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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC Weekly KW 9

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Coronavirus wird zum Wirtschafsfaktor: Weltweit 78817 Infizierte und bereits 2.462 Tote. Italien wurde mit 79 Fällen zum Seuchen-Herd Europas. In der Lombardei will nun die italienische Regierung ebenfalls Städte abriegeln. Mittlerweile hat der IWF infolge von Produktionsunterbrechungen in China die Wachstumsprognose für China von 6,0 auf 5,6% nach unten revidiert und das globale Wirtschaftswachstum soll heuer um 0,1 Prozentpunkte niedriger sein als ursprünglich angenommen. Doch die historischen Zahlen der weniger stark verbreiteten SARS-Seuche aus den Jahren 2002/03 mahnen zur Vorsicht: Mo Ji, Chefvolkswirtin für China bei Alliance Bernstein (AB) vergleicht die aktuelle Corona-Krise mit SARS in den Jahren 2002/03. Damals gab es in China binnen eines Quartals einen BIP-Rückgang um zwei Prozentpunkte. Ihre Conclusio: „Wird die Epidemie innerhalb von drei Monaten eingedämmt, könnte Chinas reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8% beeinträchtigt werden. Dauert es hingegen neun Monate, droht ein Wachstumsrückgang um bis zu 1,9 Prozentpunkte“. Weltweit droht eine Wachstumsbeeinträchtigung um mindestens 0,2 Prozentpunkte.

Offensichtlich ist die Region Philadelphia von Handelskonflikten mit China und dem Corona-Virus viel weniger betroffen als andere Regionen der USA, denn: Das Geschäftsklima hat sich dort im Februar überraschend und deutlich aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank, der Philly-Fed-Index kletterte von 17 auf 36,7 Zähler und somit den höchsten Stand seit Februar 2017. Analysten rechneten im Schnitt mit einem Rückgang auf 11 Punkte. Vor allem die Auftragseingänge zeigten eine Belebung. Das entsprechende Barometer stieg um 15 auf 33,6 Punkte und somit den höchsten Stand seit Mai 2018. Gleichzeitig verbesserte sich der Sechs-Monats-Ausblick um 7 auf 45,4 Punkte, was der fünfte Anstieg in Folge ist. Konkret deuten diese Zahlen auf eine Verbesserung der Industrieaktivitäten in der Region hin. Übrigens sorgte die Woche zuvor ein ähnlicher umfragebasierender Indikator in New York für vorsichtigen Optimismus.

Frühindikatoren zeigen in den USA Stärke: In den USA ist im Jänner der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren laut Conference Board gegenüber dem Vormonat um 0,8% angestiegen. Analysten rechneten nur mit einem Zuwachs von 0,4%, nachdem die Frühindikatoren im Dezember sogar leicht rückläufig waren

Mit der Coronakrise könnte es früher als erwartet in den USA zu einer Leitzinssenkung kommen: Neel Kashkari, Fed-Chef von Mineapolis, rechnet zwar damit, dass die Zinspause der Fed noch drei bis sechs Monate andauert, doch laut Fed-Präsident Jerome Powell, sei es noch zu früh, die Folgen der Krise auf die US-Wirtschaft abzuschätzen. Zu komplex ist die internationale Vernetzung von Lieferketten. Drastische Worte kommen diesbezüglich von Gabriel Felbermayr, Chef des Instituts für Weltwirtschaft: „Die jetzigen Entwicklungen in China zeigen plötzlich, wie fragil das System ist“. Und er Verglich die Situation bereits mit der Lehman-Pleite 2008. In China hat die Notenbank bereits mit Zinssenkungen und entsprechenden Liquiditätsspritzen reagiert.

Mäßiges Wachstum im vierten Quartal 2019: Per 21. Februar haben bereits 87% der S&P 500 Firmen die Zahlen des vierten Quartals bekanntgegeben. Ergebnis: Bei 3,7% Umsatzwachstum ein Gewinnwachstum um 0,9%, was den ersten Zuwachs seit dem vierten Quartal 2018 bedeuten würde. Sieben Sektoren mit Gewinnwachstum stehen hier mit rückläufiger Entwicklung gegenüber, darunter insbesondere Energie. 70% der Unternehmen meldeten eine positive Gewinnüberraschung. Dieser Anteil liegt sowohl unter dem 1-Jahres-Durchschnitt (74%) als auch dem 5-Jahres-Durchschnitt von 72% – so die Daten von FactSet. Vor allem der IT- und Gesundheitssektor überraschen positiv. Im Schnitt lagen die veröffentlichten Gewinne 4,3% über den Schätzungen, was aber unter dem Fünfjahrs-Schnitt von 4,9% liegt. Angesichts der nachlassenden Wachstumsdynamik erscheint im S&P 500 ein 12-Monats-Forward KGV von 19 bzw. auf dem höchsten Niveau seit 23. Mai 2002 als überteuert, zumal der 10-Jahresschnitt nur bei 15 lag und für 2020 bei den Unternehmensgewinnen ein Gewinnwachstum von nur noch 7,7% (31.12. noch 9,4% Plus) erwartet wird.

AKTIEN – EUROPA

Durchwachsen ist die Situation bei den Stoxx 600 Firmen: Von den 156 Firmen des STOXX 600 Index, die bis 18. Februar Zahlen für das vierte Quartal 2019 veröffentlichten, lagen bei 50,6% die Gewinne über den Analystenprognosen (langjähriger Schnitt 50%). Noch besser fielen die Umsatzentwicklungen aus. Von den 171 Umsatzveröffentlichungen lagen 59,6% über den Schätzungen (langjähriger Schnitt 55%). Aggregiert lagen die Gewinne um 3,2% über den Schätzungen vgl. mit einem Durchschnitt von 3,7% seit 2011. Laut Refinitiv-Konsens sollten im vierten Quartal 2019 die Gewinne der Unternehmen bei 1,4% Umsatzwachstum (Vor 14 Tagen 1,5% erwartet) um 0,2% (Vor 14 Tagen noch +1,2% erwartet!) schrumpfen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann ergibt sich ein Umsatz- und Gewinnplus auf je 3,2 bzw. 1,3%. Für das Gesamtjahr 2019 wird mit einem Gewinnwachstum von 1,1% gerechnet. Wachstumsträger bleiben dabei Versorger (+11,9%), Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (+11,5%) und Technologieunternehmen (+10,8%). Hingegen um je 15,3 bzw. 11,1% zurückgehen sollten die Gewinne im Energiesektor und Grundstoffbereich. Im Gesamtjahr 2020 sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Vor allem in der Eurozone sollte sich nach einer Schrumpfung der Gewinne um 2,1% im Jahr 2019 das Gewinnwachstum bis zum dritten Quartal 2020 auf 9,0% beschleunigen. Doch Vorsicht: Prognosetrend steil abfallend!

Konjunkturabkühlung im Euroraum nun amtlich: Vom ersten auf das vierte Quartal hat sich das BIP-Wachstum des Euroraums von 1,4 auf 0,9% verlangsamt. Im dritten Quartal waren es noch 1,2% Plus. In der EU28 hat sich die Zuwachsrate vom dritten auf das vierte Quartal bereits von 1,4 auf 1,1% verlangsamt. EU-weit betrachtet stehen zuletzt 4,6% BIP-Wachstum in Ungarn einem Nullwachstum in Italien und 0,5% in Deutschland gegenüber.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Coronavirus legt Chinas Wirtschaft lahm: Dass selbst die amtliche Wachstums-Prognose des IWF für 2020 von 6,0 gleich auf 5,6% nach unten revidiert werden musste, ist ein Alarmsignal, genauso wie die Paralysierung des Automarktes in China. Der chinesische Automarkt ist in den ersten beiden Februarwochen um 92% eingebrochen (Quelle Branchenverband PCA). Für den gesamten Februar erwartet der Verband einen Rückgang um 70% nachdem bereits der PKW-Absatz im Jänner um 22% auf 1,71 Mio. Fahrzeuge schrumpfte. In China ist aber die Zentralbank bereits aktiv geworden und hat vergangenen Donnerstag den einjährigen Referenz-Zinssatz (LPR) von 4,15 auf 4,05% gesenkt und laut Insidern könnten die Reserveanforderungen für die Banken aufgelockert. Doch Vorsicht: Unter der Belastung der ersten SARS-Pandemie war das chinesische Wirtschaftswachstum zeitweise um zwei Prozentpunkte auf 9% gesunken. Heute ist Chinas Wachstumsrate viel niedriger. 2019 waren es nur noch 6,1% und die Maßnahmen der Regierung in Peking sind heute viel radikaler als damals.

ANLEIHEN

Im Februar senkten u.a. die Notenbanken Argentiniens, Brasiliens, Indonesiens, Russlands, Chinas, Mexikos und der Türkei ihre Leitzinsen. Gleichzeitig sind die führenden Zentralbanken der Welt wegen des Corona-Virus in Alarmbereitschaft. Die Inflationsraten sind noch gedämpft und ausgehend von China droht infolge unterbrochener Lieferketten in einer gewissen Zeitverzögerung eine konjunkturelle Abkühlung, die mittlerweile bereits der IWF in den aktuellen Prognosen verarbeitet hat. Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Unterbrechung der Zinspause in den USA steigt. Laut FedWatch-Tool der CME, das die erwarteten Wahrscheinlichkeiten von Leitzinsszenarien aus den Futurespreisen ableitet, liegt bis zur Fed-Sitzung am 29. Juli die Zinssenkungswahrscheinlichkeit bereits bei 72,6%. Einen Monat zuvor lag sie erst bei 37,3%. Am Wahrscheinlichsten ist demnach eine Leitzinsrücknahme um 0,25 bis 0,50 Prozentpunkte. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries verzeichneten in den vergangenen zwei Wochen einen Rückgang um 11 Basispunkte auf 1,47%. Im Monatsvergleich sind es sogar minus 26 Basispunkte, während sich die Negativrenditen laufzeitkongruenter deutscher Bundesanleihen im Monatsvergleich um 12 Basispunkte auf minus 0,43% nach unten ausweiteten. Selbst die Rendite italienischer Staatsanleihen gab auf Monatsbasis um 34 Basispunkte auf 0,91% nach. Staatsanleihen aus Schwellenländern zeigten wegen vermehrter Portfolioumschichtungen anhaltende Stärke. Mit den sinkenden Renditen in den entwickelten Märkten weichen Anleger vermehr auf (Hartwährungs-) Alternativen in Schwellenländer aus.

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries hatten sich in den vergangenen 14 Tagen bis 20.02. von 3,70 auf 3,62 Prozentpunkte eingeengt. Die soliden Konjunkturdaten aus den USA beflügeln die Risikofreude der Bondinvestoren.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Der Goldpreis stieg auf Euro-Basis bereits auf ein Alltime-High und auf Dollarbasis erfolgte ein nachhaltiger charttechnischer Ausbruch, der von einem Short-Squeeze begleitet zu sein scheint. Auslöser jüngster Goldhausse ist die steigende Zahl an Corona-Infektionen und die daraus resultierenden Unsicherheiten.

Palladiumhausse geht weiter: Alleine vergangene Woche stieg der Palladiumpreis um rund 11%. Experten erwarten heuer am Palladiummarkt ein Angebotsdefizit, denn strengere Emissionsvorschriften führen zu einem höheren Bedarf an Palladium in der Autoindustrie. Die Marktsituation bleibt angespannt, da bereits geringste Förderunterbrechungen den Preis erneut nach oben treiben können.

WÄHRUNGEN

Die schleichende Frankenaufwertung setzt sich weiter fort und hat einen triftigen Grund: Medienberichten zufolge hat das US-Finanzministerium die Schweiz auf eine Liste von Ländern gesetzt, die ihre Währungen manipulieren. Dies könnte nun dazu führen dass die Schweizerische Nationalbank ihre Interventionen am Devisenmarkt einschränkt oder einstellt, was die Frankenaufwertung beschleunigen würde. Hingegen etwas abgeschwächt hat sich der Pfundkurs zum Euro, da mit dem Brexit noch eine Reihe Unsicherheiten verbunden sind. Gegenüber dem Euro stärker unter Druck geriet der Japanische Yen, dem wegen der drohenden Folgen des Corona-Virus der Verlust des Status als solide Anlagewährung droht. Hingegen der Chinesische Yuan hält sich stabil, da die Zentralbank in Peking über enorme Devisenreserven für eine eventuelle Währungsstützung verfügt. Indessen gerieten infolge jüngster Zinssenkungen die Hochzinswährungen Mexikanischer Peso, Brasilianischer Real, Türkische Lira und Russischer Rubel unter Druck.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

24.02.2020

Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex

25.02.2020

Deutschland: BIP USA: Verbrauchervertrauen Conference Board S&P/Case-Shiller Hauspreisindex

26.02.2020

USA: Verkäufe neuer Häuser

27.02.2020

EUR: Geschäftsklimaindex USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Auftragseingänge langlebiger Güter; Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; Kernausgaben für persönlichen Konsum; BIP

28.02.2020

Japan: Inflationsdaten; Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Arbeitslosenquote USA: Persönliches Einkommen, Chicago Einkaufsmanagerindex; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen; Privatausgaben,

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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