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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 17

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Reopening der US-Wirtschaft naht: Nach den Megahilfen ist in den USA bereits wieder das „Re-Opening“ Börsenthema. Dabei gab es per Samstag, 18.4. bereits 717.000 Corona-Fälle und ca. 38.000 Tote in den USA. Trump ist für ein Hochfahren der Wirtschaft in drei Schritten, um weitere Schäden abzuwenden. Doch die Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten haben das letzte Wort und können individuell die konkreten Maßnahmen festlegen. Vor Eintritt in jede neue Phase sollen Bundesstaaten eine Reihe von Voraussetzungen wie z.B. sinkende Zahl der nachgewiesenen Coronavirus Infektionen jeweils über einen 14-tägigen Zeitraum erfüllen. Phase 1: Ansammlungen von mehr als 10 Personen sollten weiterhin vermieden werden. Homeoffice ist weiterhin zu forcieren, allerdings wo möglich, sollten Arbeitnehmer stufenweise an den gewohnten Arbeitsplatz zurückkehren. Restaurants, Kinos und Gotteshäuser sollen nur öffnen, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen Besuchern und Besucherinnen gewährleistet werden kann. Phase 2: Schulen sollen wieder öffnen. Phase 3: Arbeitnehmer werden wieder ohne Einschränkungen an ihre Arbeitsstellen zurückkehren, dann sollen auch wieder Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern erlaubt werden. Gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen aber weiterhin Abstand zu anderen Menschen einhalten. Personen, die nicht zu diesen Gruppen gehören, sollen erwägen, so wenig Zeit wie möglich in Menschenmengen zu verbringen. Gleichzeitig wurden vom börsennotierten Biotech-Unternehmen Gilead Sciences Infos erster Lichtblicke bei den Tests eines Medikaments gegen Corona bekannt.

Fast 22 Millionen neue Arbeitslose in den USA: Die International Labour Organisation, Teil der Vereinten Nationen stellte fest, dass über 80% der weltweit unselbständig Beschäftigten voll oder Teilweise von Betriebsschließungen betroffen sind. Das kann langsam anhand der Zahlen aus den USA nachvollzogen werden, wo es schrittweise eine drastisch Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation gab, wobei verwaltungstechnische Hürden noch zu Zeitverzögerungen führen: „In den USA stellten in der per 21. März endenden Arbeitswoche 3,28 Mio. Einwohner Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung verglichen mit 281.000 in der Vorwoche. Diese Zahl ist ein absoluter Rekord. Bisher die meisten neuen Arbeitslosen gabs in der Woche endend am 2. Oktober 1982 mit 695.000“. Mit dieser Nachricht begann der Schrecken: Eine Woche später folgten weitere 6,8 Mio. Erstanträge. In den Wochen endend am 4. und 11. April folgten jeweils 6,6 Mio. bzw. 5,2 Mio. weitere. 21,9 Mio neue Arbeitslose in nur 4 Wochen – Das sind 13,2% der zivilen Arbeitsbevölkerung (Teilnehmer am Arbeitsmarkt) im Februar. Aufgrund von verwaltungstechnischen Zeitverzögerungen ist die offizielle Arbeitslosenquote von Februar auf März erst von 3,5 auf 4,4% gestiegen. In Wirklichkeit haben wir in den USA bereits zwischen 15 und 17% „Realtime“-Arbeitslosenquote. Im Zeitraffatempo wird die Dynamik der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 in den Schatten gestellt – hausgemacht durch umstrittene Maßnahmen zur Eindämmung einer sogenannten „Pandemie“, deren Rückzug nun langsam einsetzt.

US-Einzelhandel bricht ein aber auch Gewinner: Die US-Einzelhandelsumsätze verzeichneten im März mit -8,7% den stärksten Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen durch die Statistikbehörde im Jahr 1992. Rechnet man Autos und Erdgas heraus lag der Rückgang aber nur noch bei -3,1%, wobei es innerhalb der einzelnen Handelssegmente große Unterschiede in der Umsatzentwicklung gab. So wuchs der Online- und Versandhandel um 3,1%, der Lebensmittel-Einzelhandel sogar um 26,7%. Hingegen Modegeschäfte erlitten einen Einbruch um -50,5%, Möbel- und Sportgeschäfte um je -26,8 bzw. -23,3%. Stark rückläufig ist auch der Autoabsatz, den J.D. Power in den USA heuer von 16,5 bis 17 auf 12,5 bis 14,5 Mio. Fahrzeuge auf 11,2 bis 12,5 Millionen nach unten revidierte

 

Der IWF revidiert das globale Wirtschaftswachstum 2020 von zuletzt 2,3 auf -3,0% nach unten. Selbst im besten Fall dürfte die Krise der Welt noch immer 9 Billionen Dollar (Finanzhilfen des Staates etc.) kosten. Anders als in den meisten Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahrzehnte kommt nämlich an der Coronakrise kein Land vorbei. Am stärksten schlägt sich der Einbruch laut IWF mit minus 6,1 Prozent bei den Industrienationen nieder, wobei, die USA um -5,9% schrumpfen sollten.

Katastrophale Quartalsbilanzen: Per 17. April veröffentlichten 9% der S&P 500 Unternehmen Zahlen für das 1. Quartal 2020: Nur noch 66% der Firmen veröffentlichten Gewinne pro Aktie über den Analystenschätzungen, ein Wert, der unter dem 5-Jahresschnitt liegt. Aggregiert betrachtet lagen die veröffentlichten Gewinne 8,3% unter den Analystenerwartungen. Für das laufende Quartal wird somit von einem Gewinneinbruch bei den S&P 500 Unternehmen von 14,5% ausgegangen – so die Daten von FactSet. Das wäre der größte Quartalsgewinneinbruch seit dem 3. Quartal 2009 (-15,7%).

AKTIEN – EUROPA

Laut neuer IWF-Schätzung sollte die Wirtschaftsleistung der Eurozone heuer um 7,5% schrumpfen. Europa leidet besonders stark unter den Reisebeschränkungen für Touristen. Die Krisenherde Italien und Spanien werden eine Rezession im zweistelligen Prozentbereich nur knapp verpassen und um voraussichtlich je 8% einbrechen. Österreich und Deutschland droht eine Kontraktion im Ausmaß von 7%.

Gewinneinbruch in Europa: Mittlerweile reagieren Analysten auch bei der Neueinstufung von Stoxx 600 Firmen. Laut Refinitiv-Konsens sollten im 1. Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 6,3% Umsatzrückgang um 22,0% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -2,1 bzw. -20,5%. Die höchste Gewinnwachstumsrate mit 12,8% sollte dabei auf Versorger fallen, gefolgt von je 5,1 bzw. 4,3% im Technologiesektor und bei den Telekom-Services. Am negativsten sind die Erwartungen für zyklische Konsumgüter mit einem Minus von 44,1%.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

Kurz und schmerzlos läuft es in China wo der Aktienmarkt auf Jahressicht nur noch 13% im Minus liegt. Die Börsenkurse steigen, obwohl das BIP im ersten Quartal um 6,8% schrumpfte, was der erste Rückgang überhaupt ist, seit dem Start der Quartalsstatistik im Jahr 1992. Trotz Zeichen einer Belebung droht heuer mit 1,2% BIP-Wachstum (Quelle: IWF) das schwächste Wachstum seit dem Ende der Kulturrevolution 1976. Allerdings hat China schon längst wieder mit einer Normalisierung der Wirtschaft begonnen. Industrieproduktion und Investitionen haben sich deshalb bereits spürbar von ihrem vorangegangenen Einbruch erholt. Allerdings zeigen sich die Konsumenten wegen drohender Massenarbeitslosigkeit noch zurückhaltend, weshalb im März die Einzelhandelsumsätze um 15,8% einbrachen.

ANLEIHEN

Massenarbeitslosigkeit, sinkende Ölpreise und moderate Inflationsaussichten drücken auf das globale Renditeniveau von Staatsanleihen besserer Bonität. Die EZB hat bereits zusätzliche Anleihenankaufprogramme im Wert von 7,3% des BIP im Euroraum laufen und die Fed kauft notfalls unbegrenzt (Staats)Anleihen. In den USA sind bis 17.04. die Renditen 10jähriger Treasuries im Monatsverlauf um 50 Basispunkte auf 0,64% rückläufig. Schließlich kauft die Fed unbegrenzt und in Großbritannien vollzog die Bank of England mit der Ankündigung einer zwischenzeitlichen Direktfinanzierung des Staates mittels der Notenpresse einen Tabubruch. Auf Monatssicht liegen die Renditen 10jährigr UK-Staatsanleihen um 42 Basispunkte niedriger bei 0,30%! Indessen bereits wieder erneut rückläufig sind die Renditen 10jähriger Bundesanleihen – auf Monatssicht um 0,28 Prozentpunkte auf -0,48%. Ähnliche Entwicklungen gabs in der Schweiz, und den Niederlanden. Offensichtlich ist hier bereits die Bildung eines Zinsbodens im Gange. Abzuwarten bleiben die weiteren Entwicklungen in Italien (Coronabonds ja oder nein?). Zuletzt nach einer stärkeren Korrektur zu einer Gegenbewegung setzten Emerging-Markets-Bonds an.

 

Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries sind infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed wieder im Rückzug. Reopening der USA ist Thema. Vom 9. bis 17. April entwickelten sich die Spreads weiter von 7,96 auf 7,64 Prozentpunkte rückläufig.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Weiterer Ölpreisverfall und “Strohfeuer” auf Produktionskürzung: Russland und Saudi Arabien bzw. die OPEC, Russland und Mexiko haben sich auf die stärkste Produktionskürzung der Geschichte geeinigt. Die 23 Mitgliedsländer des Ölkartells OPEC+ hätten nämlich am Sonntagabend eine Kürzung um 9,7 Mio. Barrel pro Tag oder 10% der globalen Ölproduktion für die Monate Mai und Juni vereinbart. Von Jul ibis Dezember soll die Produktion um täglich 8 Mio. Barrel gedrosselt bleiben, zwischen Jänner 2021 und April 2022 dann täglich 6 Mio. Barrel. Als Ausgangsniveau wurde jeweils die Produktionsmenge im Oktober 2018 festgelegt, für Saudi-Arabien und Russland gilt ein eigenes Ausgangsniveau von 11 Mio. Barrel pro Tag. Nach einem kurzen Anstieg im Vorfeld bröckelten die Preise erneut ab. Wenn es kaum mehr Kreuzfahrten gibt, der globale Flugverkehr lahmgelegt ist und sich die weltweit größten Volkswirtschaften im Shutdown-Modus befinden, dürfte selbst diese Kürzung nicht ausreichend sein. Nicht umsonst geht die Internationale Energieagentur (IEA) für 2020 von einem Rückgang der Ölnachfrage um täglich 9,3 Mio. Barrel aus. Eine anhaltende “Ölschwemme” droht und ein weiterer Preisverfall ist wahrscheinlich.

Der Plan zum Reopening der US-Wirtschaft und Gewinnmitnahmen nach einem überhitzten Preisanstieg setzten den Goldpreis zwischenzeitlich unter Druck, während Silber nach unten mitkorrigierte.

WÄHRUNGEN

Diese Woche setzte sich die schleichende Aufwertung des Schweizer Frankens weiter fort, während die zunehmend Rückführung von Auslandsdollarkrediten und den damit verbundenen US-Dollarkäufen den US-Dollar nach oben trieb. Weitere Faktoren sind die Unsicherheiten rund um Italien. Auch der Yen zeigte sich deshalb von der festeren Seite. Die Carry-Trade Währungen Mexikanischer Peso, Brasilianischer Real und Südafrikanischer Rand tendierten erneut schwächer. Niedrige Öl- und Rohstoffpreise belasten, weshalb sich nach einer starken Gegenreaktion in der Norwegischen Krone ebenfalls eine weitere Fortsetzung der Schwächephase gegen Euro abzeichnet.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

20.04.2020

China: Zinsstzentscheidung der Notenbank USA: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex

21.04.2020

EUR u. Deutschland: ZEW Umfage Konjunkturerwartungen

22.04.2020

UK: Inflationsdaten USA: Immobilienpreisindex u. EIA Rohöl Lagerbestand

23.04.2020

Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe und einer für Dienstleistungen USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, Markit PMI Gesamtindex, Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe und einer für Dienstleistungen

24.04.2020

Deutschland: ifo – Geschäftsklimaindex, aktuelle Lagebeurteilung USA: Auftragseingänge langlebiger Güter, Nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge; Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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