Aktie des integrierten Ölkonzerns Royal Dutch Shell erlitt infolge schlechter Quartalszahlen in Amsterdam einen Wochenverlust von 8,3%. Moderate Ölpreise, rückläufige Gaspreise und niedrigere Margen im Raffinerie- und Chemikaliengeschäft ließen den um Sondereffekte bereinigten Gewinn im Vorjahresvergleich um 48% auf 2,93 Mrd. USD einbrechen. Analysten rechneten im Schnitt mit 3,15 Mrd. Dollar. Konzernchef Ben van Beurden verwies im Bezug auf das Gesamtjahr noch auf einen operativen Cash Flow von 47 Mrd. USD und die starke Kapital-Redistribution von über 25 Mrd. USD via Dividenden und Aktienrückkäufe.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Coronavirus neue Gefahr für die chinesische Wirtschaft: Unter der Belastung der ersten SARS-Pandemie war das chinesische Wirtschaftswachstum zeitweise um zwei Prozentpunkte auf 9% gesunken. Heute ist Chinas Wachstumsrate viel niedriger, gleichzeitig ist China viel stärker als damals global vernetzt. Die Gefahr liegt also nun auch darin, dass internationale Lieferketten unterbrochen werden, was sich auch negativ auf viele produzierende Unternehmen in Europa und Nordamerika auswirken könnte. Allerdings hat die chinesische Statistikbehörde in ihrem Einkaufsmanagerindex der Produktionswirtschaft für Jänner noch keinen Abschwung registriert. Er lag mit 50 Punkten (Kontraktionsgrenze) im Rahmen der Erwartungen. Doch vorbeugend agiert bereits die chinesische Zentralbank, die die Märkte über Repogeschäfte mit frischer Liquidität im Ausmaß von 173,8 Mrd. USD versorgt.

ANLEIHEN

Die Fed will bereits Mitte des Jahres eine neue Strategie, insbesondere im Umgang mit der Inflation haben. Und tatsächlich ist sie mit einer Inflation von 1,8% im Jahr 2019 nicht zufrieden, zumal diese unter dem 2%-Stabilitätsziel liegt. Auch die konjunkturellen Folgen des Corona-Virus bleiben abzuwarten. Die Fed ließ vergangenen Mittwoch ihre Fed Funds Rate unverändert in deiner Bandbreite von 1,5 bis 1,75%, erhöhte jedoch den IOER – Schlüsselsatz für die bei der Fed deponierten Überschussreserven der Banken – von 1,55 auf 1,60%. Dies war nur eine kleine Anpassung bzw. Annäherung an die angepeilte Leitzinsspanne. In Europa ist ebenfalls noch keine Änderung der Geldpolitik in Sicht. Doch das Coronavirus ist als neuer zinssenkender Faktor ins Spiel gekommen und drückt weltweit die Staatsanleihenrenditen der entwickelten Länder: Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ging in der vergangenen Woche von 1,68 auf 1,51% zurück, während sich die Negativrenditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen im Wochenverlauf um 10 Basispunkte auf -0,44% nach unten ausweiteten. Selbst die Rendite italienischer Staatsanleihen gab auf Monatsbasis um 48 Basispunkte auf 0,93% nach. Staatsanleihen aus Schwellenländern zeigten wegen vermehrter Portfolioumschichtungen Stärke. Mit den sinkenden Renditen in den entwickelten Märkten weichen Anleger vermehr auf (Hartwährungs-) Alternativen in Schwellenländer aus.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries setzten anläßlich der Corona-Virus-Epidemie und vereinzelter konjunktureller Schwächeanzeichen zu einer kräftigen Gegenbewegung an. In der Woche vom 23. bis 30. Jänner stieg der Spread um 37 Basispunkte auf 3,95%.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Coronavirus ist gut für Goldpreis: Konjunktursorgen führen zu sinkenden Anleihenrenditen und diese wirken sich positiv auf den Goldpreis aus, der sich auch in der vergangenen Woche behaupten konnte. An der Terminbörse ist zuletzt die Anzahl der Netto-Longpositionen in Gold weiter gestiegen.

Dass in China zu einer wichtigen Reisezeit Neujahrsfeiern abgesagt und Städte unter Quarantäne gestellt werden, drückt weiter auf die Ölpreise und Preise der Energierohstoffe. Am 29. Jänner hatte die US-Regierung einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 3,5 Millionen Barrel gemeldet. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Anfang November. Analysten wurden vom Ausmaß des Anstiegs überrascht, denn dies deutet auf eine schwache Nachfrage hin.

WÄHRUNGEN

Der Schweizer Franken setzte seine schleichende Aufwertung in dieser Woche weiter fort. Die Gefahr einer unkontrollierten Aufwertung des Franken zum Euro steigt zunehmend. Trotz Brexit zum 1. Februar verhielt sich das Pfund stabil mit freundlicher Grundtendenz. Allerdings bleiben die Langfristschäden des Brexits abzuwarten. Zwischen EUR/USD herrscht derzeit ein gutes Gleichgewicht, während der Australische Dollar zum Euro über 2% abwertete. Als Folge der Leitzinssenkung vom 16. Jänner und der Corona-Krise brach der Südafrikanische Rand zum Euro um rund 4,5% ein. Auch andere Carry-Trade-Währungen gerieten im Zuge der Corona-Krise unter Druck, wie zum Beispiel Real, Mexikanischer Peso, Rubel und Türkische Lira.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

03.02.2020

China. Caixin PMI Produktion USA: ISM verarbeitendes Gewerbe, Markit PMI Herstellung; Quartalszahlen: Alphabet, Walt Disney

04.02.2020

USA: Werkaufträge, API wöchentlicher Rohöllagerbestand; Quartalszahlen: Ford Motor, Clorox, ConocoPhillips,

05.02.2020

China: Caixin China PMI Dienstleistungen EUR: Markit PMI Gesamtindex, Einzelhandelsumsätze, USA: Markit-PMI Dienstleistungen, Markit PMI Gesamtindex, ISM nicht-verarbeitendes Gewerbe Quartalszahlen: Merck & Co, General Motors, Qualcomm,

06.02.2020

EUR: Wirtschaftsprognose EU-Kommission; USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Lohnstückkosten, Arbeitsproduktivität, Quartalszahlen: Kellogg; T-Mobile US, Uber Technologies, Pinterest, Philip Morris International, Twitter, Verisign, Xylem, Motorola Solutions

07.02.2020

Japan: Führender Wirtschaftsindex China: Handelsbilanz USA: Arbeitsmarktdaten: AL-Quote, Erwerbsbeteiligungsquote, Durchschnittliche Stundenlöhne; Wochenarbeitszeit,

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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