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Privatconsult - Vermögensberatung GmbH Wien

PC – Weekly KW 37

Marktdaten / Marktüberblick

AKTIEN – USA

Die globalen COVID-19-Fälle erreichten am Sonntag mit ca. 27 Millionen neue Rekordwerte (+2 Mio. Fälle in einer Woche), wobei in den USA die Zahl 6,25 Millionen anstieg. Explosionsartig steigen die Zahlen der Infizierten in Brasilien, Peru, Mexiko, Südafrika, Russland und Indien. In Brasilien und Indien gibt es bereits jeweils 4,1 Millionen Fälle. Eine zweite Welle ist im Laufen und führt immer mehr zu einer strukturellen Arbeitslosigkeit. Die US-Arbeitsmarktdaten haben dieser Tage deshalb eine besondere Bedeutung. Werden zu schnell zu viele Stellen geschaffen, dann droht eines Tages ein Ausstieg der Fed aus der „Überliquidierung“ des Finanzsystems, was schreckliche Nebenwirkungen auf die Emerging Markets und einen Bond- und Aktiencrash in den USA zur Folge haben könnte. Hingegen zu schwache Arbeitsmarktdaten deuten auf strukturelle Probleme und eine zu schwache Erholung vom Lockdown hin. Somit kann sehr viel (negatives) in beliebige Arbeitsmarktdaten hereininterpretiert werden. Die Folge ist dann ein größerer Tagesverlust, wenn plötzlich bei den FANG-Aktien (Facebook, Apple, Netflix, Google) Gewinnmitnahmen einsetzen und die Speerspitze der jüngsten Hausse unter Druck gerät.

Mehr Aufträge für die US-Industrie als Folge zu niedriger Lagerbestände: Wenn die Lage unsicher ist, hält der Groß- und Einzelhandel die Lagerbestände niedrig. Mehren sich aber die Anzeichen einer stärkeren Nachfrage seitens der Konsumenten, dann müssen die Händler nachbestellen. Genau das ist nun im August passiert. Derartige „Erlebnisse“ schilderten die vom Institute for Supply Management (ISM) befragten Führungskräfte von Produktionsbetrieben. Die Folge: Der vom ISM berechnete Einkaufsmangerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg von Juli auf August von 54,2 auf 56%, was das vierte Monat im Bereich der wirtschaftlichen Expansion bedeutet. Die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen gingen lediglich von einem Anstieg auf 55% aus. Der Subindex der Auftragseingänge stieg um 6,1 Prozentpunkte auf 67,6% und markierte den höchsten Stand seit Jänner 2004. Hintergrund: 15 Industriesektoren expandieren und nur einer schrumpft. Gleichzeitig erreichten die Lagerbestände der Kunden den niedrigsten Stand seit Juni 2010. Der Subindex-Wert fiel um 3,5 PP auf 38,1%, was weitere Inlandsauftragsschübe für die US-Industrie bedeutet.

Die Aktivitäten des nicht-verarbeitenden Gewerbes konsolidieren auf hohem Niveau: Der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe war im August von 58,1 auf 56,9% rückläufig, entsprach aber fast den Expertenerwartungen. Positiv ist eine auffallend gestiegen Pricing-Power der Unternehmen sowie ein Anstieg des Index für Exportaufträge, der von Juli auf August um 6,5 au 55,8 Punkte anstieg. Hingegen die gesamten Auftragseingänge waren von hohem Niveau ausgehend stark rückläufig. Die hohen Corona-Zahlen in den USA bremsen schlichtweg.

Durchwachsene Arbeitsmarktdaten für August: Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft war von Juli auf August von 1,734 auf 1,371 Millionen rückläufig, während Experten 1,518 neu geschaffene Stellen erwarteten. Zwar erholt sich die Wirtschaft vom ersten Lockdown im Frühjahr, doch die Regierung hat per Saldo 344.000 Stellen geschaffen, während 248.900 auf den Einzelhandel fielen. Was interessant war, ist dass einer Arbeitslosenquote von 8,4% Erwartungen von 9,8% gegenüberstanden, während sie in den Monaten Juni und Juli bei jeweils 11,2 bzw. 10,2% lag. Insgesamt ging die Anzahl der Arbeitslosen von 16,34 im Juli bis August auf 13,55 Millionen zurück. Aber es kristallisieren sich immer mehr zwei Gruppen von Arbeitslosen heraus, nämlich vorübergehend Arbeitslose und „strukturelle Arbeitslose“. Letztere werden mehr. Während das Hochfahren der Wirtschaft nach dem Lockdown dazu führte, dass die Anzahl der 5 bis 14 Wochen lang Arbeitslosen um gut 2 Millionen auf 3,13 Millionen zurückging stieg von Juli auf August die Zahl jener die schon seit mindestens 27 Wochen arbeitslos sind um 123.000 auf 1,62 Millionen. Die Zahl der 15 bis 26 Wochen lang Arbeitslosen ist stark im Aufwind gewesen und stieg im August leicht weiter an um 33.000 auf 6,52 Millionen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne des Privatsektors stiegen um 4,9% au 24,81 USD und die Wochenarbeitszeit nahm marginal zu. Allerdings fehlen gegenüber dem Vorjahr mehr niedrig bezahlte Jobs als hochwertige qualifizierte Stellen, die einfach ins Homeoffice ausweichen konnten.

AKTIEN – EUROPA

Extrem positive Gewinnüberraschungen im zweiten Quartal: Von den 288 Firmen des STOXX 600-Index, die bereits Zahlen für das zweite Quartal 2020 veröffentlichten, konnten 59,4% die Analystenerwartungen übertreffen. Laut Refinitiv-Konsens sollten aber im 2. Quartal 2020 die Gewinne der Unternehmen bei 20,2% Umsatzrückgang um 52% einbrechen. Rechnet man den schwachen Energiesektor raus, dann bremsen sich Umsatz- und Gewinneinbruch auf je -12,8 bzw. -40,9%. Gegenüber Anfang August haben sich allerdings die Erwartungen verbessert. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Analysten mit einem Gewinneinbruch um 29,9% im STOXX 600. Einziger Wachstumssektor sind die Versorger, deren Gewinne um 2,5% wachsen könnten, während die Gewinne im Energiesektor infolge der niedrigen Ölpreise sogar um über 79,7% einbrechen sollten. Dieser Pessimismus kann allerdings Nährboden für weitere positive Überraschungen sein.

Covestro verweilt weiterhin im DAX: Mit über 9% Plus Gewinner der Woche im DAX war Covestro. Der Kunststoffkonzern bleibt weiterhin im DAX und am 4. September hat Commerzbank Analyst, Michael Schäfer die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Begründung: Es erhole sich die Profitabilität des Hartschaum-Vorprodukts MDI und das Geschäft mit Polykarbonaten war zuletzt überraschend robust. Deshalb hob er seine Schätzungen für das diesjährige EBITDA um 21% an und revidierte auch die Prognosen für 2021 nach oben.

AKTIEN – SCHWELLENLÄNDER / ASIEN

China: Die Erholung des Dienstleistungsbereichs verliert an Dynamik: Der Dienstleistungssektor, der in China 60% der Wirtschaft ausmacht und für die Hälfte der städtischen Jobs verantwortlich ist, befindet sich zwar weiterhin im Expansionsbereich, doch es gibt Ermüdungserscheinungen. Im August ging der Caixin/Markit Services Purchasing Managers Index gegenüber dem Vormonat von 54,1 auf 54 Punkte zurück, verharrt aber noch nahe dem Dekadenhoch. Firmen stellen wieder per Saldo Personal ein. Die Inlandsnachfrage ist stark, allerdings sind die Neuaufträge auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten. Trotzdem bleiben Dienstleistungsfirmen in China optimistisch für die Zukunft und Analysten gehen sogar für 2020 von einem positiven Wirtschaftswachstum Chinas aus.

ANLEIHEN

Obwohl nach dem Arbeitsmarktreport in den USA die Renditen der Staatsanleihen global wieder nach oben gingen, liegen Sie teilweise noch unter dem Niveau der vergangenen Woche. Zuvor keimten wieder vermehrt Ängste vor einem erneuten Konjunkturabschwung auf. Im Wochenvergleich entwickelte sich die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen von -0,41 auf -0,47% rückläufig. Nämlich am 1. September ergab die von Eurostat veröffentlichte Schnellschätzung der jährlichen Inflation erstmals seit 2016 wieder einen Negativwert, und zwar von -0,2%. Bei anhaltend rückläufiger Entwicklung der Energiepreiskomponente hat auch der Preisauftrieb bei den anderen Industriegütern (ex. Energie) nachgelassen – von 1,6% im Juli auf -0,1% im August. Gleichzeitig dämpfte sich auch der Preisanstieg bei Dienstleistungen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Die Rendite von zehnjährigen US-Treasuries blieb über die Woche unverändert bei 0,72%, während jene laufzeitkongruenter britischer Staatsanleihen bei 0,26% (Vorwoche 0,31%) lag. Emerging Markets Bonds setzten nach dem US-Job-Report am Freitag auch zu einer Konsolidierung an. Was bis dato als neue Rahmendbedingungen aufrecht bleibt, ist die Neudefinition der Inflationszielmarke durch die Fed. Statt mit geldpolitischen Instrumenten beständig zu versuchen, die Inflationszielmarke von 2% zu erreichen, plant die Fed eine vorübergehend höhere Inflation zuzulassen, wenn zuvor die Zielmarke von 2% unterschritten wurde. 2% bleibt zwar der Zielwert, jetzt aber als Durchschnitt über einen längeren Zeitraum. Abzuwarten bleiben nun die nächsten Schritte der EZB, die das Renditeniveau noch weiterhin auf niedrigem Niveau halten können.

HY-Corporate Bond-Ralley gerät langsam ins Stocken: Die am ICE BofAML US High Yield Master II Option-Adjusted Spread gemessenen Risikoprämien von US-High Yield Corporate Bonds auf US-Treasuries waren bereits in den vergangenen Wochen infolge der zahlreichen Stützungsmaßnahmen von US-Regierung und Fed rückläufig. Die höhere Risikofreude der Anleger führte vom 16. Juli bis 3. September zu einer weiteren Einengung der Spreads von 5,76 auf 5,04 Prozentpunkte. Nun könnte aber bald ein Boden erreicht sein.

EDELMETALLE und ROHSTOFFE

Agrarpreis-Anstieg setzt sich weiter fort: Während Gold und Silber auf hohem Niveau konsolidieren und die Ölpreise auf Wochenbasis über 7% einbrachen, steigen Agrarrohstoffe quer durch die Bank weiter. Zum Ölpreis: Ein festerer US-Dollar, eine schwache Benzinnachfrage in den USA und die herannahende Raffinerie-Wartungssaison waren dafür verantwortlich. Bei den Agrarrohstoffen sind Überschwemmungen in China der eine Faktor, aber es gibt noch Sonderfaktoren wie beispielsweise bei magerem Schwein, dessen Preis vergangene Woche aufgrund erfreulicher Exportdaten (aus USA-Sicht) um über 11% anstieg. Hingegen ein festerer US-Dollar erhöhte den Druck auf Edelmetalle, deren Konsolidierung sich noch länger hinziehen könnte. Auch stärkere Einbrüche sind nicht ausgeschlossen.

WÄHRUNGEN

Die Schwankungen des Euro zu wichtigen Währungen hielten sich in der vergangenen Woche in engen Grenzen. Allerdings zeigte sich eine gewisse Stärke des US-Dollar zum Euro. Spekulationen, dass sich die EZB Sorgen um den Wechselkurs EUR/USD machen könnte, was dazu führe, dass es bei Kursen EUR/USD von über 1,20 zu verstärkten verbalen Interventionen der EZB kommt, verliehen dem US-Dollar zum Euro einen gewissen Auftrieb. Indessen schwächte sich die Krisenwährung Schweizer Franken zum Euro erneut ab, da von Krisenstimmung zur Zeit jede Spur fehlt. Dies heizt bei risikofreudigen Investoren Carrytrades an, weshalb die Hochzinswährungen Südafrikanische Rand, Brasilianischer Real und Mexikanischer Peso zu einer Gegenbewegung ansetzten und fester zum Euro tendierten. Hingegen Rubel und Türkische Lira setzten ihre Talfahrt weiter fort.

Diese WOCHE - worauf zu achten ist!

07.09.:

Japan: Führender WIrtschaftsindex China: Handelsbilanz

08.09.:

Japan: BIP EUR: BIP

09.09.:

China: Verbraucherpreisindex USA: Staatsanleihen-Auktion: 10J-Note API wöchentlicher Rohöllagerbestand

10.09.:

China: Neue Kredite EUR: EZB Zinssatzentscheidung USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung; Folgeanträge Arbeitslosenunterstützung,

11.09.

UK: BIP u. Industrieproduktion USA: Inflationsdaten; Verbraucherpreisindex Kernrate, Monatliches Budget-Statement,

Galt in der vergangenen Woche als positiver Markttreiber.

In der abgelaufenen Woche weder ein eindeutig positiver noch eindeutig negativer Markttreiber.

Galt in der vergangenen Woche als negativer Markttreiber.

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