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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 7

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Coronavirus breitet sich weiter aus und hat die Wirtschaft im Griff: In Festland-China stieg vom 20. Jänner bis 8. Februar die offizielle Zahl der Infizierten von 278 auf 34.620. Außerhalb Chinas stieg die Anzahl der Fälle von vier auf 343. Bis dato gab es 725 Tote. Die Regierung in Peking ließ im Epizentrum der Seuche, der Provinz Hubei ursprünglich 14 Metropolen mit zusammen 45 Millionen Einwohnern von der Außenwelt abschotten. Weitere Maßnahmen folgten. Lufthansa hat bereits sämtliche Flüge nach China eingestellt und Toyota beschloss den Betrieb seiner Werke in China bis 9. Februar zu stoppen. Immer mehr westliche Firmen holen ihre Mitarbeiter nach Hause. Lieferketten werden unterbrochen, vor allem im Elektronik-Bereich. Touristen bleiben aus. Die Giganten Apple, Samsung, Microsoft, und Google hatten in China nicht nur ihre Filialen geschlossen, sondern auch Probleme mit der Fortführung der iPhone-Produktion. Ganze Fabriken stehen in China unter Quarantäne. Eine eingeschränkte Nintendo Switch-Produktion, Verzögerungen bei der Produktion der VR-Brille Oculus Quest (Facebook) aber auch bei Tesla, Asus, Huawei und Lenovo sind die Folge. Das kostet Wirtschaftswachstum, zumal sich das Corona-Virus bereits stärker ausgeweitet hat als einst SARS in den Jahren 2002/03: Mo Ji, Chefvolkswirtin für China bei Alliance Bernstein (AB) vergleicht die aktuelle Corona-Krise mit SARS in den Jahren 2002/03. Damals gab es in China binnen eines Quartals einen BIP-Rückgang um zwei Prozentpunkte. Ihre Conclusio: „Wird die Epidemie innerhalb von drei Monaten eingedämmt, könnte Chinas reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8% beeinträchtigt werden. Dauert es hingegen neun Monate, droht ein Wachstumsrückgang um bis zu 1,9 Prozentpunkte“. Weltweit droht eine Wachstumsbeeinträchtigung um mindestens 0,2 Prozentpunkte.

Erfreuliche US-Arbeitsmarktdaten: In der US-Wirtschaft sind im Jänner 225.000 neue Stellen geschaffen werden, während die Analysten nur 160.000 erwarteten. Am meisten Arbeitsplätze schafften die Bauwirtschaft, die Bereiche Gesundheit und Transport sowie Warenlager, die vom Versandboom des Onlinehandels profitieren. Da mehr Personen sich Teilzeit-Jobs suchten, stieg die Beteiligungsquote gegenüber dem Vormonat von 63,2 auf 63,4%. Somit stieg die Arbeitslosenquote von einem 50-Jahres-Tief bei 3,5% marginal auf 3,6%. Die Lohninflation bleibt ein Thema für die Fed, zumal sich der jährliche Anstieg der Stundenlöhne gegenüber dem Vormonat von 2,9 auf 3,1%.

Produktionswirtschaft der USA holt auf: Der erwartete Auftrags- und Produktionsschub zur Füllung der Lager ist nun tatsächlich eingetreten. Der Einkaufsmanager-Index des ISM Index für den Produktionssektor stieg im Jänner um 3,1 auf 50,9 Punkte, was einem BIP-Wachstum von 2,4% entspricht. Der Produktions-Subindex holte 9,5 auf 54,3 Punkte auf, während die Komponente der Neuaufträge um 4,4 auf 52 Punkte anstieg. Die Exportaufträge sind sogar um 6,0 Punkte gestiegen, was u.a. mit einer Teileinigung mit China (Aufträge für die Landwirtschaft) zusammenhängt. 10 von 18 Branchen zeigten im Jänner Zuwächse bei den Neuaufträgen. Ebenfalls zeigte sich wenige Tage später auch noch eine Belebung der Aktivitäten jenseits der Produktionswirtschaft.

Erfreuliche Quartalszahlen beflügelten die Aktie des drittgrößten US-Telekom-Konzern – im Wochenverlauf plus 12%: Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Analystenschätzungen. Der Umsatz stieg von 11,45 auf 11,88 Mrd. USD und lag somit über den Schätzungswerten der IBES-Daten von Refinitiv. T-Mobile gewann im vierten Quartal per Saldo eine Million Vertragskunden und startete die nächste Netzwerk-Generation (5G) bereits im Dezember. In den USA umfasst die Netzabdeckung über 200 Mio. Einwohner.

AKTIEN – EUROPA

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Von den 56 Firmen des STOXX 600 Index, die bis 4. Februar Zahlen für das vierte Quartal 2019 veröffentlichten, lagen bei 51,8% die Gewinne über den Analystenprognosen (langjähriger Schnitt 50%). Noch besser fielen die Umsatzentwicklungen aus. Von den 62 Umsatzveröffentlichungen lagen fast zwei Drittel über den Schätzungen (langjähriger Schnitt 55%). Aggregiert lagen die Gewinne um 4,6% über den Schätzungen vgl. mit einem Durchschnitt von 3,7% seit 2011. Das sind schon einmal positive Signale. Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 1,5% Umsatzwachstum (Vorwoche nur 1,0% erwartet) um 1,2% (Vorwoche noch 1,3% erwartet) wachsen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann beschleunigen sich Umsatz- und Gewinnplus auf je 2,9 bzw. 3,5%. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 0,4% (Vorwoche noch 0,9%) gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+10,5%) und Technologieunternehmen (+10,4%). Hingegen um je 16,5 bzw. 10,9% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 1,8% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zum dritten Quartal 2020 auf 13,2% beschleunigen.

Höhenflug der Infineon-Aktie – Höhere Profitabilität im ersten Geschäftsquartal (ist viertes Kalenderquartal 2019) führte zu 12% Wochenperformance: Mit einer operativen Marge von 15,5%, die infolge von Einsparungen und Sondereffekten überraschend hoch ausfiel, konnten die Analystenprognosen übertroffen werden. An der Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält das Management fest. Erwartet werden 3 bis 7 % Umsatzplus sowie eine Segmentergebnis-Marge von ca. 16%. Somit halten sich die Auswirkungen des Coronavirus in Grenzen.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Coronavirus neue Gefahr für die chinesische Wirtschaft: Das Wachstum der Industrie fiel im Jänner auf ein Fünfmonats-Tief. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie fiel von 51,5 auf 51,1 Punkte und lag somit unter den Erwartungen. Gleichzeitig erreichte auch der Dienstleistungssektor einen Rückschlag auf ein 3-Monats-Tief. Allerdings sind beide Bereiche noch im Wachstumsbereich. Unter der Belastung der ersten SARS-Pandemie war das chinesische Wirtschaftswachstum zeitweise um zwei Prozentpunkte auf 9% gesunken. Heute ist Chinas Wachstumsrate viel niedriger. 2019 waren es nur noch 6,1%. Gleichzeitig ist China viel stärker als damals global vernetzt. Die Gefahr liegt also nun auch darin, dass internationale Lieferketten unterbrochen werden, was sich auch negativ auf viele produzierende Unternehmen in Europa und Nordamerika auswirken könnte. Positiv hingegen ist, dass die Chinesische Zentralbank bereits mit einer Liquiditätsspritze reagiert hat.

ANLEIHEN

Die Fed warnt vor den konjunkturellen Folgen der Corona-Seuche, die zu fallenden Ölpreisen führte und die Inflation stark in Schach hält. Nachdem die Inflationsrate der USA mit 1,8% im Jahr 2019 unter dem Stabilitätsziel der Fed von 2% lag, bedeuten diese Entwicklungen eine höhere Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Beendigung der Zinssenkungspause. Auf der anderen Seite hingegen ist Lohninflation bereits ein Thema. Laut FedWatch-Tool der CME, das die erwarteten Wahrscheinlichkeiten von Leitzinsszenarien aus den Futurespreisen ableitet, liegt bis zur Fed-Sitzung am 10. Juli die Zinssenkungswahrscheinlichkeit bereits bei 45,6%. Einen Monat zuvor lag sie erst bei 17,4%. In Europa gibt es noch keine neuen geldpolitischen Hinweise. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries verzeichneten einen leichten Rebound um 7 Basispunkte auf 1,58%. Im Monatsvergleich sind sie noch immer um 0,25 Prozentpunkte gesunken, während sich die Negativrenditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen im Wochenverlauf um 20 Basispunkte auf minus 0,39% nach unten ausweiteten. Selbst die Rendite italienischer Staatsanleihen gab auf Monatsbasis um 43 Basispunkte auf 0,94% nach. Staatsanleihen aus Schwellenländern zeigten wegen vermehrter Portfolioumschichtungen anhaltende Stärke. Mit den sinkenden Renditen in den entwickelten Märkten weichen Anleger vermehr auf (Hartwährungs-) Alternativen in Schwellenländer aus.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries setzten in der Vorwoche anlässlich der Corona-Virus-Epidemie und vereinzelter konjunktureller Schwächeanzeichen zu einer kräftigen Gegenbewegung an. Doch in der Woche vom 30. Jänner bis 6. Februar war der Spread erneut von 3,95% auf 3,70% rückläufig.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Kakaohausse setzte sich weiter fort: 3,7% Plus in dieser Woche und auf Monatssicht bereits 13%. In Ghana und an der Elfenbeinküste führt der Klimawandel zu vermehrtem Krankheitsbefall der Kakao-Bäume und somit massiven Ernteausfällen. Gleichzeitig ist aber die Kakao-Nachfrage weltweit steigend.

Dass in China zu einer wichtigen Reisezeit Neujahrsfeiern abgesagt und Städte unter Quarantäne gestellt werden, drückt weiter auf die Ölpreise und Preise der Energierohstoffe. Der Erdgaspreis ist in der Vorwoche sogar um 9% gesunken. Alleine die 12% Produktionskürzung in Chinas größtem Raffinerie-Konzern verringert die tägliche Nachfrage nach Rohöl um 0,6 Mio. Barrel. Gleichzeitig füllen sich die US-Tanklager. Am 29. Jänner hatte die US-Regierung einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 3,5 Millionen Barrel gemeldet. Dies war der stärkste Zuwachs seit Anfang November.

WÄHRUNGEN

Der USD hat gegenüber dem Euro vergangene Woche gut 1% aufgewertet, da die USA schlichtweg die stärkere Wirtschaft hat. Der japanische Yen wertet ebenfalls leicht auf, während der Pfundkurs zum Euro infolge zahlreicher offenen Brexit-Fragen um gut 1% abwertete. Der australische Dollar setzte indessen zu einer Gegenbewegung an. Ebenfalls eine Gegenbewegung gab es im südafrikanischen Rand, während russischer Rubel und mexikanischer Peso als Carry-Trade-Währungen Stärke zum Euro zeigten. Eine leichte Gegenbewegung und Aufwertung zum Euro zeigte sich auch in der türkischen Lira.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

10.02.2020

China. Verbraucherpreisindex USA: Fed Bowman Rede

11.02.2020

UK: BIP und Industrieproduktion EUR: Wachstumsprognose d. EU-Kommission USA: Anhörung Fed Chef Powell, Quartalszahlen: Goodyear,

12.02.2020

EUR: Industrieproduktion USA: Quartalszahlen: Applied Materials

13.02.2020

USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Verbraucherpreisindex, Quartalszahlen: NVIDIA, Terex, Kraft Heinz, Expedia, Mattel, PepsiCo, USA/China: Quartalszahlen Alibaba Group

14.02.2020

China: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion Deutschland: BIP EUR: BIP USA: Einzelhandelsumsätze, Controlling des Einzelhandels, Industrieproduktion, Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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